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Coronaprotest und viele Biker

Massive Polizeipräsenz auf dem Volksfestplatz in Cham bei Demo von Coronaskeptikern und Gegendemo gegen Rechtsextremismus.
Von Martin Hladik

  • Die Anwesenheit vieler Motorradfahrer zeigte, dass das Thema Sonntagsfahrverbot für Motorräder auf besonderes Interesse stieß. Foto: Hladik Foto: Martin Hladik
  • Die Gegendemonstranten wandten sich gegen eine Unterwanderung des Coronaprotestes durch rechte Gruppierungen.Foto: Hladik Foto: Martin Hladik

Cham.Auf der einen Seite des Volksfestplatzes Biker und Corona-Skeptiker, auf der anderen Seite Gegendemonstranten vom Bündnis für Toleranz und Grundrechte, die sich gegen eine „Vereinnahmung durch rechts“ stark machten. Auf der dritten Seite die Polizei, die mit mindestens acht Bussen des Regensburger Einsatzzuges und mehreren Streifen der Chamer Polizei Präsenz zeigte. Eine explosive Mischung könnte man meinen. Tatsächlich blieb die eineinhalbstündige Veranstaltung auf allen Seiten vollkommen friedlich.

Veranstaltung

Kundgebung: Mut zur Wahrheit bei Corona

An eine Grundrechte-Demo hängten sich am Sonntagnachmittag in Cham Motorradfans, die gegen Fahrverbote am Wochenende sind.

Der augenfälligste Unterschied: Auf der Seite der Biker und Coronaskeptiker trug praktisch niemand einen Mundschutz. Auf der Seite der Gegenkundgebung praktisch jeder.

Reaktionen

Kritik an Corona-Demo in Cham

Der Verweis einer Rednerin auf die „Weiße Rose“ stößt Kritikern auf. Sie fürchten eine Vereinnahmung durch rechte Kräfte.

Um eine Frage gleich vorab zu klären. Eine von Neonazis gesteuerte Demo war die der Impfskeptiker und Biker nicht. Im Gegenteil, fast alle Redner distanzierten sich in ihren Beiträgen von rechtem und linken Extremismus. Das sieht auch der anwesende Rechtsextremismus-Experte Jan Nowak so. Diese sei keine rechte Veranstaltung. Es seien aber durchaus Vertreter rechtsextremer Gruppierungen unter den Besuchern gewesen.

Ein Wort auch zu den Bikern, die an dieser Veranstaltung teilnahmen. Die Durchschnitts-Motorradfahrer waren dies auch nicht. Mit wenigen Ausnahmen, das zeigten die rund 60 mitten auf dem Platz aufgestellten Motorräder, handelte es sich dabei um Fahrer von Harley-Davidson-Maschinen. Viele von ihnen zeigten sich auch mit Abzeichen von Motorradclubs.

Roding

„Freiheit statt Angst!“ – dritte Demo am Esper in Roding

Zur dritten Kundgebung hat die Rodinger Gruppe der Bürgerbewegung „IBAM“ (Ich bin anderer Meinung) am Sonntagnachmittag am Esper aufgerufen.

Für den Außenstehenden haben die Themen erst einmal nichts miteinander zu tun: Corona-Skeptiker, Gegner eines Motorradfahrverbotes am Wochenende und Impfgegner riefen am Pfingstmontagnachmittag zu der Demo auf dem Volksfestplatz auf. Für die Veranstalterin Irmgard Maier aus Traitsching hat alles dennoch miteinander zu tun. In ihrer Begrüßungsrede sagte sie: Nach und nach würde „alles verboten, was Spaß macht“. Der „Deckmantel“ dafür sei Corona. Rund 200 Teilnehmer interessierten sich für dieses Thema und gruppierten sich dazu auf der Seite des Landratsamtes. Auffällig bei den Rednern dieser Seite war, dass zwei Rednerinnen nicht mit vollem Namen genannt werden wollten und sich nur mit dem Vornamen vorstellten. Sandro Lohmer war nach Maier der zweite Redner. Der Student bezeichnete sich als „einfacher Bürger aus der Mitte der Gesellschaft“. Er sieht eine „Meinungsdiktatur“, weil Menschen mit anderer Meinung als „Spinner und Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet wurden. Christina nannte sich die dritte Rednerin. Sie bezweifelte anhand der Zahlen der positiv auf Corona Getesteten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung die Ansteckungsgefahr. Zudem sprach sie sich wegen der Nebenwirkungen gegen eine Impfpflicht aus. Das war auch die Kernthese der letzten Rednerin Denise. Während Reinhard Schießl zuvor deutlich machte, dass die Ängste der Bevölkerung eine Berechtigung hätten.

Aufseiten der rund 40 Gegendemonstranten waren die Namen der Redner dagegen kein Geheimnis. Claudia Zimmermann, Marian Janka, Franz Bauer, Christian Oberthür, Leo Knabe und Sabine Ebert sprachen. Der Tenor ihrer Reden war, dass sich die Kritik an Coronamaßnahmen nicht von Rechtsextremisten vereinnahmen lassen sollte. Ganz bewusst, so Oberthür, habe man wegen der Ansteckungsgefahr nur eine kleine Gruppe organisiert. Oberthür: „Es wäre total bitter. wenn von so einer Veranstaltung eine Coronaansteckung ausginge.“

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