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Freitag, 23. Februar 2018 2

Kunst

Das Andenken an Alois Bach ist verblasst

In Eschlkam wurde 1809 ein Maler geboren, dessen Können mit dem von Spitzweg und Schleich vergleichbar ist.

„Angler am Bach“ – ein Gemälde von Alois Bach, das im Inntal entstand.Repros: Kammermeier

Eschlkam.Bayerns Naturalisten: Spitzweg, Schleich, und vor allem den Eschlkamer Maler Alois Bach, will Eschlkams Bürgermeister Sepp Kammermeier mit diesem Bericht ins rechte Licht rücken und daran erinnern, dass auch der Bayerwald große Künstler hervorgebracht hat.

Carl Spitzweg (1808-1885), Eduard Schleich d. Ä. (1812-1874) und Alois Bach waren drei herausragende Maler des 19. Jahrhunderts mit Bezug zu Ostbayern. Spitzweg verbachte einen Teil seiner Ausbildung als Apotheker in Straubing, Schleich wurde in Haarbach bei Vilsbiburg geboren und Alois Bach (1809-1893) als Sohn des königlich bayerischen Kommunaladministrators Franz de Paula Bach in Eschlkam.

Schwerpunkt Landschaft

Bachs Gemälde „Im Gespräch“ zeigt die für das Inntal um Brannenburg typische Tracht der damaligen Zeit.

Der Eintrag für Bach im Künstlerlexikon Thieme/Becker lautet wie folgt: „Genre-, Tier- und Landschaftsmaler. Das Landschaftliche spielt bei ihm durchweg eine so vorherrschende Rolle, dass die Figuren mehr als Staffage erscheinen und als Mittel der Vervollständigung der koloristischen Stimmung, die er mit Vorliebe in einem kühlen grauen Ton hält. In der Behandlung des Landschaftlichen schloss er sich an seinem Freund Eduard Schleich d. Ä. an, zu dessen Schule man ihn rechnen kann.“ Alois Bach, auch als Genre- und Pferdemaler bezeichnet, wurde 1809 Eschlkam geboren und kam 1828 an die Münchner Akademie unter Peter von Cornelius. Dort wurde er durch den Umgang mit Eduard Schleich von dessen koloristischer Richtung beeinflusst. Zu seinen besten Bildern gehören viele meisterhafte Pferdeporträts aus dem Marstall des Fürsten Taxis in Regensburg, des Grafen Arco, des Fürsten Öttingen-Wallerstein und des Prinzen Leopold von Bayern. Berühmt ist sein Gemälde vom Kopf einer Araberstute.

Bach war mit Spitzweg und Schleich eng befreundet. Mit ihnen unternahm er mehrere Reisen und verewigte sich in deren Gemälden durch seine Tierdarstellungen. So entwarf er für das Gemälde „Der Klapperstorch“ von Carl Spitzweg die genaue Vorzeichnung des Storchs. Alle drei Künstler gehörten der Münchner Schule an.

In den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts begannen die Münchner Maler sich immer mehr zu spezialisieren. Es gab Himmel-, Landschafts- Figurenmaler oder Maler für Schafe, Federvieh, Hunde und Katzen. Alois Bach war auf Pferde- und Tierdarstellungen spezialisiert. Die Künstler stellten dabei gegenseitig ihre Bilder fertig. Im Freundeskreis Spitzweg, Schleich und Bach war Eduard Schleich für den Himmel in den Gemälden Spitzwegs zuständig, wofür Carl Spitzweg in den stimmungsvollen Landschaftsschilderungen Schleichs die bewegte Staffage einbrachte. Alois Bach fertigte für die Gemälde Schleichs und Spitzwegs die Tierdarstellungen.

Alois Bach

  • Leben

    Der Maler Alois Bach wurde am 12. Dezember 1809 in Eschlkam geboren. Er starb am März 1893 in München.

  • Bedeutung

    Der Künstler war eine der bedeutendsten Malerpersönlichkeiten Ostbayerns in seinem Jahrhundert als Sohn des Kgl. Bayer. Kommunaladministrators Franz de Paula Bach.

  • Kunst

    Hauptsächlich beschäftigte sich Alois Bach mit Genre-, Tier- und Landschaftsmotiven. Das Landschaftliche spielt bei ihm stets eine vorherrschende Rolle.

Der Eschlkamer Maler gehörte, wie seine beiden Freunde auch, der bekannten Künstlerkolonie in Brannenburg (Inntal) an. Davon zeugt das in der Nähe der Ortschaft Brannenburg entstandene Bild „Angler am Bach“, welches im Vordergrund in naturalistischer Malweise den Fischbach darstellt, der durch die zwischenzeitliche Verlegung des Inn in der dargestellten Form nicht mehr existiert. Im Hintergrund des Gemäldes ist aber eindeutig der Gipfel des Berges Asten zu identifizieren, ebenso die Kirche der Ortschaft Flintsbach.

In Vergessenheit geraten

Kopf einer Araberstute – Gemälde von Alois BachRepro Kammermeier

Ab 1840 war Brannenburg die Hochburg der Münchner Künstler. Sie gründeten dort eine Malerkolonie, der auch Alois Bach angehörte. Weitere als Mitglieder bekannte Namen waren Wilhelm Busch, Oswald Achenbach, Ludwig Skell, Ferdinand von Piloty d. J., Christian Morgenstern und Heinrich Bürkel. Der Schlosswirt in Brannenburg, der Weber an der Wand in Oberaudorf und die Alte Post in Fischbach waren beliebte Wirtshäuser, in denen die Künstler unterkamen.

Carl Spitzweg schuf über 1500 Bilder und Zeichnungen. Ab 1824 begann er mit Ölfarben zu malen. Zu Lebzeiten konnte Spitzweg etwa vierhundert Gemälde verkaufen. Bewunderer und Käufer fand er vor allem in der zu neuer Kaufkraft gelangten Bürgerschaft,. Die Popularität, die Spitzwegs Malerei heute genießt, setzte freilich erst nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte.

Schleich war Professor der Kunstakademie München sowie Mitglied der Kunstakademie Stockholm und der Akademie der bildenden Künste Wien. Eine Anzahl seiner Landschaften, die meist einen elegischen oder melancholischen Charakter haben, besitzt die Neue Pinakothek in München. Er beeinflusste die neueren Münchener Landschaftsmaler.

Während Spitzweg und Schleich nicht nur bei den Kunstliebhabern der Gegenwart bekannt sind und ihre Werke Preise im fünfstelligen Bereich erzielen, ist das Andenken an den Eschlkamer Maler zu Unrecht etwas verblasst. Dies ist bedauerlich, zumal er seinen Freunden in künstlerischer Hinsicht durchaus gleichzustellen ist.

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