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Chams Kreisfeuerwehr stellt sich neu auf

52 832 ehrenamtliche Stunden leisteten die Feuerwehren im Landkreis im vergangenen Jahr. In Blaibach zogen sie nun Bilanz.

Der Verbandsausschuss des Kreisfeuerwehrverbandes setzt in dieser Zusammenstellung seine Arbeit fort. Fotos: kht
Der Verbandsausschuss des Kreisfeuerwehrverbandes setzt in dieser Zusammenstellung seine Arbeit fort. Fotos: kht

Blaibach.In einem normalen Jahr standen die Aktiven der Feuerwehren des Landkreises an 2268 Einsatzstellen in Notsituationen Bürgern zur Seite und leisteten dabei 52832 ehrenamtliche Stunden. „Mit den 37 981 Mitgliedern in den Feuerwehrvereinen stehen wir mitten in der Gesellschaft“, sagte Kreisbrandrat Michael Stahl in seinem Jahresrückblick. Grund genug auch für Landrat Franz Löffler, den 190 Feuerwehren zu attestieren, den Menschen vor Ort Sicherheit zu geben.

Im Beisein zahlreicher Repräsentanten des öffentlichen Lebens, der Partner im Einsatzdienst und überregionaler Feuerwehrführungskräfte hieß Stahl am Freitag zur Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbands im Haus des Gastes in Blaibach insbesondere die Abordnungen der 190 Feuerwehren des Landkreises begrüßen. Nach einem Totengedenken begann er seine Jahresbilanz mit dem Blick auf die Zahl der Aktiven, bei denen auch heuer, wenn auch mit 79 marginal, ein leichter Rückgang feststellbar war. Erfreulich dagegen die Tendenz bei den Mitgliedschaften, bei denen er von 37 981 in den Feuerwehrvereinen und damit von einer Steigerung von 369 berichten konnte.

„Es war ein normales Jahr“

Für 40 Jahre aktiven Dienst wurde Kreisbrandmeister Anton Bierl mit dem Ehrenzeichen in Gold geehrt. Von Seiten des Kreisfeuerwehrverbandes erhielt Alfons Janker das Feuerwehrehrenzeichen in Gold. Anton Ruhland freute sich über die Ehrenmitgliedschaft. Fotos: kht
Für 40 Jahre aktiven Dienst wurde Kreisbrandmeister Anton Bierl mit dem Ehrenzeichen in Gold geehrt. Von Seiten des Kreisfeuerwehrverbandes erhielt Alfons Janker das Feuerwehrehrenzeichen in Gold. Anton Ruhland freute sich über die Ehrenmitgliedschaft. Fotos: kht

Im Einsatzgeschehen wurden die Feuerwehren an 2268 Einsatzstellen tätig, zu denen in Summe 3654 Feuerwehren alarmiert wurden. „Es war ein normales Jahr mit all den verschiedenen Anforderungen, letztendlich jedoch ohne die großen Unwetterereignisse“, sagte der Kreisbrandrat auf die Bilanz von 52 832 Einsatzstunden blickend, die unter anderem bei 560 Bränden oder 249 Sicherheitswachen anfielen. „Wir konnten bei den Einsätzen 139 Personen betreuen oder 37 retten“, lauteten seine Fakten dazu.

Anhand von Bildern versuchte er zudem, die Gefahren zu verdeutlichen, mit denen die Feuerwehren immer mehr konfrontiert werden. „Im Bereich Gefahrstoffe oder Kohlenmonoxid helfen uns die vorhandenen Messgeräte enorm.“ Bei dem Brand am Osser konnten die Retter auf die Erkenntnisse der Übung aus 2006 zurückgreifen. „284 Leistungsprüfungen wurden abgehalten“, sagte Stahl. In der Modularen Truppausbildung wurden 360 Teilnehmer gezählt. Seit 1993 wurden in der Maschinistenausbildung über 2000 Teilnehmer geschult und im vergangenen Jahr zwei Lehrgänge abgehalten. Im Sektor Feuerwehrführerschein durchliefen 32 Aktive diese Ausbildung, bei Atemschutzlehrgängen 63. Ebenso gut besucht sind die Lehrgänge im Bereich Gefahrgut mit 112 oder Funktechnik mit 157.

In geheimer Wahl wurden die Mitglieder des Vorstands des Kreisfeuerwehrverbandes gewählt. Fotos: kht
In geheimer Wahl wurden die Mitglieder des Vorstands des Kreisfeuerwehrverbandes gewählt. Fotos: kht

„Wir haben im Landkreis viel erreicht und konnten regional 1783 Aktive fortbilden, während weitere 211 eine Ausbildung an einer der drei Feuerwehrschulen ablegten“, sagte der Kreisbrandrat weiter und sprach auch besondere Ausbildungen wie etwa im Bereich der Mero-Pipeline an. „Wichtig ist uns die Zusammenarbeit mit den tschechischen Feuerwehren“, sagte er weiter. Um gezielt Hilfe leisten zu können, stehen den Feuerwehren 319 Fahrzeuge und Anhänger zur Verfügung. In einem Bilderüberblick verdeutlichte Stahl die 20 neuen Fahrzeuge, Anhänger oder Wechselcontainer sowie die vier Anbauten an Gerätehäuser oder komplette Neubauten. Imposant sind die Zahlen, mit denen die Feuerwehrvereine die Anschaffung von Geräten und Fahrzeugen oder im Bauwesen unterstützen. „Zu den über 750 000 Euro davon kamen noch circa 1,6 Millionen Euro Förderungen durch den Landkreis oder 1,2 Millionen Euro durch den Freistaat“, sagte Stahl.

Für 40 Jahre aktiven Dienst zeichnete der Kreisbrandrat mit Landrat Franz Löffler Kreisbrandmeister Anton Bierl mit dem Ehrenkreuz in Gold aus. Von Seiten des Kreisfeuerwehrverbandes wurde der scheidende Kreisbrandinspektor Alfons Janker mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold und Anton Ruhland gar mit der Ehrenmitgliedshaft geehrt. Zum Ehrenkreisbrandmeister wurde Josef Früchtl ernannt.

Ein Standortfaktor

Josef Früchtl wurde zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt. Fotos: kht
Josef Früchtl wurde zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt. Fotos: kht

Auf die hohe Anzahl an Feuerwehren im Flächenlandkreis eingehend führte der Landrat in seinem Grußwort aus, dass dies auch einer professionellen Führungsstruktur bedürfe, die er der Kreisbrandinspektion attestierte. Sicherheit sei beim Blick auf weltweite Konflikte heute ein Standortfaktor. „Sie geben den Menschen vor Ort Sicherheit“, sagte Löffler. Diese Hilfe werde ehrenamtlich geleistet, werde perfekt organisiert und sei damit ein Gütesiegel. Die Feuerwehr sei fest in der Mitte der Bevölkerung verankert. In seine lobenden Worte schloss er die Arbeitgeber mit ein, die Aktive zu Einsätzen ausrücken lassen. „Ich bin oftmals selbst bei großen Schadenslagen vor Ort, um damit auch meine Solidarität zu bekunden“, sagte der Landrat, der nicht mit Kritik in Richtung Verkehrsteilnehmer sparte, die etwa Absperrmaßnahmen nicht akzeptieren wollen. „Wir müssen uns auf veränderte Einsatzlagen in Verbindung mit Terror, Amok oder Sprengstoff einstellen“, sagte Löffler weiter, um dabei auf die geplante Katastrophenschutzübung in Chamerau hinzuweisen.

Das Wahlergebnis

  • Abstimmung:

    In jeweils geheimer Abstimmung wurden bei der Neuwahl Florian Hierl, Christian Scheuer und Jose Mühlbauer jeweils als stellvertretende Vorsitzende, Norbert Kopp als Schatzmeister und Andreas Lankes als Schriftführer in den Kreisvorstand gewählt.

  • Bestätigung:

    Als Kassenprüfer fungieren Ottmar Handl und Rudi Ried, als Ersatzkassenprüfer Josef Pritzl und Gerhard Breu. Bestätigt wurde auch der Verbandsausschuss. (kht)

„Wir als Gemeinde können nur die Ausrüstung stellen. Wichtig sind aber die Menschen, die uneigennützig zu jeder Tages- und Nachtzeit in Notfällen helfen“, betonte Blaibachs Bürgermeister Wolfgang Eckl. „Ihr seid weit vorne in der Oberpfalz und ein starkes Glied in der Rettungskette“, lobte der stellvertretende Bezirksvorsitzende Anton Högl die Aktiven. Seinen Dank „für die immer gute Zusammenarbeit“ übermittelte Erster Polizeihauptkommissar Alfons Windmaißer seitens der Polizei, aber auch des THW und des BRK. (kht)

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