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Pandemie

Coronavirus verändert Gebetskultur

Gottesdienste in Furth im Wald finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Kirchen sind zum persönlichen Gebet offen.
Johann Gruber

Nur unterstützt von Mesner Hans Hoch zelebrierte Pfarrer Karl-Heinz Seidl in Ränkam erstmals eine Vorabendmesse zum Sonntag ohne Gläubige, die er zur inneren Mitfeier an den Gottesdienstterminen ermunterte.  Foto: Johann Gruber
Nur unterstützt von Mesner Hans Hoch zelebrierte Pfarrer Karl-Heinz Seidl in Ränkam erstmals eine Vorabendmesse zum Sonntag ohne Gläubige, die er zur inneren Mitfeier an den Gottesdienstterminen ermunterte. Foto: Johann Gruber

Furth im Wald.Zu einem Novum zumindest in der jüngeren Kirchengeschichte kam es am Samstag in der Benefiziumskirche Hl. Dreifaltigkeit Ränkam und der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Furth im Wald. Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl und Kaplan Daniel Schmid zelebrierten dort erstmals die Heilige Messen ohne einen einzigen Gottesdienstbesucher. Nur die Mesner Hans Hoch in Ränkam und Reinhold Kerner in Furth im Wald gingen den Geistlichen bei den Eucharistiefeiern zur Hand.

Erzwungen hat diese Veränderung der Gebetskultur das hochinfektiöse Coronavirus, wegen dem in der kommenden Zeit die Kirchen zu den Gottesdienstzeiten leer sein müssen. Pfarrer Seidl und Kaplan Schmid dürfen die heiligen Messen nach den Vorgaben der staatlichen Stellen und von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer nun für mindestens zwei Wochen – vermutlich länger – hinter verschlossenen Türen und nur in Anwesenheit eines Mesners feiern.

Nicht verzagen

„Die Coronavirus-Krise konfrontiert uns mit dem, was unser Christsein ausmacht. Es ist die Erfahrung, dass trotz allem, was wir zu leisten imstande sind, letztlich alles in der Hand des liebenden Gottes liegt. Deshalb ist die Grundstimmung der Christen nicht Angst, sondern Freude“, so Stadtpfarrer Seidl. „Freu dich!“ oder lateinisch „laetare“ war die Bezeichnung für den 4. Fastensonntag. Auch an den kommenden Sonntagen und Werktagen werden die Kirchen leer sein. Soviel jetzt auch ausfallen mag, kirchlich und weltlich: Die Freude der Christen dürfe nie ausfallen, betonte Pfarrer Seidl: „Freut Euch im Herrn zu aller Zeit“, schreibt Paulus an die Philipper. Und an die Römer hat er ähnliches geschrieben: „Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße, Gefahr oder Schwert? Alles überwinden wir durch den, der uns geliebt hat“ (Römer 8,35-37). Die Gläubigen sind unter diesen Umständen von der Sonntagspflicht befreit. Zugleich bittet Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer alle, sich innerlich und geistlich mit Gott und der Kirche und allen Mitchristen zu verbinden: durch Gebet, Schriftlesung, Gottesdienstübertragungen im Fernsehen, Radio oder Internet. Er lädt dazu ein, die Eucharistie innerlich mitzufeiern.

Die Kommunion von Leib und Blut Jesu Christi sei auch für die Katholiken des 21. Jahrhunderts der Höhepunkt jeder Eucharistiefeier und Quelle der Spiritualität. „Der Verzicht auf sie fällt sehr schwer. Wir dürfen aber glauben, dass die geistliche communio sowohl mit Gott als auch in der Gemeinde in solch einer Notzeit auch ohne sichtbare Kommunion fortbesteht und in Formen, wie der Bischof sie nennt, gepflegt werden kann.“

Wegen der Coronavirus-Gefahr dürfen die Geistlichen die hl. Messen bis auf Weiteres nur in Anwesenheit eines Mesners zelebrieren. Zum Beginn und zur Wandlung der Gottesdienste, die samstags um 17 Uhr, sonntags um 10.30 Uhr sowie von Montag bis Freitag jeweils um 19 Uhr stattfinden, läuten die Glocken und rufen die Gläubigen auf, sich zu Hause im Gebet in die Feier der Eucharistie einbinden zu lassen.

„Außerhalb der Gottesdienstzeiten bleibt die Kirche offen zum persönlichen Gebet, mit dem sich Christen innerlich mit Gott und unseren Brüdern und Schwestern verbinden wollen“, versichert Pfarrer Seidl und verweist auf die amtliche Verpflichtung, auf genügend Abstand zu achten: freie Bankreihen hinten und vorne sowie nach links und nach rechts jeweils eineinhalb Meter.

Kirchen offen zum Gebet

Weil die Gottesdienste nun eine Zeit lang nicht öffentlich stattfinden, wird ganz besonders das persönliche Gebet zu deren Zeiten ans Herz gelegt. Eine weitere Möglichkeit ist die Teilnahme an einem Gottesdienst via Radio oder Fernsehen oder Streaming aus dem Regensburger Dom (www.bistum-regensburg.de). Täglich werden auch über Domradio (www.domradio.de) und Radio Horeb (www.ho reb.org) heilige Messen übertragen.

Termine in Kirchen

  • Kontakt:

    Das Pfarrbüro in der Rosenstraße und die Seelsorger können bis auf Weiteres nur telefonisch kontaktiert werden., Tel. (0 99 73) 13 37, oder per E-Mail an furthiw@ bistum-regensburg.de

  • Auskunft:

    Aktuelle Informationen liegen in der Kirche und in der Krypta aus. (fer)

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