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Politik

CSU & Co: 40 Jahre „die Mehreren“

Am 11. Juni 1972 wurde erstmals im neuen Landkreis gewählt. Gewonnen hat seitdem stets die CSU. Doch die Wahlgeschichte ist viel spannender.
Von Martin Hladik

Landkreis. Vor genau 40 Jahren, am 11. Juni 1972, wurde erstmals im neuen Großlandkreis Cham gewählt. Die CSU-Fraktion im Kreistag hält sich seitdem fast gleichbleibend auf hohem Niveau, die SPD sinkt von einem niedrigen Ausgangspunkt weiter ab, die Fraktion der Freien gewinnt deutlich, die Grünen machen sich selbstständig und die rein bayerisch angehauchten Parteien sind seit den 90ern verschwunden: So lässt sich die nebenstehende Grafik der Kreistagswahlen seit 1972 interpretieren.

Allerdings beinhaltet die Grafik etliche Vereinfachungen. Nur so lässt sich ein klares Bild erzeugen. Die Parteien wurden zu den Fraktionsgliederungen zusammengefasst, der sie über 40 Jahre meist angehörten. Dies ist insbesondere bei der CSU-Fraktion nötig, denn ansonsten würde das Bild der tatsächlichen Machtverhältnisse total verzerrt.

Der CSU gehörten in den 40 Jahren seit Bestehen des Landkreises immer die CSU und die Gemeinsame Liste ehemaliger Landkreis Waldmünchen an. Die Hohenbogenliste kam 1996 dazu. Bis auf die Wahl 1996 gehörte auch die Grenzfahne aus Furth der Fraktion an.

Noch schwieriger ist die Darstellung bei den Freien. Nach wechselnden Bündnissen bis zur Wahl 1990 – ein Teil zeitweise mit den Grünen, ein Teil zeitweise mit der Christlich Bayerischen Volkspartei – treten die beiden regionalen Gliederungen der Freien Wähler ab 1990 gemeinsam als Fraktion auf. Bis 1996 sind die Grünen ein Juniorpartner der Fraktion mit den Freien Wählern Stadt und Land (Region Cham) und der Freien Christlichen Wählergemeinschaft (Region Roding). Die Grünen werden 2002 selbstständig und schließen später ein Bündnis mit der ÖDP.

Schwer darstellbar sind auch die Wahlergebnisse der Bayernpartei und der Christlich Bayerischen Volkspartei. Hier spielt der Wechsel von Ludwig Volkholz 1975 von der Bayernpartei zu der von ihm selbst gegründeten CBV eine Rolle. Die nur regional bekannte CBV bildete anfangs mit der Arbeiterliste, der seine Ehefrau Paula Volkholz angehörte, eine Fraktion im Kreistag. Wegen der engen personellen Verbindungen haben wir die Bayernpartei von 1972 mit der CBV von 1978 grafisch verbunden. Ein gewagtes Konstrukt, wie wir zugeben.

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