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Region Cham
Samstag, 23. Juni 2018 18° 4

Kommune

Chamer Spitalplatz wird zur Baustelle

Der Chamer Unternehmer Michael Braun will sich dem bislang vernachlässigten Platz annehmen und dort investieren.
Von Christoph Klöckner

Um diese Ecke geht es: das grüne und das gelbe Haus wie ein weiteres oberhalb in der Fuhrmannstraße sollen weichen, um hier ein vierstöckiges Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage zu bauen. Foto: Klöckner
Um diese Ecke geht es: das grüne und das gelbe Haus wie ein weiteres oberhalb in der Fuhrmannstraße sollen weichen, um hier ein vierstöckiges Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage zu bauen. Foto: Klöckner

Cham.Michael Braun will noch nicht viel sagen zu seinem Projekt in der Chamer Innenstadt. Er wolle erst abwarten, wie der Bauausschuss und die Stadt auf die Planung reagiere, sagte er am Mittwoch. Am Abend bekam er dann von dort viel Beifall für sein Vorhaben, das er als Vorbescheidsantrag bei der Stadt einreicht hatte.

Sowohl Bürgermeisterin Karin Bucher wie Stadtbaumeister Franz Pamler lobten den Unternehmer, hier in der Innenstadt Neues schaffen zu wollen. Der Bauausschuss gab denn auch das einstimmige Einvernehmen für das Vorhaben.

Er könne auch noch nichts dazu sagen, weil die Detailplanungen selbst erst nach dem Placet des Bauausschusses beginnen würden, erläuterte der Unternehmer, der das B im Firmenkürzel des Chamer Elektro-Unternehmens Kappenberger und Braun begründet.

„Ich will da noch nichts vorwegnehmen!“, so Braun. „Was mich jedoch bewegt hat, hier etwas zu unternehmen, war, dass der Spitalplatz von der Entwicklung der Stadt her gesehen bislang hinterherhinkt“, so der 80-Jährige. Deshalb habe er hier irgendwann nachgefragt, warum das so ist und so „habe ich hier meinen Kopf reingebracht!“ Der Platz hat nach seiner Auffassung viel Potenzial: „Das was ich möchte, ist, den Spitalplatz aufzuwerten.“

Altstadtgerechtes Juwel

Wie das geschehen soll, erläuterte Stadtbaumeister Franz Pamler dem Bauausschuss, der mit Planer und Bauherr über die baulichen Möglichkeiten an dieser Stelle gesprochen hatte. Wichtig sei vor allem gewesen, den Bauherren davon zu überzeugen, im Erdgeschoss keine Parkplätze zu etablieren, was in der Altstadt überhaupt nicht passen würde, sondern die teurere Variante mit Tiefgarage unter dem vierstöckigen Gesamtkomplex zu bauen. Dabei werde die Tiefgarage nicht allzu tief in Erde gehen, nur 1,80 Meter unter die Bodenhöhe des Steinmarktes, so dass die kurze Zufahrtsrampe für die Einparker keine große Hürde werden werde.

„Der Spitalplatz in Cham hinkt bei der Entwicklung der Stadt hinterher!“

Michael Braun, Chamer Unternehmer

Dadurch seien die übrigen vier Geschosse sowie das Dachgeschoss, wo großzügige, lichtdurchströmte Appartements entstehen sollen, voll nutzbar für Geschäfte und Wohnen. Werde das Projekt umgesetzt, sei dies ein großer Erfolg für das Weiterkommen in der Altstadt und biete neue Möglichkeiten für Geschäfte und Wohnen. „Ich würde mich freuen, wenn es so schnell wie möglich gebaut wird!“, sagte Pamler. Die Anlage könne ein „Juwel“ werden mit toller Architektur, „die aber auch zur Altstadt passen soll.“

Innenstadt mit Zukunft

Das bedeute, ein altstadtgerechtes Aussehen etwa der Fassade, betonte Bürgermeisterin Karin Bucher. Sie sprach von einer „interessanten Sache“ für die Altstadt, die auch beweise, dass Michael Braun von der Zukunft der Innenstadt überzeugt sei. Es sei gut, wenn in die Innenstadt investiert werde. Sie wies auch darauf hin, dass Stadtrat Thomas Zitzmann nicht mit abstimmen dürfe, da ihm noch eines der überplanten Gebäude an der Fuhrmannstraße gehöre.

Neue Chambbrücke

  • Projekt

    Vorgestellt und befürwortet wurden im Bauausschuss Planungen für die neue Chambbrücke in Altenstadt. Neben der alten, baufälligen Brücke soll laut Diplom-Ingenieur Josef Ried vom Bauamt der Stadt für 1,2 Millionen Gesamtkosten inklusive Parkplatz für das Naherholungsgebiet eine neue Brücke gebaut werden.

  • Größe

    Die 33 Meter lange, alte Brücke von 1969 sei nur mit 5,5 Tonnen Belastung bemessen und nur 3,50 Meter breit – damit für Landwirtschaftsgeräte heute schlecht nutzbar. Die neue werde mit vier Metern breiter und mit 25 Metern kürzer. Da hier nur die Chamb fließe, seien hier bei Hochwasser fast keine Nachteile für Anwohner zu befürchten, so Ried.

  • Parkplätze

    Die zwölf Parkplätze für Erholungssuchende sollen auf der Zufahrt der bisherigen Brücke angelegt werden.

  • Bauzeit

    Bauzeitpunkt wird wohl 2019 werden, da für 2018 die Zeit zu knapp wird.

Dass hier gleich die ganze Ecke leerstehender Gebäude überplant werde, sei eine gute Sache. „Da kann sich etwas Tolles entwickeln!“, so Karin Bucher. Es sei bemerkenswert, wenn hier ein Investor so viele Grundstücke in der Altstadt erwerben wolle, um sie neu bebauen. Das sei etwa ganz „bedeutendes“ und zu der Entscheidung gratuliere sie Michael Braun, sagte die Bürgermeisterin. Es sei auch gut, dass Stadtbaumeister Pamler den Bauherr überzeugt habe, keine Parkplatzgaragen in das Erdgeschoss einzubauen, sondern eine Tiefgarage zu erstellen. Gut sei ebenso, dass die Gebäude nicht höher würden, als die bisherigen und das Projekt eine maßvolle Verdichtung der Altstadt darstelle. Einwende von Seiten der Stadträte im Ausschuss gab es nicht. Einstimmig wurde dem Vorbescheid das Einvernehmen erteilt.

Leerstand am Spitalplatz

Mit dem Großprojekt, das sich entlang des Spitalplatzes wie auch der Fuhrmannstraße über Eck und über insgesamt fünf Grundstücke entwickeln soll, wird ein Bereich tangiert, der bislang bei den Neubaumaßnahmen zur Belebung der Innenstadt keine Rolle spielte.

Wobei hier dringender Bedarf für Neues besteht, seitdem dort seit langem das große Gebäude am Spitalplatz, in dem früher ein Blumengeschäft war, und das daneben liegende Bankgebäude, indem einmal die Schmidtbank, danach die Commerzbank ihren Sitz hatte, leer stehen. Vor allem das große, grüne Haus am Spitalplatz 4 verfällt zunehmend. Das neue Gebäude, das von oben gesehen wie ein unten abgeflachtes V die Ecke füllt, wird dem Plan nach auch den begrünten Innenhof behalten.

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