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Satire

Corona-Virus: Der Meier sorgt jetzt vor

Die Hamsterkäufe zeigen, es wird ernst. Sogar das Klopapier ist schon ausverkauft. Da kommt ein Kolumnist ins Nachdenken.
Von Matthias Meier

Und plötzlich sind wegen des Corona-Virus die Regale im Supermarkt leer. Da macht sich der Meier Gedanken. . Foto: Gao Jing/XinHua/dpa
Und plötzlich sind wegen des Corona-Virus die Regale im Supermarkt leer. Da macht sich der Meier Gedanken. . Foto: Gao Jing/XinHua/dpa

Runding.Wenn am Aschermittwoch das Aschenkreuz auf die Stirn kommt, erfährt man nicht nur eine katholische Zwangserdung, sondern auch eine unglaubliche Erleichterung. Das Aschenkreuz ist für mich immer das symbolische Zeichen, dass die fünfte und somit für mich persönlich schlimmste Jahreszeit ein Ende hat – der Fasching. Ich bin ja wirklich keine Spaßbremse, jedoch habe ich ein paar traumatische Kindheitserinnerungen an das vermeintlich lustige Narrentreiben. Mir wurde nämlich ab meinem zehnten Lebensjahr ein fester Arbeitsplatz zugewiesen.

Ort der Dienststätte war Runding. Mein Arbeitsplatz war jeden Faschingsdienstag der gleiche, und zwar war das ein ungesicherter Wirtshausstuhl auf einem Sauanhänger, angespannt an einem alten Hanomag Bulldog mit kaputter Kupplung, gelenkt knapp unter dem Gefrierpunkt von einem etwas zwangslustigen Feuerwehrmann. Da bekanntlich beim Faschingsumzug nicht nur die Profis, sondern auch die Amateure saufen, war es im Nachhinein keine gute Idee, die Trompete zum Munde zu führen. Kurzum gesagt wäre ich an den Faschingsdienstagsumzügen anstatt auf dem besagtem Faschingswagen auf einem Esel trompetespielend geritten, wären bestimmt nur die Hälfte der Zähne von den Erschütterungen locker geworden. Ich hatte jedes Jahr eine enorme „Zähnsucht“ nach dem Fasching.

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Gefahr von „Bixlfisch´“ und Fertigravioli

Auch heuer kam er dann endlich, der lang ersehnte Aschermittwoch, und ich wollte gleich meinen Haushalt auf katholischen Fastenmodus umstellen. Aber siehe da, kaum sagen die Politiker, man soll schauen, dass man wegen des Corona-Virus für vier Wochen was zu essen daheim hat, haut es den Leuten reihenweise den Keilriemen vom Getriebe runter. Die ganzen „Bixlfisch´“ und Fertigravioli in den Supermärkten sind ausverkauft.

Mal ehrlich, so was frisst doch der Bayer normalerweise niemals und anscheinend weiss er das auch, da er davon ausgeht, dass es ihn aufgrund dieser „Hamstereinkäufe“ dermaßen durchräumen wird. Und was macht dann der Bayer? Er kauft so viel Klopapier, wie er nur kriegen kann. Eines der größten Ängste der heutigen Zeit ist scheinbar nicht, dass radikalisierte Parteien ganze Bundesländer aus reiner Provokation und Trotz regierungsunfähig machen, sondern, dass auf gut Bayrisch „s Scheißpapier“ ausgeht. Frei nach dem Motto: „Hast scho gehört, der Erdogan instrumentalisiert und benutzt wehrlose, vom Schicksal geprägte Menschen als kriegsführendes Machtinstrument“. Die Antwort des Deutschen ist anscheinend: „Ja mei, solang ma no a Klopapier ham...“

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Der Meier macht Hamsterkäufe

Dass es mit dem Corona Virus langsam ernst wird, habe ich erst so richtig registriert, als ich bemerkte, dass nicht nur das Klopapier, sondern auch schon im Baumarkt das Schleifpapier bis zur Körnung 120 ausverkauft war. Dann fing ich auch an mit den Hamsterkäufen. Aber einen Hamster essen wir daheim nicht. Erstens, weil wir so tierlieb sind und keiner von unserer Familie einen Hamster schlachten könnte, und zweitens, weil ja das Hamsterfleisch bekanntlich so zach ist, dass man damit einen Hund aus seiner Hütte herausziehen kann. Ich persönlich habe für mich jetzt auch vorgesorgt – und zwar vegetarisch. Ich habe mir für die nächsten vier Wochen acht Kisten Augustiner heimgerichtet.

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Aber was ich bezüglich der leeren Supermarktregale feststellen konnte, ist die Tatsache, dass der Bayer an seinen Prinzipien festhält. Das war in der Müsliabteilung: Sämtliche Müslisorten waren restlos ausverkauft – außer die vom „Seiddenbacher“ – weil das mag der Waidler anscheinend nicht mal in der größten Not.

Bleibts alle g’sund und bis bald, Euer Meier

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