MyMz
Anzeige

Musik

Copperfield ist zurück in Deutschland

Aus Nashville bringt der Treffelsteiner sein neues Album mit. Dort hat er auch die Schattenseiten der Musikbranche erlebt.
Von Magdalena Hechtel

In Regensburg lebte der gebürtige Treffelsteiner, bevor er auf seine Ranch umzog. Foto: Hechtel
In Regensburg lebte der gebürtige Treffelsteiner, bevor er auf seine Ranch umzog. Foto: Hechtel

Landkreis.Die Zeit in Nashville ist vorbei. Seit vergangenem Donnerstag ist der Treffelsteiner Musiker Tilo Copperfield wieder zurück in Deutschland. Rund zwei Wochen verbrachte er in der Hauptstadt des US-Bundesstaats Tennessee, dem Zentrum der amerikanischen Musikindustrie. Copperfield hat dort ein Album produziert und sich damit einen großen Traum erfüllt.

In den Honky-Tonky-Bars wird teils über zwölf Stunden hinweg Livemusik gespielt. Foto: Copperfield
In den Honky-Tonky-Bars wird teils über zwölf Stunden hinweg Livemusik gespielt. Foto: Copperfield

Auch fünf Tage nach seiner Rückkehr leuchtet das Gesicht des Musikers, wenn er an seine Zeit in den USA denkt. „Das Album ist ganz anders geworden, als ich mir es gedacht habe“, erzählt er. „Viel besser“. Sieben selbst geschriebene Songs hat Copperfield aufgenommen. Caleb Sherman, ein befreundeter Musikproduzent hat ihm dafür sein Studio zur Verfügung gestellt und Musiker organisiert. Auf der neuen Platte zu hören ist neben dem Sänger Copperfield und Sherman am Klavier der Bassgitarrist Brandon Roberts.

„Accept“-Schlagzeuger war Teil der Band

Am Schlagzeug sitzt Christopher Williams, Mitglied der Heavy-Metal-Band Accept. „Er spielt bei riesigen Festivals auf der Mainstage und ist nun auf meinem Album mit drauf“, sagt Copperfield. Die Begeisterung in seiner Stimme ist nicht zu überhören. Drei Tage haben die Musiker im Studio verbracht – ein vergleichsweise kurzer Zeitraum für eine Albumproduktion. Doch Copperfield wollte das so. „Wenn alles glatt klingen soll, dann ist eine andere Herangehensweise sicher besser“, sagt er. Aber ihm ist Emotion in seiner Musik wichtiger. „Die Aufregung, wenn alle Künstler in einem Raum live einspielen, hört man der Musik an. Diese Spannung würde man mit ständigen Unterbrechungen und Korrekturen tot spielen.“

Reiseblog

Copperfields letzter Tag in Nashville

Der Musiker hat sein Album fertiggestellt. Vor seiner Heimreise besuchte er noch typische Orte der Music City.

Caleb Sherman, Brandon Roberts und Christopher Williams unterstützten Copperfield bei der Albumproduktion. Foto: Copperfield
Caleb Sherman, Brandon Roberts und Christopher Williams unterstützten Copperfield bei der Albumproduktion. Foto: Copperfield

Für Copperfield war seine kleine Nashville-Band ein großes Glück. Die Musiker hätten im Studio die Noten überflogen, das Stück kurz angespielt und danach bereits im Kopf gehabt, wie sie welche Stelle spielen wollten.

Doch selbst für talentierte Musiker ist der Weg in Nashville steinig. Das hat Copperfield bei seinen Gesprächen mit einheimischen Künstlern erfahren. „Von 100 Leuten, die nach Nashville kommen, verlassen wahrscheinlich 80 die Stadt wieder“, sagt er.

Wer dennoch sein Glück versucht, hält sich als Fahrer für den Taxidienst über Wasser oder vermietet Zimmer der eigenen Wohnung. Denn die Arbeitszeiten des Musikbusiness sind hart. Um elf Uhr öffnen die ersten der sogenannten „Honky-Tonk-Bars“, in denen ausschließlich Livemusik gespielt wird. Vor zwei Uhr morgens haben die Musiker selten Feierabend. „Musik am Fließband“ nennt Copperfield das. „Dadurch lässt sich natürlich Geld verdienen, aber es kann eben auch der Spaß an der Musik verloren gehen.“

„Kulturschock“ ist nicht ausgeblieben

Copperfield hat eine Leidenshaft für Gitarren, besonders für ältere Modelle. Foto: Copperfield
Copperfield hat eine Leidenshaft für Gitarren, besonders für ältere Modelle. Foto: Copperfield

Obwohl er schon öfters in den USA war, hat Copperfield auch bei dieser Reise den ein oder anderen „Kulturschock“ erlebt. Zwar sei es durch Uber viel leichter, von A nach B zu kommen. Auch über AirBnb ein Zimmer zu mieten, geht vergleichsweise einfach. Aber vor Ort konnte Copperfield die vielen Obdachlosen kaum übersehen. „In den USA fällt man einfach sehr schnell durch das soziale Netz“, sagt er.

Copperfields Nashville-Erlebnisse

  • Musikstudio:

    In den Ocean Way Studios erhielt Copperfield eine private Führung. Viele seiner Lieblingsalben wurden in dem Gebäude, das früher eine Kirche war, aufgenommen. Während Copperfield die Räume besichtigte, nahm Bon Jovi nebenan ein neues Album auf.

  • Bars:

    Die Honky-Tonky-Bars sind eine Besonderheit der US-Südstaaten. In ihnen wird ausschließlich Livemusik gespielt. Unter den Musikern sind durchaus prominente Gesichter. Copperfield erlebte etwa einen Gitarristen der Band Whitesnake hautnah auf der Bühne.

  • Gitarren:

    Der Produzent von Copperfields Album, Caleb Sherman besitzt eine große Sammlung an Gitarren, die teilweise über 50 Jahre alt sind. „Solche Vintage-Gitarren spielen zu dürfen, ist eine große Ehre“, sagt Copperfield. Die Akustik der Instrumente sei unglaublich.

  • Band:

    Gemeinsam mit Caleb Sherman, Brandon Roberts und Christopher Williams nahm Copperfield sein Album auf. „Die Chemie zwischen uns hat so gut gepasst“, sagt er. Die entstandenen Aufnahmen würden ihn für immer an die Zeit im Studio erinnern.

Daneben hat Copperfield der sorglose Umgang mit Waffen schockiert. Er holt sein Handy heraus und deutet auf ein Foto. Es zeigt dutzende Waffen, die an einer Wand befestigt zum Verkauf angeboten werden. „Das war in einem Laden für Anglerbedarf, in einem ganz normalen Einkaufszentrum“, sagt er.

In den Ocean Way Studios erhielt Copperfield ausnahmsweise eine private Führung. Foto: Copperfield
In den Ocean Way Studios erhielt Copperfield ausnahmsweise eine private Führung. Foto: Copperfield

Für seine Entwicklung als Künstler war die Zeit in Nashville bereichernd. Copperfield hat nun die Gewissheit, dass seine von den USA inspirierte Musik auch in ihrem Mutterland ankommt. Das hätten ihm viele in Nashville ansässige Musiker versichert. „Das Album war eine Herausforderung, aber es hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben“, sagt Copperfield. Einen Titel für sein neuestes Werk hat er schon: „Crank it up in Nashville“, zu deutsch „Dreh es auf in Nashville“, soll die Platte heißen. Erscheinen wird sie noch in diesem Jahr. Zu dem Namen inspiriert hat den Musiker das Wlan-Passwort seines Gastgebers Caleb Sherman. „Das muss er jetzt wohl ändern“, sagt Copperfield und lacht.

Verfolgen Sie T.G. Copperfields Reise nach Nashville hier.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht