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Kommentar

Darüber müssen wir reden

Ein Kommentar von Martin Hladik

Einfach totschweigen wird nicht helfen. Spätestens wenn die Umbenennung der Weidener „Ostmark-Kaserne“ offiziell wird, dürfte auch beim „Haus Ostmark“ in Roding die Diskussion über das wenn und aber beginnen.

Es spricht viel dafür, dass der Begriff „Ostmark“ ein völkischer Propagandabegriff der Zwischenkriegszeit und des Nationalsozialismus ist. Dass hier etwas mitklingt, das nicht in unsere Zeit passt, ist selbst denen klar, die seit Kindheitstagen „Ostmark-Straße“ sagen, und sich gar nichts dabei denken, weil sie es immer gesagt haben.

Dem Begriff „Ostmark“ steht wohl gerade eine ähnliche Entwicklung bevor, wie dem Wort „Neger“. Vor drei Jahrzehnten war das Wort noch völlig wertfrei zu gebrauchen, mittlerweile ist es ein absolutes Tabuwort, dessen Gebrauch selbst Innenminister in Bedrängnis bringt. Schwieriges Terrain ist allerdings kein Grund, dem öffentlichen Diskurs komplett auszuweichen, so wie es der scheidende Bürgermeister Franz Reichold getan hat. Eine verpasste Gelegenheit.

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