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Geschichte

Chamerau feiert die Urkunde

Vor 1000 Jahren wurde das gleichnamige Geschlecht erstmals erwähnt. Im Juli 2019 wird das Jubiläum groß gefeiert.
Von Hermann Schropp

1019 wurde Chamerau erstmals urkundlich erwähnt. Im Juli 2019 feiert die Gemeinde dieses Jubiläum. Foto: che
1019 wurde Chamerau erstmals urkundlich erwähnt. Im Juli 2019 feiert die Gemeinde dieses Jubiläum. Foto: che

Chamerau.„Historische Jubiläen – wenn sie richtig verstanden, vorbereitet und durchgeführt werden – bieten große Chancen. Sie fördern Bürgersinn und Gemeinschaftsgeist,“ sagt Chameraus Bürgermeister Stefan Baumgartner, warum sich die Gemeinde so große Mühe gibt, das Jubiläum „1000 Jahre Chamerau“ auch groß zu feiern.

Es war bereits die dritte Zusammenkunft des Festausschusses im Vorjahr der Feierlichkeiten, bei der Baumgartner im Bürgerhaus das herausragende Engagement der Vereinsvorstände und deren Vertreter lobte.

Fast 800 Jahre alt ist der Taufstein. Foto: che
Fast 800 Jahre alt ist der Taufstein. Foto: che

Gefeiert wird die – wenn auch nur indirekte – Erwähnung von Chamerau in Büchern des 11. Jahrhunderts. Die Rede ist von den Chamerauern, die ab dem 11. Jahrhundert rund 400 Jahre lang zu den reichsten und angesehensten Geschlechtern im Oberen Bayerischen Wald zählten. Ihr Stammsitz war die ehemalige Burg von Chamerau, die im heutigen Ort am rechten Ufer des nahen Regens stand. Dort vorbei führte ein uralter Verkehrsweg, der die politischen, kirchlichen und geschäftlichen Mittelpunkte Cham und Kötzting durch eine bequeme Furt über den Regen miteinander verband.

Das weit verzweigte Geschlecht der Chamerauer erscheint zuerst in „Turnier-Büchern“: Wunbold, Ritter von Chamerau, beispielsweise, erlangt einen Dank im 6. Turnier zu Trier 1019 und ist danach im 7. Turnier zu Hall 1042 Turnierleiter, heißt es.

1000 Jahre Chamerau

  • Die Kirche von Chamerau

    , den Aposteln Peter und Paul geweiht, dürfte sehr früh entstanden sein.

  • Aus dieser frühmittelalterlichen Zeit

    stammt ein Taufstein in dieser Kirche, ein steinerner Zeuge aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit seinem Apostelfries.

  • Der Mantel

    des kufenförmigen Steines ist durch eine Kleeblattarkatur gegliedert.

  • In den Flachnischen,

    die in den Stein gehauen wurden, sind die Reliefs der Apostel erkennbar: Der Apostel Petrus beispielsweise durch einen großen Schlüssel.

Mittelalterliche Turniere waren Kampfspiele, die der Demonstration ritterlicher Waffenkunst dienten. Ihre ursprünglich militärische Funktion verlor im Laufe der sich verbessernden Waffentechnik an Bedeutung gegenüber der gesellschaftlichen, durch die Inszenierung höfischer Feste. Berichtet wurde darüber einst etwa in „Turnierreimen“, in der ein „Heroldes Georg Rixner“ die Ritter von Chamerau beschrieb: „Jetzt kommen die von Cammeraw mit der roten Wilden Saw“.

„Fest von Bürgern für Bürger“

Baumgartner zufolge plant der Ausschuss „ein Fest von Bürgern für Bürger“. Gefeiert wird vom Freitag, 5. Juli, bis zum Montag, 8. Juli 2019 in einem Festzelt am Bürgerhaus. Geboten werden soll bayerische Blasmusik, ein Kabarettabend, die Partyband „HOAß“ bis zum Festausklang am Montag mit der Band „Sixpack“. An allen Tagen steht ein Vergnügungspark für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Das komplette Programm will der Ausschuss im September stehen haben.

Bereits fix ist die Brauerei Aldersbach als Zelt- und Bierlieferant, die ein „Fullservice Paket“ anbietet. Die Festküche übernimmt die Festküche Josef Vogl aus Bernried. Über die Verpflichtung der Musikkapellen, so Stefan Baumgartner wird bis zur nächsten Zusammenkunft im September eine Liste der verpflichteten Kapellen sowie der benötigten Spielmannszüge vorliegen. Gesucht wird ein Künstler oder Grafiker, welcher dem Ausschuss für das Festlogo, die Plakate sowie über eine Gedenkmünze mit detailliertem Hintergrundwissen bezüglich der Historie hilfreich zur Seite steht.

Das voraussichtliche Programm

Freitag: 5. Juli: Tag der Betriebe, Standkonzert, Festeinzug vom Bahnhof zum Platz hinter dem Bürgerhaus und Konzert bis 24 Uhr. Als Kapelle kommen „Der Jäger aus Kurpfalz und seine Original Bixnbutzer“ sowie zum Einzug die Blaskapelle Kerscher aus Roding.

Samstag: Ab 19 Uhr „Tag der Jugend“ mit der Partyband “HOAß“.

Sonntag: Kircheneinzug zum Festgottesdienst im Innenhof des Bürgerhauses. Festzug durch den Ort, mit dem Motto: „Chamerauer Vereine stellen sich vor“. Anschließend Festzeltbetrieb. Für den Kabarettabend wurden der „Binser“, Monika Schwarzmann und Toni Lauerer angefragt.

Montag: Tag der Behörden und Gemeinden und Festausklang mit der Band „Sixpack“.

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