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Gastronomie

City Hotel übernimmt das Gasthaus Brantl

Das Gebäude an der Rodinger Schulstraße 1 wird modernisiert. An der Grundausrichtung wird nicht gerüttelt. Die Vereine sollen ihre Heimstatt behalten.
Von Rupert Schlecht

  • Dem Hotelgasthof Brantl steht in diesem Jahr eine Modernisierung vor. Diese soll aber keinesfalls dessen „ursprüngliches Gesicht“ vollkommen verändern. Fotos: R. Schlecht
  • Freuen sich auf die Zukunft des Hotelgasthofs Brantls (v. l.): Kurt Muhr (Küchenchef, City Hotel), Christian Albrecht (Geschäftsführer, City Hotel) und Jupp Brantl, der Bruder der bisherigen Besitzerin Edith Brantl

Roding.In der Rodinger Gerüchteküche war das Thema bereits seit geraumer Zeit am Köcheln. Nun gedeiht aus dem Munkeln die offizielle Nachricht: Das City Hotel übernimmt zum 1. April den Hotelgasthof Brantl. Darüber geben Geschäftsführer Christian Albrecht und Küchenchef Kurt Muhr vom City Hotel sowie Jupp Brantl für die Familie Brantl Auskunft. Der Betrieb im Traditionshaus, dessen Fortbestand durchaus in der Schwebe war, soll nach der Modernisierung quasi wie gewohnt weiterlaufen.

„Momentan“, sagt Albrecht, „sind wir aber noch in der Findungsphase.“ Heißt: Das City Hotel wolle für den Hotelgasthof Brantl, an dessen Bezeichnung nicht gerüttelt werde, mit einem Architekten ein Konzept erarbeiten. Dieses soll unter anderem die Renovierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes berücksichtigen.

Keine bauliche Revolution

Die Sorge, Hotel und Gasthaus seien nach den Arbeiten nicht mehr wiederzuerkennen, erachtet Albrecht als unbegründet. Zimmer und Küche sollen Rodingern und ihren Gästen in etwa so erhalten bleiben, wie sie es seit Jahrzehnten gewohnt sind. Eine komplett neuartige Fassade etwa, sagt Albrecht, werde sicher nicht aufgezogen. Dazu lässt Küchenchef Kurt Muhr durchblicken, dass den Besuchern auch künftig Gerichte nach bayerischer Machart munden werden.

Eigentlicher Grund aus Warte des City Hotels, den Hotelgasthof Brantl zu kaufen, seien dessen 31 Zimmer. Ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten, also Kapazität, bereitzustellen, sei dem schon allein der vielen Tagungsgäste wegen bestens (aus)gebuchten City Hotel ein Anliegen.

Albrecht nennt als Beispiel den Hotelgasthof Blümelhuber, der ebenso zum City Hotel gehört. Gäste, die dort einchecken und nächtigen, seien selbstverständlich auch im City Hotel willkommen – etwa zum Frühstück, in Sachen Wellness oder zu Tanzveranstaltungen. Die „Interaktion“ einzelner unter dem Dach des City Hotels „logierender“ Häuser (und Gäste) sieht Albrecht als eine der Stärken des City Hotels an. Ein weiteres Standbein dieser Hotelphilosophie werde nun mit dem Hotelgasthof Brantl hinzugewonnen, der wie das City Hotel an der Schulstraße liegt.

Weiterhin Heimat für die Vereine

Jupp Brantl verweist auf Gerüchte, die seit geraumer Zeit in Roding die Runde machten. Die bange Frage dabei: Wie soll einmal die Nachfolge des Hotelgasthofs  geregelt werden?  Eine Frage, mit der sich auch Vereine, etwa die Schützen, auseinandersetzten. Brantl, Albrecht und Muhr versichern, mit den Vereinen völlig offen zu kommunizieren. Die gute Nachricht: Auch künftig soll und werde der Hotelgasthof Brantl Heimat für die Vereine, sprich die Rodinger Bevölkerung bleiben. Über den Stand der vielleicht schon im Sommer vollzogenen Modernisierung würden die Vereine auf dem Laufenden gehalten. Während der Bauarbeiten könne zum Beispiel ins Gasthaus Blümelhuber ausgewichen werden, sagt Albrecht.

Im übrigen, sagt Brantl, sei die erste Kontaktaufnahme mit Unternehmer Josef Mühlbauer von der Mühlbauer Group (der Rodinger steht wie bekannt hinter dem City Hotel) „erst Mitte Oktober 2013“ geschehen. Da sich beide lange kennen, sei Mühlbauers Signal, sich des Hauses Brantl anzunehmen, im Gespräch rasch laut geworden. „Und“, sagt Brantl, „sein Signal ist bei mir auch angekommen.“

Blick in die Geschichte des Hauses

„Es reicht in sagenhafte Zeiten zurück, das Löwenwirtshaus am Oberen Markt 10, frühere Hausnummer 100“. Das schreibt Peter Reidl in seinem Büchlein mit dem Titel „Als jedes sechste Haus ein Wirtshaus war“. Damals war der Eingang noch vom Oberen Markt her. 1727 wird von einem „Gastwirt mit Sechserrecht“ namens Johann Kürschner berichtet – und 1737 übernahm ein Gabriel Schwab das Anwesen.

„Realer Tavernwirt und Senator“

Mit dem 1784 geborenen Michael Schwab, „realer Tavernwirt und Senator“, ist erstmals vom „Löwenwirtsanwesen“ die Rede. Diese Familie war lange Jahre auf dem Anwesen, bis Regina Schwab einen Michael Brandl heiratete, der Name wandelte sich zu Brantl. Dessen Sohn Josef, geboren 1888, verheiratet seit 1912 mit einer Katharina, geborene Jakob, löste sich aus der Kommunbraugesellschaft und baute 1954 seine eigene Braustatt mit Sudhaus an der Regensburger Straße. Er war von 1933 bis 1937 und von 1948 bis 1963 ehrenamtlicher Bürgermeister von Roding. Sohn Sepp Brantl baute Brauerei und Vertrieb aus und war ehrenamtlicher Feuerwehrkommandant und Wirt.

Altes Wirtshaus 1980 abgerissen

1980 wurde im Rahmen der Stadtsanierung das alte Wirtshaus am Oberen Markt niedergerissen und neu aufgebaut. In ihm war bis vor kurzem das „Grammophon“. Über dem Schützenheim wurde ein Saal errichtet und zur Schulstraße hin ein stattlicher Hotelgasthof neu erbaut. Aus Sicht Edith Brantls ist der Schritt, den Gesamtkomplex zu veräußern, durchaus verständlich. „Die Wirtshäuser werden immer weniger und auch die Gäste“, sagt sie im Echo-Gespräch. Früher sei der Stammtisch voll gewesen und die Gäste seien nach den Vereinsveranstaltungen noch sitzen geblieben, heute gehe jeder gleich nach Hause. Das Rauchverbot habe sich natürlich auch ausgewirkt, viele seien auch deswegen ausgeblieben.

Schlusspunkt bei der Josefi-Feier

Das City Hotel sei vor allem an den Zimmern interessiert gewesen, so Edith Brantl. Erworben wurde jedoch der gesamte Komplex einschließlich Grammophon und Schützenheim sowie den Anlagen der SG 1670 Roding. „Die können bleiben“, betont die bisherige Besitzerin, die zusammen mit ihrer Mutter eine Wohnung oberhalb des ehemaligen Grammophon beziehen wird. Auch das wird im übrigen Mitte März seine Pforten schließen.

Endgültig Schluss mit dem Brantl-Wirtshaus in der jetzigen Form ist bezeichnenderweise mit der Josefi-Feier am 19. März, ist doch der Name „Josef“ seit quasi über ein Jahrhundert „auf dem Haus“. Danach wird umgebaut und es wird wohl auch nicht ohne zusätzliche Auflagen gehen.

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