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Projekt

Das Arber-Seehaus ist fast fertig

Die Eröffnung ist für Ende Mai und Anfang Juni geplant – künftig sind hier am Fuß des Bayerwald-Königs Trauungen möglich.
Von Maria Frisch

Die Außenansicht des neuen Gastronomiebetriebes am Großen Arbersee steht kurz vor der Fertigstellung. Fotos: kfl
Die Außenansicht des neuen Gastronomiebetriebes am Großen Arbersee steht kurz vor der Fertigstellung. Fotos: kfl

Lohberg.Gebaut wird schon seit Monaten am Ufer des großen Arbersees. Hier entsteht ein Neubau für die in die Jahre gekommene Gaststätte. In den Sommermonaten registrierte Arber-Bergbahnchef Thomas Liebl einen regelrechten Bautourismus am Großen Arbersee. Die Gäste beobachteten von der Terrasse des „Arbersee-Stadl“, der als Ersatzgastronomie die vielen Besucher bewirtete, mit Genugtuung den Baufortschritt. Ende Mai oder Anfang Juni rechnet Liebl mit der Fertigstellung des Neubaus, der im Begriff ist, ein Highlight für die gesamte Region zu werden.

„Früher war der zweigeschossige Gebäudetrakt ein richtiger Klotz“, blickt Thomas Liebl auf den einige Male durch Anbauten veränderten alten Baukörper zurück – eine „Schrottimmobilie“, für die es eigentlich nur eine Entscheidung gab: „Abriss, obwohl uns der Entschluss nicht leicht gefallen ist“, sagt er. „Die neue Optik wirkt wesentlich schlanker“, ist der Betriebsleiter sehr zufrieden mit der Außenansicht, die Charme und Atmosphäre ausstrahlt, weil nur noch das Haupthaus ein Obergeschoß hat und der daneben befindliche Wintergarten eingeschossig ist.

„Die Fertigstellung des Hauses Ende Mai oder Anfang Juni ist nach jetzigem Ermessen realistisch.“

Thomas Liebl, Betriebsleiter Arberbergbahn

Um den Wetterextremen standzuhalten, wurde die Lärchenschalung in einem warmen Holzton eingelassen. Auch in puncto Farbgebung für das Mauerwerk entschied man sich für eine heimelige gelbe Note. In Anlehnung an den Vorgängerbau zog das Fürstenhaus als Bauherr runde Fenster den eckigen Gestaltungsformen vor. Die Elemente erhalten noch grüne Fensterläden. Froh ist Thomas Liebl auch, dass im Zuge des Neubaus das Glockengeläut reaktiviert wurde, das im Altbau schon lange nicht mehr funktionierte. Bei der Generalsanierung der Arberkapelle im Jahre 2015 war der Sakralbau ebenso mit einem automatischen Geläut ausgestattet worden. Das größere Pendant – beide stammen aus der evangelischen Kirche von Bayerisch Eisenstein – erhielt einen Ehrenplatz auf dem Dach des Gastronomiegebäudes am Großen Arbersee und wird dort künftig zur Mittagstunde erklingen.

Zwei Jahre für die Planung

Thomas Liebl, Betriebsleiter Arberbergbahn
Thomas Liebl, Betriebsleiter Arberbergbahn

„Wir haben fast zwei Jahre für die Planung gebraucht“, schildert der Bergbahn-Chef das durchdachte Konzept der kurzen Wege. Wo früher alles mit hässlichen Baracken im Hinterhof vollgepflastert war, nimmt nunmehr eine Müllgarage einen Bruchteil des Platzes ein. Außerdem entstand an der von der Straße abgewandten Seite ein zweckmäßiger Lieferanteneingang, an dem der jeweilige Lastwagen entladen kann. Musste früher die Lieferung über zahllose Treppenstufen geschleppt werden, so geschieht die Lagerung heute in den dafür vorgesehenen Kellerräumen.

Mehr Platz: „Eines der Filetstücke liegt unter dem Dach, ein sogenannter Multifunktionsraum für Veranstaltungen und Feierlichkeiten aller Art“, sagt Liebl – für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenveranstaltungen oder sonstige Gruppen. Der Blick von hier aus sei grandios. „Wenn man draußen auf dem Balkon steht, liegt einem der See quasi zu Füßen.“
Mehr Platz: „Eines der Filetstücke liegt unter dem Dach, ein sogenannter Multifunktionsraum für Veranstaltungen und Feierlichkeiten aller Art“, sagt Liebl – für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenveranstaltungen oder sonstige Gruppen. Der Blick von hier aus sei grandios. „Wenn man draußen auf dem Balkon steht, liegt einem der See quasi zu Füßen.“

In dem betonierten Untergeschoß in Fertigelement-Bauweise liegt auch der Technikraum. „Die gesamte Installation ist soweit fertig“, so Liebl, der mit Blick auf die Heizung darauf verweist, dass mit Gas geheizt wird. „Das ist die effektivste Lösung, weil auch ein Blockheizkraftwerk vorgesehen ist.“ Im Elektroraum laufen die gesamten Datenkabel in einem Datenschrank zusammen. Nebenan wird künftig die Trinkwasseraufbereitung beherbergt, die in Kürze eintrifft. Das Trinkwasser selbst stammt aus der bestehenden Quelle am Großen Arbersee. Im Boden befinden sich im übrigen Brauchwassertanks, da die WC-Spülungen nur mit „normalem“, nicht entsäuertem Quellwasser betrieben werden.

Unmittelbar unter der Schänke im Erdgeschoß liegen die Kühlzellen für die Getränke. Auch hier greift das Konzept der kurzen Wege. Dem Problem der Nässe im Untergeschoss des Altbestandes war nur mit dem Abriss Herr zu werden. Der Neubau verfügt über einen trockenen Betonkörper.

Der Wintergarten: Von der Seestube aus gesehen rechter Hand gelangt der Gast zum Wintergarten mit offenem Sichtdachstuhl und mit Blick auf den See. „Das ist pure Lebensqualität“, sagt Bergbahn-Betriebsleiter Thomas Liebl. Beim Altbestand gestattete nur die Terrasse freie Sicht auf den Eiszeitsee.
Der Wintergarten: Von der Seestube aus gesehen rechter Hand gelangt der Gast zum Wintergarten mit offenem Sichtdachstuhl und mit Blick auf den See. „Das ist pure Lebensqualität“, sagt Bergbahn-Betriebsleiter Thomas Liebl. Beim Altbestand gestattete nur die Terrasse freie Sicht auf den Eiszeitsee.

Ebenerdig verlockt ein begehbarer Kiosk zum Eintritt. Dieser ist mit einer Kiosk-Küche, einigen Sitzgarnituren und Stauraum für Souvenirs ausgestattet. Zutritt besteht über den Haupteingang. Die Fliesen im Kiosk und WC ähneln verblüffend einem Holzboden. An den Windfang schließt sich der Durchgang zu den Damen-/Herren- und Behinderten-WC an. Im dortigen Bereich ist ebenso die Abluft- und Zuluftanlage für den Wintergarten, praktisch ein Klimagerät, untergebracht, das in Schächten entlang der Fensterseite Luft hinauf bläst, damit die Scheiben nicht beschlagen. Im Erdgeschoß entsteht gleich beim Haupteingang noch als Blickfang ein großer Kachelofen. Linker Hand geht es zur traditionellen Seestube, die im Vorgängerbau an selbiger Stelle war. Die Terrasse ist im übrigen geblieben, mittlerweile mit ausfahrbaren Markisen aus Südtirol, die auch leichten Regen verkraften. „Die Fertigstellung Ende Mai oder Anfang Juni ist nach jetzigem Ermessen realistisch“, so der Vertreter des Fürstenhauses. Dieses Zeitfenster müsse andererseits wegen der ersten Veranstaltungen auch eingehalten werden. Man sei künftig für Hochzeiten offen und wolle die Optionen „Trauung auf dem Berg oder am See“ vermarkten. Andreas Stadler, zuständig für Kommunikation und Marketing bei der Arberbergbahn, leitete bereits einen entsprechenden Antrag für die Widmung eines Trauungszimmers weiter. In Küche und Servicebereich laufen alle Handgriffe Hand in Hand.

Viele Firmen aus der Region

Der Gastraum: Das Herzstück der neuen Gaststätte am großen Arbersee, die Seestube, wurde zwar komplett neu aufgebaut, befindet sich aber an selber Stelle wie der Vorgänger-Bau. Rund um Pfingsten dieses Jahres soll der Neubau des Seehauses fertiggestellt und für die Gäste bereit sein.
Der Gastraum: Das Herzstück der neuen Gaststätte am großen Arbersee, die Seestube, wurde zwar komplett neu aufgebaut, befindet sich aber an selber Stelle wie der Vorgänger-Bau. Rund um Pfingsten dieses Jahres soll der Neubau des Seehauses fertiggestellt und für die Gäste bereit sein.

„Wir haben weitgehend alles im Team durchgedacht“, so Betriebsleiter Thomas Liebl, „und unser Planer Dieter Müller vom Ingenieur-Büro Baier aus Schönthal brachte in aufwendigen Gebäude- und Detailzeichnungen den Bauantrag in Papierform“. Lobesworte galten ebenso Zimmerermeister Max Aschenbrenner aus Thürnstein in der Gemeinde Lohberg, der in etlichen Dingen als Ideengeber fungierte. „Wir haben bei den Beratungen alle ins Boot geholt: Vom Küchenpersonal über die Servicekräfte bis zu den Handwerkern. Es ist eigentlich jeder an dem Bau beteiligt“, bringt es Liebl auf den Punkt. Das Ingenieurbüro Baier erstellte auch die Statik. „Die Planung ist das A und O“, begründete der Bergbahnchef, warum man sich dafür besonders viel Zeit ließ.

Es wurde bei der Vergabe der Gewerke auch besonders darauf Wert gelegt, dass Baufirmen aus der gesamten Region zum Zuge kamen, die schon mehrere Projekte am Arber gemeistert haben. Die Baufirmen seien froh über die Winterbaustelle gewesen, auf der sie den Innenausbau optimal betreiben konnten. Auf dieser Ebene gibt es auch einen lichtdurchfluteten Sozialraum mit kleiner Küche zum Warmhalten. Speisen für geschlossene Gesellschaften befördert der Aufzug ins Obergeschoss. (kfl)

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