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Sonntag, 23. September 2018 17° 4

Musik

Chamer Songwriterin erobert Spotify

Anna Lachhammer startet mit ihrer EP Rivals durch. Ihre Songs kämpfen gegen die inneren Dämonen ihrer Generation.
Von Michael Gruber

„Rivals“ heißt das Debütalbum, das Anna Lachhammer im weltgrößten Streaminganbieter für Musik veröffentlicht hat. Als BWL-Studentin in Regensburg hat die 22-Jährige aus Cham zu ihrer Leidenschaft für die Komposition gefunden und hat sich in der lokalen Szene einen Namen gemacht. Fotos: Lachhammer
„Rivals“ heißt das Debütalbum, das Anna Lachhammer im weltgrößten Streaminganbieter für Musik veröffentlicht hat. Als BWL-Studentin in Regensburg hat die 22-Jährige aus Cham zu ihrer Leidenschaft für die Komposition gefunden und hat sich in der lokalen Szene einen Namen gemacht. Fotos: Lachhammer

Cham.Es gibt diese Momente mit Anfang 20, die eine junge Frau ins Grübeln bringen. Um 8 Uhr aufstehen, das Smartphone checken, die Likes auf Instagram zählen. Später um 15 Uhr geht es im Selfiemodus weiter an den Kaffeetisch: Der Milchschaum sieht cremig aus, der Kuchen schick. Passt das Licht? Knips und die ersten Herzchen der Follower ploppen unter dem Fotoupload auf.

Aber was ist mit dem echten Leben und all dem, was hinter der Handykante an echten Augenblicken vorbeizieht? Was ist mit dem echten Kaffee? Der ist längst kalt, singt Anna Lachhammer an der Akustikgitarre in ihrem Song „Cold Coffee“, wo es am Ende nur einen Ausweg gibt: Verträumter Akustik-Pop mit einer Stimme, die aus der Seele kommt.

Die Philosophie von A.VJU

Auftritte: Seit drei Jahren tourt Anna Lachhammer als A.VJU mit ihrer Akustikgitarre durch die Regensburger Kneipenszene. Inzwischen steht sie vier mal im Monat mit einer Mischung aus Coversongs von Calvin Harris oder Outkast und ihren Eigenkompositionen auf der Bühne. Fotos: Lachhammer
Auftritte: Seit drei Jahren tourt Anna Lachhammer als A.VJU mit ihrer Akustikgitarre durch die Regensburger Kneipenszene. Inzwischen steht sie vier mal im Monat mit einer Mischung aus Coversongs von Calvin Harris oder Outkast und ihren Eigenkompositionen auf der Bühne. Fotos: Lachhammer

„In dem Lied geht es darum, was passiert, wenn man nicht mehr für den Moment lebt, sondern nur noch ein Foto von einem Moment macht“, sagt die 22-jährige Chamerin, als wir sie zum Interview in einem Café treffen. Der Anlass dafür verbirgt sich trotzdem auf unserem Handydisplay: „Rivals“ heißt die EP mit vier eigenen Songs, die Anna Lachhammer vor wenigen Tagen auf dem Streamingportal Spotify veröffentlicht hat und damit als junge Musikerin einen großen Sprung in ein internationales Publikum macht. Zu finden ist sie dort unter ihrem Künstlernamen an der Gitarre: A.VJU, am Ende ausgesprochen wie „View“, zu Deutsch Blick. Und damit hat sich Lachhammer etwas gedacht: „A steht für Anna und das „View“ soll auch etwas darüber sagen, dass ich bei den Liedern meine Sicht der Dinge in der Musik aufgreife.“

Album: „Rivals“ heißt die EP mit vier Songs, die Anna Lachhammer im BahamaMama Studio von Tom Schmidbauer in Regensburg eingesungen hat. Der Inhaber der Regensburger Musikkneipe „Dudes4“ hat Lachhammer die Studio-Aufnahme nach einem Auftritt vorgeschlagen. Fotos: Lachhammer
Album: „Rivals“ heißt die EP mit vier Songs, die Anna Lachhammer im BahamaMama Studio von Tom Schmidbauer in Regensburg eingesungen hat. Der Inhaber der Regensburger Musikkneipe „Dudes4“ hat Lachhammer die Studio-Aufnahme nach einem Auftritt vorgeschlagen. Fotos: Lachhammer

Und anders als viele andere Singer-Songwriterinnen in ihrem Alter, trällert die 22-Jährige nicht nur schöne Melodien nach, sondern hat in ihre Songs Herzblut und Köpfchen gesteckt. Vor allem auf den Sinn der Texte legte Lachhammer bei der Entstehung besonders viel Wert: „Die EP handelt wie der Titel schon von den eigenen Rivalen, die in einem stecken. In „Can‘t Help Myself“ geht es zum Beispiel um die Selbstzweifel und den Wunsch, sich bei gewissen Dingen weniger Gedanken zu machen. Im Song Rivals gehts dagegen um das Problem, sich ständig mit anderen zu vergleichen, was natürlich Schwachsinn ist, weil es immer jemanden gibt, der in irgendeiner Sache besser ist.“

Streaming: Zu hören gibt es das Album der 22-jährigen Chamerin seit 23. März auf dem Musikstreamingdienst Spotify unter ihrem Künstlernamen A.VJU. Unterstützung für die Veröffentlichung bekam die Musikerin vom Münchener Start-up Zoundr, einer Agentur für junge Künstler. Fotos: Lachhammer
Streaming: Zu hören gibt es das Album der 22-jährigen Chamerin seit 23. März auf dem Musikstreamingdienst Spotify unter ihrem Künstlernamen A.VJU. Unterstützung für die Veröffentlichung bekam die Musikerin vom Münchener Start-up Zoundr, einer Agentur für junge Künstler. Fotos: Lachhammer

Nur dürfte es dennoch wenige geben, die für eine Karriere als Sängerin an der Akustikgitarre so gut gerüstet sind wie sie. Sieben Jahre lang hat Lachhammer beim Gesangsunterricht an der Musikschule an ihre Stimme geschliffen, ihre Eltern musizieren, die Mutter mit klassischer Opernstimme, der Vater an der Gitarre. Ihre ersten Auftritte als Sängerin hatte Lachhammer am Schuman-Gymnasium, zuerst bei Jugend musiziert, später am Mikro mit der Coverband „Flower to Beats“, ein Spaßprojekt mit ein paar Freunden, wie die Musikerin sagt. Wohin sie das Sprungbrett geführt hat, sollte aber bald auch das Regensburger Kneipenpublikum zum Staunen bringen.

Über Las Palmas ins Studio

Release-Party: Am 13. April feiert Lachhammer das Erscheinen ihrer ersten EP mit einem Konzert im Café Malefiz in Regensburg, wo es die vier Songs auch ganz klassisch als CD zu kaufen geben wird. Die Chamer müssen sich noch gedulden: Im Sommer ist ein Konzert im L.A. angedacht. Fotos: Lachhammer
Release-Party: Am 13. April feiert Lachhammer das Erscheinen ihrer ersten EP mit einem Konzert im Café Malefiz in Regensburg, wo es die vier Songs auch ganz klassisch als CD zu kaufen geben wird. Die Chamer müssen sich noch gedulden: Im Sommer ist ein Konzert im L.A. angedacht. Fotos: Lachhammer

Während des Studiums wagte sich die junge Chamerin 2015 zum ersten Auftritt auf die Bühne des „W1“, spielte Coversongs von Outkast, Calvin Harris oder Imagine Dragons –für die Begleitung brachte sich Lachhammer selbst das Gitarrenspielen bei. In der „Heimat“ und im „Dudes4“ ging es weiter, bis ihre Spanischlehrerin 2016 mit einem verlockenden Angebot kam: „Sie wollte, dass ich für einen Bekannten bei der Restauranteröffnung in Las Palmas spiele“, erinnert sich Lachhammer. Das Problem: Die Musikerin sollte zwei Stunden füllen. „Also musste ich mir schnell was überlegen. So haben ich dann angefangen, meine ersten eigenen Song zu komponieren.“ „The Sea“ taufte sie das Lied , das den Stein zur eigenen EP ins Rollen brachte. Die Ideen für die anderen Songs packten Lachhammer meist spät nachts: Sie verbannte sie zuerst mit Filzstift auf einen Zettel – und jetzt im Februar 2018 – ins Mikro des BahamaMama-Studio von Tom Schmidbauer, der zugleich Inhaber des „Dudes4“ ist. Von ihm hatte Lachhammer nach einem Auftritt das große Angebot bekommen. Und wie geht es jetzt weiter mit der Karriere von A.VJU? „Nach dem Bachelorabschluss möchte ich sehen, wie sich mein Studium mit der Musik verbinden lässt“, sagt Lachhammer. Erfolg könnte das durchaus versprechen – die Musikerin studiert BWL mit einem Fokus auf Marketing.

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