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Chams oberster Friseur wird 80

Ehren-Friseur-Innungsobermeister und Ehrenkreishandwerksmeister Werner Irnstetter ist ein Kämpfer für das Handwerk.
Von Karl Pfeilschifter

Werner Irnstetter senior, wie ihn viele kennen und wobei er sich wohlfühlt: beim Haareschneiden im Friseursalon Foto: Karl Pfeilschifter
Werner Irnstetter senior, wie ihn viele kennen und wobei er sich wohlfühlt: beim Haareschneiden im Friseursalon Foto: Karl Pfeilschifter

Waffenbrunn.Ein Leben für das Handwerk: So lässt sich der Lebenslauf von Werner Irnstetter überschreiben, der am Mittwoch seinen 80. Geburtstag feiert. Der Friseurmeister und Geschäftsinhaber war fast fünf Jahrzehnte ehrenamtlich für seine Berufskollegen und das ganze Handwerk im Landkreis Cham unterwegs. Sein Einsatz galt vor allem dem Berufsnachwuchs. Nach dem Motto „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“, handelte er die viele Jahrzehnte.

Fragt man ihn, wie dies neben dem gut gehenden Friseursalon zu schaffen war, liegt es Irnstetter besonders am Herzen, zu sagen, dass dies ohne das Mitwirken seiner Familie, vor allem von Ehefrau Irmgard und Sohn Werner, nicht möglich gewesen wäre. Die Notwendigkeit guter Verbandsarbeit auf allen Ebenen erkannte Werner Irnstetter senior bereits als junger Bursche. Schon während seiner Lehrzeit von 1953 bis 1956 besuchte er mit seinem Vater Josef regelmäßig die Versammlungen der Friseurinnung im Kolpinghaus.

Werner Irnstetter Foto: Irnstetter
Werner Irnstetter Foto: Irnstetter

1967 legte Werner Irnstetter die Meisterprüfung im Friseurhandwerk ab. 1968 übernahm er als nebenberuflicher Lehrer an der Chamer Berufsschule die praktische Ausbildung der Friseurlehrlinge, die er über 45 Jahre mit großem Spaß durchführte. Eine der Konsequenzen für sein Engagement war die Wahl zum stellvertretenden Obermeister der Friseurinnung im Jahr 1970. Bereits ein Jahr später wurde er zum Obermeister der Friseurinnung Cham gewählt. Er war damals mit 32 Jahren der jüngste Obermeister einer Innung in Bayern.

Modekolleg als Aushängeschild

Als erste große Herausforderung stand 1973 nach der Gebietsreform der Zusammenschluss mit der Friseurinnung Kötzting an. Wie Irnstetter rückblickend betont, kam damals neuer Schwung in die Arbeit der Friseurinnung. Seit dieser Zeit ist dieses Modekolleg ein Aushängeschild der Innung für ganz Bayern. Durch diese gute Arbeit der Friseur-Innung, die neben dem Landkreis Cham auch die Bereiche Neunburg v. Wald, Nittenau und Bruck betreut, ging die Zahl der Mitgliedsbetriebe bald auf über 100 hoch.

Handwerk

Die Ära Irnstetter endet nach 45 Jahren

Sabine Schneider ist die Nachfolgerin von Werner Irnstetter, der seit 1971 als Obermeister die Friseurinnung Cham prägte.

Seit 1983 gehörte Irnstetter, der auch Vorsitzender der acht Oberpfälzer Friseurinnungen war, dem Landesinnungsverband als Vorstandsmitglied an. 1989 wurde er zum Vize-Landesinnungsmeister gewählt. Seit dieser Zeit war er bis vor kurzem im Berufsbildungsausschuss sowie in der Tarifkommission tätig. Zudem war er seit 1989 Delegierter im Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks.

Neben seinem Wirken als nebenberuflicher Fachlehrer an der Berufsschule gehört er seit 1972 dem Gesellenprüfungsausschuss an. Weit mehr als 1200 neue Friseurgesellen, meist junge Damen, legten bei ihm ihre Prüfung ab. Als Nachfolger von Hans Gietl wurde der Jubilar im Jahr 1992 zum Kreishandwerksmeister gewählt. Als Schwerpunkt seiner Arbeit gab er damals die Betreuung der zwölf Innungen, verstärkte Nachwuchswerbung und die Schaffung neuer Einrichtungen für das Handwerk im Landkreis aus. Mit der Einführung des Balls des Handwerks wollte Irnstetter den Zusammenhalt der Innungen fördern. Dieser Ball war zu einem Höhepunkt des Faschings avanciert, und die alljährliche Ehrung mit dem „Till Eulenspiegel“ wurde jedes Jahr mit Spannung erwartet.

Seit 1993 ist Werner Irnstetter als Mitbegründer stellvertretender Vorsitzender des Aktionskreises Lebens- und Wirtschaftsraum Cham. Ab 1994 war er auch Mitglied der Vollversammlung und des Vorstandes der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz. Der Bau des Berufs- und Technologiezentrum in der Chamer Frühlingstraße trägt mit seine Handschrift.

„Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“

Werner Irnstetter

Dass so viele Ämter, alle mit Leidenschaft, persönlichem Engagement und auch Erfolg ausgeführt, auch Auszeichnungen mit sich bringen, versteht sich von selbst. Werner Irnstetter ist Ehrenkreishandwerksmeister, Ehrenobermeister der Friseurinnung und auch Ehrenmitglied des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks. Ein Amt ist ihm geblieben: Er ist Gewerberat des ostbayerischen Handwerks, einer Vereinigung aus Persönlichkeiten des Handwerks, die sich in ihrer aktiven Zeit im Ehrenamt um das ostbayerische Handwerk und das Gemeinwohl in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Familie hielt ihm den Rücken frei

Neben all diesen ehrenamtlichen Aktivitäten zum Wohle des Handwerks gab und gibt es auch noch eine Privatperson Werner Irnstetter. Dem Trachtenverein Waffenbrunn gehört er jahrzehntelang als aktives Mitglied an. Bei unzähligen Theateraufführungen war er aktiv. Erwähnt sei auch das Fußballspielen bei der Altherrenmannschaft der Spielvereinigung Waffenbrunn/Willmering. Nicht vergessen werden darf aber auch seine Leidenschaft zum Wandern und zum Skifahren, am liebsten in den Bergen Südtirols.

Abschied

Irnstetter und seine 1300 Friseure

Alle Aufzählungen seiner beruflichen und privaten Aktivitäten würden den Rahmen sprengen. Aber eins ist im Jubilar besonders wichtig: „Alles wäre ohne die Unterstützung meiner Familie nicht möglich gewesen!“ Ehefrau Irmgard, Sohn Werner und Tochter Heike mit Familien und Enkel Michael wünschen dem Vater und Opa alles Gute, vor allem viel Zeit mit ihm.

Stationen und Ehrungen

  • Ausbilder:

    1968 übernahm er als nebenberuflicher Lehrer an der Chamer Berufsschule die praktische Ausbildung der Friseurlehrlinge, die er über 45 Jahre mit großem Spaß durchführte. Seit 1972 gehörte er dem Gesellenprüfungsausschuss an. Weit mehr als 1200 Lehrlinge legten bei ihm ihre Prüfung ab.

  • Ehrenamt:

    Eine der Konsequenzen für sein Engagement war die Wahl zum Vize-Obermeister der Friseurinnung 1970. 1971 wurde er zum Obermeister gewählt. Er war damals mit 32 Jahren der jüngste Obermeister einer Innung in Bayern. Verstärkte Nachwuchswerbung war ihm ein besonderes Anliegen.

  • Auszeichnungen:

    Werner Irnstetter hat u. a. die Bundesverdienstkreuz am Bande, das Kreisehrenzeichen in Gold, die Goldene Ehrennadel mit Diamanten des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks und die Goldene Roritzer Medaille der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.

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