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Umwelt

Damit die Landschaft blüht

Seit 30 Jahren setzt sich eine Arbeitsgemeinschaft für Erhalt der Kulturlandschaft ein. 24 Flächen sind im Pflegeprogramm.

Ranken und Raine rund um Eismannsberg: Die Flächen sind Bestandteil des ARGE-Pflegeprogramms. Foto: Braun
Ranken und Raine rund um Eismannsberg: Die Flächen sind Bestandteil des ARGE-Pflegeprogramms. Foto: Braun

Cham.Die Arbeitsgemeinschaft Landschaftspflegefonds, kurz ARGE, traf sich kürzlich unter Vorsitz von Landrat Franz Löffler zu ihrer 24. Sitzung im Landratsamt. Vertreter von Naturschutzverbänden, Kommunalpolitik und Landwirtschaft arbeiten an diesem „Runden Tisch“ seit über 30 Jahren erfolgreich zusammen. Gemeinsames Ziel ist die Erhaltung von wertvollen Bestandteilen der heimischen Kulturlandschaft. Die ARGE pflegt jährlich 80 Hektar ökologisch wertvolle Flächen im gesamten Landkreis. Alljährlich werden Pflegemaßnahmen in einem Umfang von 35000 Euro umgesetzt.

Auf der Tagesordnung standen das im Jahr 2018 abgewickelte Arbeits- und Pflegeprogramm sowie die Pacht, Pflege und Erhaltung von weiteren besonders schützenswerten Klein- und Kleinstflächen im gesamten Landkreis. Es wurden zudem das Jahrespflegeprogramm 2019 und das Pflegeprogramm für die „Binkelbach-Moorwiesen“ in Rettenbach vorgestellt und beschlossen.

Die ARGE ist keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung der staatlichen Förderprogramme wie zum Beispiel KULAP und VNP. Nicht zuletzt dient sie den Landwirten als zusätzliche Einnahmequelle.

Natur als Markenzeichen

In seinem Grußwort stellte Landrat Löffler heraus, dass die Schönheit von Natur und Landschaft ein Markenzeichen Bayerns ist. Sie gelte es deshalb zu bewahren. In Bayern kümmern sich mittlerweile 62 Landschaftspflegeverbände um den Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft. Dabei sind sie Partner der Kommunen, der Verbände und der Landwirte. Der Landkreis Cham hat im vergangenen Jahr zum Erhalt der Artenvielfalt folgende Maßnahmen umgesetzt: Anlage von Blühstreifen auf öffentlichen Flächen mit einem Volumen von 20 Hektar; Unterstützung der Landwirtschaft für die Ansaat der Durchwachsenen Silphie mit 50 Hektar; Ausgabe von Saatgutmischungen mit einer Summe von 10 000 Euro – damit wurden 30 Hektar privater Flächen zum Blühen gebracht.

Geschäftsführer Christian Bauer stellte den Tätigkeits- und Kassenbericht für das Jahr 2018 und den Finanzplan 2019 vor. Die Pflegemaßnahmen werden durch 70 Prozent Förderung sowie Spenden der Sparkasse und der Raiffeisenbanken finanziert. Damit der Haushalt ausgeglichen ist, steuert der Landkreis jährlich einen Zuschuss bei. 2018 betrug dieser 4500 Euro, für 2019 beträgt er 15000 Euro.

Fachberater Johann Braun berichtete von bereits abgeschlossenen Pflegemaßnahmen 2018. Er stellte an ausgewählten Projekten (Steilhang bei Köstl, Zell, Stadtweiher Waldmünchen, Nasswiese bei Grafenwiesen, Pfeiffengraswiese bei Chamerau, Feuchtwiese am Perlsee, Ranken und Raine rund um Eismannsberg, Buschnelkenstandort bei Rettenbach) Kosten, Förderung und ökologische Entwicklung der einzelnen Flächen dar. Das Pflegeprogramm 2019 beinhaltet wieder 24 Flächen im Landkreis.

Schließlich wurde über die Verlängerung von bestehenden und den Abschluss von neuen Pachtverträgen abgestimmt. Die ARGE pachtet besonders wertvolle Flächen an, pflegt und erhält diese Biotope. Noch landwirtschaftlich nutzbare Flächen werden auch an Landwirte weiter verpachtet.

Schutz der Schöpfung

Ab 2020 wird der Verein zum Schutz von Schöpfung und Leben seine Flächen selbst bewirtschaften. Er hat hierzu einen Pachtvertrag mit dem bisherigen Pächter geschlossen. Trotzdem läuft die Zusammenarbeit weiter bei der Umsetzung von gemeinsamen Pflegemaßnahmen. Das Angebot zur Pflege von ökologisch wertvollen Flächen durch die ARGE kann sowohl von kommunalen als auch privaten Grundstückseigentümern in Anspruch genommen werden.

Die ARGE

  • Selbstverständnis:

    Die ARGE versteht sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung der staatlichen Förderprogramme wie zum Beispiel KULAP und VNP. Nicht zuletzt dient sie den Landwirten als zusätzliche Einnahmequelle.

  • Verbände:

    In Bayern kümmern sich 62 Landschaftspflegeverbände um den Erhalt der Kulturlandschaft. Sie sind Partner der Kommunen, Verbände und Landwirte.

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