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Politik

CSU setzt auf Geld für Familien

Chams Christsoziale wollen nicht alles umsonst für Familien – doch sollen die das Geld bekommen, um selbst zu entscheiden.
Von Christoph Klöckner und Hans Schmelber

Es gibt wieder mehr Kinder in den Familien – gleichzeitig aber auch mehr berufstätige Eltern. Das bringt Probleme mit sich. Foto: Malte Christians/dpa
Es gibt wieder mehr Kinder in den Familien – gleichzeitig aber auch mehr berufstätige Eltern. Das bringt Probleme mit sich. Foto: Malte Christians/dpa

Cham.Es soll nicht alles umsonst sein, was Familien geboten wird. Denn dann sei es für viele nichts wert und die Qualität leide – so die einhellige Meinung von Dr. Gerhard Hopp und vieler im Randbergerhof, die zur Diskussion der Hanns-Seidel-Stiftung zur Familienpolitik in Bayern gekommen waren. Dennoch setzt die CSU zuerst aufs Geld für alle Familien, egal wie groß der Geldbeutel ist, ob reich oder arm, ob alleinerziehend oder Patchwork-Familie. Wobei noch 75 Prozent der 1,3 Millionen Familien in Bayern als Ehepaar Kinder aufziehen. Die „Armutsquote“ bayerischer Familien gemessen an Hartz-IV liegt bei knapp sieben Prozent, bundesweit bei über 14.

Wer Kinder habe und erziehe, der solle selbst entscheiden, was er mit dem ab voraussichtlich September fließenden Bayerischen Familiengeld machen wolle, so Hopp. Für Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr soll es monatlich 250 Euro geben. Auf die gesamte Zeit macht das 6000 Euro. Ab dem dritten Kind bekommen Eltern jeden Monat sogar 300 Euro, also insgesamt 7200 Euro. Für die CSU bleibe die Familie als „kleinstes Netzwerk“ der Gesellschaft die Basis für das Miteinander, so Hopp. Doch sei Familie heute nicht homogen, es gebe unterschiedliche Formen, zudem seien drei Viertel aller Mütter heute berufstätig – die Belastung auf Familien wachse. Der Freistaat müsse hier unterstützen, etwa durch Beratungsangebote oder finanzielle Hilfen, ohne jedoch den Familien etwas vorzuschreiben.

Die Hanns-Seidel-Stiftung mit Reinhold Waldecker (re.) hatte zur Diskussion um Familienpolitik geladen – als Referenten waren Minsterialrat Robert Höcherl, die Soziale Unternehmensberaterin Christine Scheckenbach und Chams MdL Dr. Gerhard Hopp (v.li.) gekommen. Foto: Klöckner
Die Hanns-Seidel-Stiftung mit Reinhold Waldecker (re.) hatte zur Diskussion um Familienpolitik geladen – als Referenten waren Minsterialrat Robert Höcherl, die Soziale Unternehmensberaterin Christine Scheckenbach und Chams MdL Dr. Gerhard Hopp (v.li.) gekommen. Foto: Klöckner

Gekommen waren neben dem Chamer Landtagsabgeordneten auch zwei, die wissen, was Familie bedeutet. Christine Scheckenbach, die zum Thema Digitalisierung in Familie und Beruf referierte, hat vier Kinder – Ministerialrat Robert Höcherl vom Familienministerium, der Daten und Fakten vortrug, hat fünf Kinder. Höcherl hob hervor, dass Bayern das „Familienland Nummer 1“ in Deutschland sei. Viel werde getan, worauf andere Bundesländer neidisch seien. Er wolle keine Betreuung von Geburt an, betonte er, und verwies auf „nur“ zehn Prozent der Mütter in Bayern, die ihre Kinder in frühester Kindheit abgäben, um wieder in den Beruf zu gehen. Ziel sei eine Förderung, um Kinder und Jugendliche stark und sozial kompetent zu machen. Christine Scheckenbach beschrieb als „Soziale Unternehmensberaterin“ die Familie 4.0, die den Berufsalltag und das Zuhause immer stärker verknüpft. „In Zukunft gerät die Familie noch mehr unter Druck“, sagte sie. Deshalb werde es umso dringlicher für Firmen, familienfreudlicher zu werden. Sie hob hervor, dass diese Familienfreundlichkeit von der Führungsebene vorgelebt werden müsse, um das Firmenklima zu verbessern und damit das Image und die Attraktivität für Fachkräfte, um dorthin zu wechseln. Wichtig seien Transparenz und Kommunikation. Flexible Angebote müssten möglich sein, wie Homeoffice oder fließende, autonom wählbare Arbeitszeiten. Wer als Firma Familie und Beruf vereinbar mache, ernte eine Rendite von bis zu 25 Prozent, da die Mitarbeiter mehr motiviert seien. „Neue, noch für viele unvorstellbare Dinge kommen und sind nicht weit weg“, so ihre Einschätzung zur fortschreitenden Digitalisierung.

Bereit für Landtagswahl und Europa

Die nächsten Europawahlen finden vom 23. bis 26. Mai kommenden Jahres statt. Deutschland verfügt mit 96 Abgeordneten bereits über die maximale Abgeordnetenzahl, die ein Mitgliedstaat den europäischen Verträgen zufolge haben kann. Weil in diesem Jahr auch noch Land- und Bezirktagswahlen sind, muss für die Europawahl rechtzeitig alles vorbereitet werden.

Die CSU Cham wählte ihre Delegierten für die Europawahl. Foto: fsh
Die CSU Cham wählte ihre Delegierten für die Europawahl. Foto: fsh

Der CSU Ortsverband Cham hatte deshalb für Montag in das Hotel Randsbergerhof zur Wahl der Delegierten in die Kreisvertreterversammlung zu Europawahl eingeladen. Vorsitzender Martin Stoiber übernahm die Begrüßung. Die Wahl unter der Regie von MdL Dr. Gerhard Hopp mit sieben Delegierten und sieben Ersatzdelegierten ging zügig über die Bühne. Gewählte Delegierte sind Renate Blochberger, Claus Frank, Gerhard Hopp, Alena Kreitinger, Isabell Lemberger, Markus Lemberger, Rebecca Rinkl – die gewählte Ersatzdelegierten sind Wolfgang Fechter, Christian Groitl, Georg Kuchenreuter, Martin Löffler, Elisabeth Popp, Gregor Raab und Martin Stoiber. „Im Moment haben wir viele Themen auf der Agenda und alles dreht sich um die entscheidende Frage: Wie stellen wir uns Bayern vor?“, so Hopp. Im Hinblick auf die im Oktober anstehenden Landtagswahlen gelte es für die CSU als letzte verbliebene Volkspartei, Vertrauen zurückzugewinnen, sagte der Abgeordnete. Nach der Regierungsbildung in Berlin und der personellen Neuaufstellung mit Bundesinnenminister Horst Seehofer sowie dem Wechsel zum neuen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder sei die CSU nun gut und kraftvoll aufgestellt. „Besonders im Fokus muss und wird die innere und die soziale Sicherheit stehen“, machte Hopp klar.

Bereits in der ersten Kabinettssitzung von Ministerpräsident Söder seien Weichen gestellt worden: „Mit einer bayerischen Grenzpolizei werden wir die Sicherheit an unseren Grenzen weiter stärken.“ Bei der Pflege ebenso wie bei der Familienpolitik will die CSU zudem eigene Akzente setzen und mit einem bayerischen Pflegegeld für pflegende Angehörige unterstützen. Mit einem eigenen Förderprogramm, das die CSU-Fraktion angestoßen hatte, unterstützt der Freistaat Bayern zudem bei der Hebammenversorgung, berichtete Hopp.

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