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Geheimtipp

Chams versteckter Feinkost-Basar

Plätzchenformen, Fondant oder Retro-Milchkannen: Die Firma Hamperl in Janahof ist eine Schatzkiste für den Küchenbedarf.
Von Claudia Peinelt

Spezialistinnen für kleine Haushalte, aber auch Großküchen: Irmgard Meier (l.) und Birgit Wirth in ihrem Geschäft in der BergfeldstraßeFoto: Peinelt
Spezialistinnen für kleine Haushalte, aber auch Großküchen: Irmgard Meier (l.) und Birgit Wirth in ihrem Geschäft in der BergfeldstraßeFoto: Peinelt

Cham.Ein Mann steht am Tresen und verlangt einen Presssack-Darm. Irmgard Maier weiß genau, in welches Regal sie greifen muss und hat auch schon genau den passenden Kunststoffdarm für den Kunden parat. Irmgard Meier und Birgit Wirth betreiben seit 2006 die Firma Hamperl in der Bergfeldstraße 11. Die beiden Frauen sind Schwestern und führen den Betrieb ihrer Eltern Ernst und Helga Hamperl weiter. Und das Geschäft ist tatsächlich eine Fundgrube.

Angefangen hat alles im Jahr 1967 in der Schulstraße 8, dem Haus neben dem Kloster der Armen Schulschwestern. Der Lebensgefährte von Ernst Hamperls Schwiegermutter hatte damals einen kleinen Spirituosenladen betrieben. Wein und Schnaps waren in dem kleinen Lager dort vorrätig gewesen. Max Althammer hatte damals die verschiedenen Gaststätten im Landkreis abgefahren und seine Spirituosen auch in kleinen Mengen verkauft.

Naturdarm für den Presssack

Fondant: Helga Hamperl zeigt, was man mit Fondant alles an und auf Torten zaubern kann. Wer es nicht ganz so süß mag, der kann auch auf Schoko-Modelliermasse zurückgreifen. Tipps dazu gibt es im Geschäft von Irmgard Meier und Birgit Wirth. Foto: Peinelt
Fondant: Helga Hamperl zeigt, was man mit Fondant alles an und auf Torten zaubern kann. Wer es nicht ganz so süß mag, der kann auch auf Schoko-Modelliermasse zurückgreifen. Tipps dazu gibt es im Geschäft von Irmgard Meier und Birgit Wirth. Foto: Peinelt

Damals waren oft Gasthaus und Metzgerei eins gewesen. So hatte Althammer immer öfter mitgekriegt, dass es den Metzgern an Gewürzen, Kunst- und Naturdärmen fehlte. Ernst Hamperl nahm dies zum Anlass und stockte das Angebot in der Schulstraße langsam damit auf. 1997 zogen die Hamperls in die Bergfeldstraße um, weil der Platz in der Chamer Innenstadt zu klein geworden und die Belieferung der Gastronomien und Metzgereien immer mehr geworden war.

„Zwischenzeitlich ist es ja so geworden, dass die Metzgereien, die selber schlachten, immer weniger werden und sogar am Aussterben sind“, erklärt Irmgard Meier. Die Gastronomen, die früher sehr viel bei den Hamperls gekauft haben, seien aufs Internet umgestiegen. Darum haben sich die beiden Schwestern unter anderem auf Gewürze, Koch- und Backartikel in solch einer Vielfalt spezialisiert, dass man weitum suchen muss, um solch ein Angebot zu finden.

Email: Früher nannte man es das Material der Könige. Heute ist das Email wieder sehr im Kommen. Die Milchkanne werden gerne zum Abholen der Milch an der Milchtanke verwenden. Milch kann darin einige Zeit aufbewahrt werden. Außerdem kann das Material gut gereinigt werden. Foto: Peinelt
Email: Früher nannte man es das Material der Könige. Heute ist das Email wieder sehr im Kommen. Die Milchkanne werden gerne zum Abholen der Milch an der Milchtanke verwenden. Milch kann darin einige Zeit aufbewahrt werden. Außerdem kann das Material gut gereinigt werden. Foto: Peinelt

Gerade kommt eine Kundin in den Laden, die auf der Suche nach Curry ist. Meier empfiehlt den indischen Curry. „Dieser Curry ist durch seine Farbe, weil Curcuma dabei ist, und seinem milden Geschmack für die komplette Küche zu verwenden.“ Die beiden Ladenbesitzerinnen erklären, dass sie ganz viele ihrer Gewürze, Geräte und vieles aus ihrem Angebot selbst ausprobiert haben. „Das macht es uns leichter, unsere Kunden zu beraten und auch Tipps und Ratschläge zu geben“, erklärt Birigt Wirth.

Essen

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In ihrem Geschäft sind an die 4000 Plätzchenformen zu finden, aber auch die altbewährte Email-Milchkanne steht hier im Regal. Email ist ein Material, das wieder sehr im Kommen ist, aber auch Silikonuntersetzer in Regenbogenfarben und den schon in Vergessenheit geratenen Stopfpilz gibt es.

Nähen: Der Stopfpilz wird auch von jungen Frauen gekauft. Weil wieder sehr viel gestrickt wird, besonders Socken, wird auch wieder mehr gestopft. Wolle ist teuer und Stricken sehr aufwendig. Daher leistet der Stopfpilz wieder sehr gute Dienste. Foto: Peinelt
Nähen: Der Stopfpilz wird auch von jungen Frauen gekauft. Weil wieder sehr viel gestrickt wird, besonders Socken, wird auch wieder mehr gestopft. Wolle ist teuer und Stricken sehr aufwendig. Daher leistet der Stopfpilz wieder sehr gute Dienste. Foto: Peinelt

Wer auf der Suche nach Altbewährtem in verbesserter Qualität ist, ist in der Bergfeldstraße richtig. Dass es in diesem Laden ganz besonders duftet, kann man wohl auf die über 80 reinen Gewürze zurückführen. Diese werden zum Teil ganz frisch abgepackt, und das schon ab 25 Gramm. Aber auch viele Spezialmischungen ohne Geschmacksverstärker oder ohne Salz stehen hier zur Auswahl. Die beiden Besitzerinnen sind auch Spezialistinnen, wenn es um die Küche geht. Für die kleine Imbissbude oder für die Großküche bieten die sympathischen Frauen Herde, Grillherde, Fritteusen, Edelstahlmöbel, Abzugshauben, Geschirr- und Gläserspülmaschinen in allen Größen und Variationen an.

Von den Produkten überzeugt

Geräte: Die verschiedensten Geräte für die Großküche oder den Imbiss, aber auch für den kleinen Haushalt werden im Geschäft in der Bergfeldstraße 11 angeboten. Vieles davon haben die beiden Frauen auch schon selbst ausprobiert. Und sie haben auch Gebrauchtgeräte vorrätig. Foto: Peinelt
Geräte: Die verschiedensten Geräte für die Großküche oder den Imbiss, aber auch für den kleinen Haushalt werden im Geschäft in der Bergfeldstraße 11 angeboten. Vieles davon haben die beiden Frauen auch schon selbst ausprobiert. Und sie haben auch Gebrauchtgeräte vorrätig. Foto: Peinelt

Irmgard und Birigt sind von ihren Produkten überzeugt – und schon ganz heiß auf die Frühjahrsmesse „Ambiente“ in Frankfurt. „Messen sind sehr gefährlich für uns. Wir bringen da immer Dinge mit nach Hause, die wir eigentlich gar nicht wollten“, erzählen beide und lachen. Sie haben festgestellt, dass die Kunden trotz Internethandels doch „das Feeling haben wollen, das Produkt in den Händen zu halten, bevor sie es kaufen“. Der Holzkochlöffel werde ebenso gerne gekauft wie der Pinsel aus Kunststoff.

Bevor eine der Frauen ihren Kunden ein Fondant-Produkt für die neueste Torte verkauft, erklären sie ihnen, was der Unterschied zwischen Zuckerfondant und Modellierschokolade ist. Und da entdeckt die Reporterin die weiß-blauen Emailschüsseln und verliebt sich doch tatsächlich in diese.

„Früher war Email das Material der Könige“, weiß Irmgard. Und die Reporterin weiß, dass dieses Material der Könige demnächst in ihrer Küche auf dem Tisch stehen wird. Mit Freude berichten Irmgard und Birgit, dass viele Kunden immer wieder kommen, sich bei ihnen für Ratschläge bedanken– und so grüßen: „Brotgewürz geschrotet, Liebstöckel gerebelt und Koriander gemahlen aus den Regalen eines ganz besonderen Geschäfts“.

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