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Politik

Chams Stadtrat ist E-Wald zu teuer

Aus für das einstige Prestige-Projekt: Die Stadt kündigt den Vertrag mit Firma E-Wald für die Stromtankstellen.
Von Christoph Klöckner

Nicht einmal ein Nutzer pro Tag wurde zuletzt gezählt. Foto: Jan Woitas/dpa
Nicht einmal ein Nutzer pro Tag wurde zuletzt gezählt. Foto: Jan Woitas/dpa

Cham.Die Gründung des Unternehmens E-Wald GmbH hatte einmal ein großes Ziel: Es sollte bewiesen werden, dass strombetriebene Autos auch im Bayerwald eine gute Möglichkeit für die Straße sind – trotz des Mittelgebirges. Dafür warb man viele Kommunen als Partner, die sich finanziell beteiligten.

Heute ist E-Wald ohne staatliche Beteiligung bundesweit unterwegs und betreibt etwa 1000 Ladepunkte – zwei davon an der Quadfeldmühle. Doch die will die Stadt nicht mehr – oder anders gesagt, die Stadt will nicht mehr für deren Betriebskosten zahlen. Die beiden Ladesäulen wurden mit Fördergeldern für 50.000 Euro dort 2014/15 gebaut. Diese wurden dann bis Ende 2016 von E-Wald kostenlos betreut. Nach dem Ende der staatlichen Beteiligung beim Unternehmen zum 1. Januar 2017 muss die Stadt nun 1500 Euro jährlich für die Aufrechterhaltung der Stationen zahlen. Dieser Vertrag wird nun zum Jahresende auslaufen und nicht verlängert, haben die Stadträte am Donnerstag einstimmig auf Vorschlag der Bürgermeisterin beschlossen. Vor allem die Nutzung dieser Stationen sei für diese Kosten zu gering, befand Bürgermeisterin Karin Bucher. Da gebe es andere Anbieter, die günstiger seien. Zudem gebe es weitere Ladestationen im Stadtgebiet, die nutzbar seien, etwa bei der Wasserwirtschaft oder bei K+B. Nicht einmal ein Nutzer pro Tag wurde zuletzt gezählt – im Dezember tankten dort 26 Autos, im Januar 32, im Februar 9, im März 31 und im April 12.

Haushalt

  • Haushaltsüberschreitungen

    Haushaltsüberschreitungen wie Haushaltsreste und die Jahresrechnung für 2017 hatte der Stadtrat zu verabschieden.

  • Haushaltsreste

    Kämmerer Christian Plötz bemerkte, dass die Haushaltsreste erheblich seien: „Drei Millionen wären ok, aber 5,6 Millionen Euro sind zu viel.“ Viele Rechnungen fehlen einfach noch. Dafür muss er dank guter Einnahmen statt 5,3 nur 1,5 Millionen Euro Kredit aufnehmen.

Auf die Frage von Stadträtin Elisabeth Popp, ob die Ladestationen abgebaut würden, konnte die Verwaltung keine klare Antwort geben. Man wisse es nicht, so Verwaltungschefin Sigrid Stebe-Hoffmann. Doch wenn ja, sei dies nicht klug im Sinne des Unternehmens, befand sie. Schließlich wolle man E-Mobilität vorwärts bringen. Zudem seien die Stationen mit Fördergeldern – auch von den Kommunen – gebaut worden. Somit bleibt ungeklärt, was mit den Laderstationen passiert. Man wisse auch nicht, wem die eigentlich gehören würden, sagte Bürgermeisterin Karin Bucher.

Um Verkehrsangelegenheiten wird es auch beid er nächsten Stadtratssitzung gehen, kündigte Bucher an. Zum einen werden dann die Umfrageergebnisse zu einer neuen Quartiersgarage in der Innenstadt präsentiert. Sowohl 600 Anlieger, wie über 100 Eigentümer wurden zu ihren Wünschen interviewt. Zudem gibt es einen Vortrag über verschiedene, moderne Parkleitsysteme.

Einstimmig votierte der Rat auch für die Einrichtung von zwölf neuen Krippenplätzen im Kindergarten St. Jakob. Der Bedarf sei da, so die Bürgermeisterin – auch wenn nicht alle Stunden im Krippenbereich besetzt seien. Das liege daran, dass hier – anders als beim Kindergarten – eine Förderung nicht an die Stundenzahl gebunden sei und die Eltern selbst entscheiden würden, wie oft sie die Krippe nutzen.

Die zwölf neuen Plätze würden jedenfalls nach Altenmarkt passen und das Stadtgebiet bei diesem Angebot gut abrunden. Die Zustimmung für die Erweiterung des Kindergartens gab es jedoch nur vorbehaltlich, dass die Finanzierung für eventuelle Neu- und Umbauten mit der Stadt abgestimmt wird. Bislang habe die Caritas als Fachbegleitung nicht einmal Schätzkosten dafür nennen können, so Bucher. Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass die Stadt frei entscheiden könne, wie sie notwendige Um- oder Anbauten fördern wolle.

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