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Justiz

Chefarzt wehrt sich gegen Kündigung

Keine Einigung vor Gericht: Die Fronten zwischen dem Kläger und den Sana Kliniken des Landkreises Cham sind verhärtet.
Von Bastian Schreiner

Da es am Freitag zu keiner Lösung kam, treffen sich beide Parteien im September erneut vor Gericht. Foto: David Ebener/dpa
Da es am Freitag zu keiner Lösung kam, treffen sich beide Parteien im September erneut vor Gericht. Foto: David Ebener/dpa

Cham.Der Prozess zwischen einem Chefarzt und den Sana Kliniken des Landkreises Cham geht weiter, da die Güteverhandlung am Freitagvormittag gescheitert ist. Der Mediziner wehrt sich gegen eine Kündigung und fordert eine Abfindung in Höhe eines Jahresgehalts. Wie der Rechtsanwalt des Konzerns vor dem Arbeitsgericht Weiden, das in Cham getagt hat, mitteilte, könne man sich ein Abfindungspaket vorstellen, die Summe sei jedoch viel zu hoch. Sana hat dem Chefarzt am 28. März mit Wirkung zum 30. September betriebsbedingt gekündigt. Der Mediziner ist freigestellt worden.

Fallzahlen sind rückläufig

Der Vertreter des Konzerns sagte, dass es sich dabei um eine unternehmerische Entscheidung handle, da die Fachabteilungen neu strukturiert werden. Grund: Die Fallzahlen in dem vom Kläger geleiteten Bereich sind rückläufig. Die Abteilung werde nur noch mit neun Wochenstunden besetzt, so dass man nicht mehr von einer Vollzeitbeschäftigung sprechen könne. Folge: Der Arbeitsplatz ist zum 1. April entfallen. Diese Aufgabe habe inzwischen ein anderer Arzt übernommen. Laut Rechtsvertreter haben die Sana Kliniken des Landkreises Cham keine andere Beschäftigungsmöglichkeit für den Kläger.

Wie der Rechtsanwalt des Arztes sagte, sei der Dienstvertrag seines Mandanten innerhalb eines kurzen Zeitraums bereits dreimal verändert worden. Dass man nicht mehr Patienten für die Abteilung gewinnen konnte, sei nicht die Schuld des Mediziners gewesen. Dieser sei breit aufgestellt. Angesichts des Ärztemangels gebe es nach Meinung des Anwalts bestimmt offene Stellen im Haus. Die Klägerseite hätte daher lieber eine Änderungs- anstelle einer Beendigungskündigung gesehen. Der Kläger pocht auf eine Verlängerung der Kündigungsfrist von 30. September auf 31. Dezember 2019. Ferner schulde Sana dem Arzt 29000 Euro Gehalt aus dem Jahr 2018. Unstrittig sei, dass dem Arzt eine Garantie-Vergütung in Höhe von 240000 Euro jährlich zugesagt worden sei.

Die Abfindungs-Frage

Aufgrund der Arbeitsmarktlage sei die geforderte Abfindung überzogen, meinte der Konzern-Vertreter und bezeichnete das Sana-Angebot von 120 000 Euro als fair. Andere offene Stellen im Haus seien ihm nicht bekannt. Da sich die Parteien am Freitag nicht einigen konnten, schlug Richter Veit Zitzmann einen Fortsetzungstermin am 25. September vor.

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