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Abstimmung

Chamer Kreiskliniken sind nun in neuer Hand

Der Kreistag ist mit großer Mehrheit für die Kooperation mit der Sana Kliniken AG. Rodinger ziehen Bürgerbegehren zurück.

  • Kreisrat Alfred Wittmann gab den Rückzug des Rodinger Bürgerbegehrens bekannt.
  • Chefwechsel – Dr. Andreas Hartung (r.) übernimmt den Job des bisherigen Geschäftsführers Otto Hell.

Cham. Die drei Kreiskliniken in Cham, Roding und Bad Kötzting sind in neuer Hand. Der Kreistag stimmte an diesem Mittwoch einer Kooperation mit der Sana Kliniken AG mit großer Mehrheit zu. Vier Gegenstimmen gab es von Rodinger Kreisräten. Das Rodinger Bürgerbegehren aber wird zurückgezogen. Im Februar will die Sana AG mit der Arbeit beginnen.

Den Grundsatzbeschluss zur Zusammenarbeit mit der Sana AG hatte der Kreistag bereits im Dezember gefällt. Die Rodinger Bürgerinitiative „Pro Gesundheit“ aber machte sich gegen das Sana-Konzept stark, weil nach ihrer Ansicht zu viele Betten und medizinische Leistungen von Roding nach Cham verlagert werden sollten. Landrat Franz Löffler rief die Beteiligten zu einem Runden Tisch zusammen, wo „Nachbesserungen“ in Verhandlungen mit Sana erreicht wurden. In Roding ist beispielsweise der ein ambulantes OP-Zentrum angedacht. Der bisherige chirurgisch-orthopädische Schwerpunkt soll dort weiter verstärkt werden. Mit D-Arztverfahren soll auch die Rodinger Lücke in der Notfallversorgung geschlossen werden.

Der Rodinger Bürgermeister Franz Reichold hielt auch das neue Konzept für „bedenklich“, wie er in der Kreistagssitzung am Mittwochvormittag formulierte. Das Rodinger Krankenhaus verliere drei medizinische Abteilungen nach Cham und werde von heute 215 auf künftig 100 Betten reduziert. Mit Reichold stimmten seine Rodinger Kreistagskollegen Hans Stangl, Alfred Wittmann und Erich Schwarzfischer gegen die Kooperation mit Sana.

Als Sprecher der Bürgerinitiative gab Wittmann jedoch in der Sitzung den Rückzug des Bürgerbegehrens bekannt. Mit der Kraft von über 10000 Unterschriften seien „zukunftsfähige Lösungen“ auch für Roding erreicht worden. Ein Kompliment machte Wittmann dafür ausdrücklich Landrat Franz Löffler. „Es gibt eine neue Gesprächskultur in diesem Hause, die auch Minderheiten anhört und akzeptiert“, sagte er.

„Fehler der Vergangenheit“ prangerte Hans Kraus für die Freien Wähler an. Die CSU-Landräte Ernst Girmindl und Theo Zellner hätten ein Prokura-Konzept von 1993 mit ähnlichen Zielen wie heute nicht umgesetzt und dafür insgesamt 80 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung einer Krankenhaus-Struktur gesetzt, die vor allem regionalpolitische Interesse verfolgt habe. Getragen worden sei diese Politik von „einer blinden CSU-Kreistagsfraktion und ihren regionalen Tarnlisten“, so der Vorwurf von Kraus. Das „i-Tüpfelchen“ habe Ex-Landrat Zellner mit dem Neubau des Krankenhauses in Bad Kötzting gesetzt, der in einer „Nacht- und Nebelaktion“ im Kreistag durchgeboxt worden sei. Kraus dachte laut darüber nach, dass dieses Verfahren eventuell „strafrechtlich geprüft“ werden sollte.

Der von Landrat Zellner versprochene Gewinn in Höhe von einer Million Euro jährlich im neuen Kötztinger Haus sei nie eingetreten. Stattdessen habe sich das Defizit von 1,3 Millionen damals auf heute 2,3 Millionen Euro erhöht. Auch Kraus sprach von einem Politik-Wandel im Landkreis: „Unser neuer Landrat hat aus der Vergangenheit gelernt.“

CSU-Sprecher Karl Holmeier wies den Vorwurf der „CSU-Allmacht“ zurück. Die Krankenhaus-Beschlüsse seien immer mit großer Mehrheit im Kreistag gefallen.

Und Landrat Löffler sagte: „Jetzt schauen wir in die Zukunft!“

„Im Februar beginnen wir mit unserer Arbeit.“ Das kündigte der Sana-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Philippi auf Nachfrage des Bayerwald-Echo an. Erster Schritt sollen „Kick off“-Runden für die insgesamt 950 Mitarbeiter in den drei Kreiskliniken sein. Die Betriebsratsvorsitzende Katharina Berg sieht den neuen Chefs mit guten Gefühlen entgegen. Personalabbau fürchte sie nicht. Bis 2013 besteht ein vertraglich garantierter Kündigungsschutz. Berg: „Und ich hoffe, dass wir bis dahin so gut aufgestellt sind, dass wir vielleicht sogar mehr Leute brauchen.“

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