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Bad Kötzting

Damit Brücken keine Treppen haben

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von Martin Schönhuber

Fördervereinschef Thomas Klügel dankt Prof. Florian Seitz. Foto: kmi
Fördervereinschef Thomas Klügel dankt Prof. Florian Seitz. Foto: kmi

Bad Kötzting.Der Förderverein Geodätisches Informationszentrum in Wettzell hat es sich dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben, Vorträge über den Klimawandel anzubieten. Den Auftakt machte Professor Florian Seitz, Direktor des Deutschen geodätischen Forschungsinstitut an der TU München. Dieses Institut arbeitet mit dem Geodätischen Observatorium in Wettzell eng zusammen, Florian Seitz hat dort auch im Jahr 2000 seine Diplomarbeit geschrieben. Die allermeisten nutzen heutzutage entweder im Navi oder im Smartphone Programme, welche genau den eigenen Standort, also dessen Koordinaten angeben. Möglich machen dies unter anderem 24 GPS Satelliten. Diese senden Ihre eigene Position den Empfängern in den Geräten, welche daraus den eigenen Standort errechnen. Dynamische Prozesse wie die tektonische Plattenbewegung, der Klimawandel, Erdbeben, also Veränderungsprozesse im Erdsystem, führen zu ständigen Verschiebungen. Um diese Veränderungen erfassen zu können, braucht es das einheitliche globale Koordinatensystem namens ITRS. Da sich alle Punkte auf der Erde ständig verändern, muss ITRS alle fünf bis sechs Jahre neu realisiert werden. Die dafür erforderlichen Daten werden von verschiedensten Messstationen erfasst – je mehr Messungen, desto höher ist die Genauigkeit. Diese konkrete Ausformung des ITRS wird ITRF genannt. ITRF besteht derzeit aus etwa 400 weltweit verteilten, hochpräzisen Vermessungspunkten – teilweise bei Sternwarten und Fundamentalstationen–, deren Positionen und plattentektonische Bewegungen das ITRS festlegen. Die ITRF-Punkte sind auch in die Landesvermessung eingebunden. Angestrebt wird eine Genauigkeit von 1 mm für die Position (3 D) und 0,1 mm für die Positionsveränderung/ Jahr.

Das Geodätische Observatorium Wettzell ist eine der wichtigsten und genauesten Stationen im ITRF: Durch die Kombination aller Verfahren, die Erfahrung und die gute Pflege erfüllt Wettzell als Beobachtungs- und Forschungsstation eine Vorbildfunktion. Seitz zeigte am Beispiel einer 2003 von Deutschland und der Schweiz gebauten Rheinbrücke, was passiert, wenn die Systeme nicht konsistent sind: Es ergab sich ein Versatz in der Brückenmitte um 54Zentimeter. (kmi)

Geodäsie

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