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Kultur

Das Festspiel bleibt das Kerngeschäft

Weil sich so viele einbringen, kann der Verein „Waldmünchens Trenck“ und hunderte weitere Termine stemmen – und Heimat sein.
Von Petra Schoplocher

Nach der Versammlung verwandelte sich der Saal in eine Umkleidekabine: Die Trenckianer probierten Muster der neuen Vereinskleidung, die ein langgehegter Wunsch der Mitglieder war. Kleiderkammer-Chefin Andrea Weidner (li.) stand mit Rat und Tat zur Seite – auch „Kathi“ Pia Fichtinger. Foto: Schoplocher
Nach der Versammlung verwandelte sich der Saal in eine Umkleidekabine: Die Trenckianer probierten Muster der neuen Vereinskleidung, die ein langgehegter Wunsch der Mitglieder war. Kleiderkammer-Chefin Andrea Weidner (li.) stand mit Rat und Tat zur Seite – auch „Kathi“ Pia Fichtinger. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Ein Räderwerk – eines, das dank vieler „treuer, zuverlässiger und fleißiger Mitglieder“ bestens läuft: So präsentiert sich der Verein der Trenckfestspiele Waldmünchen im 60. Jahr seines Bestehens und so tat er es bei der Generalversammlung am Sonntag Abend.

Mehrmals stellte Vorsitzender Martin Frank heraus, was die Trenckianer leisten würden. Rund 300 Termine – Rückblick gehalten wurde auf ungefähr 100 – und 1100 Buchungen waren zwei Zahlen, anhand derer er die Dimension des „Unternehmens Trenckfestspiele“ verdeutlichen wollte. Hinter jeder Buchung, erläuterte Frank, stehe eine Tätigkeit, die vorbereitet, getätigt und abgearbeitet werden müsste. „Das ist nur im Gemeinschaftswerk stemmbar“, unterstrich er – und deswegen sei das großartige Miteinander auch so bedeutsam.

„Kaum zu glauben“

Andreas Eisenhart gab einen Ausblick auf die Saison 2018. Links die weiteren Vorsitzenden Martin und Alois Frank Foto: ps
Andreas Eisenhart gab einen Ausblick auf die Saison 2018. Links die weiteren Vorsitzenden Martin und Alois Frank Foto: ps

Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler schlug in die gleiche Kerbe: „Es ist kaum zu glauben, dass das alles bewältigt werden kann“, kommentierte er Berichte, Zahlen und den Ausblick auf die neue Saison. Die Öffentlichkeit warnte er davor, den Trenckverein wie das gesamte kulturelle Angebot als Selbstverständlichkeit abzutun. „Von selbst läuft da nämlich gar nichts“, rückte er die Menschen, die anpackten, in den Mittelpunkt.

Löffler erinnerte daran, dass der Freistaat früher einen Festspielzuschuss gegeben habe. Heute verlasse er sich darauf, dass die Ehrenamtlichen am Land das Delta auffüllen würden, das durch die Konzentration der Kultur in den Städten entstehen. „Zur Gleichwertigkeit der Regionen gehört auch die Kultur“, kündigte der Präsident der Trenckfestspiele eine entsprechende Initiative in München an. Dem Verein legte er ans Herz, das Festspiel weiterhin als Kerngeschäft zu sehen – schließlich sei dies das Identitätsstiftende. „Bei uns stimmt das wirklich“, sagte er zu dem inflationär verwendeten Begriff. „Heimat und Einmaligkeit, das hat sonst keiner“, stellte er heraus.

„Die Qualität ist in den vergangenen Jahren nach oben geschraubt worden, um zu bestehen, müsse diese weiterhin hoch gehalten werden.“

Franz Löffler

Die Qualität sei in den vergangenen Jahren nach oben geschraubt worden, um zu bestehen, müsse diese weiterhin hoch gehalten werden, meinte er. Das Festspiel stehe in der Stufe „deutlich höher als andere“, thematisierte auch Markus Ackermann den Qualitätsanspruch. Er ermutigte die Trenckianer, die eingeschlagenen, neuen Wege weiter zu gehen. Dazu rechnete er die tschechischen Passagen im Festspiel, aber auch das „Guerilla-Marketing“ mit Videoclips. „So bekommt die junge Generation Lust, das Festspiel zu besuchen. Das ist gut so“, fand er.

Es sei begeisternd zu sehen, wie sich die Aktiven für den Verein, aber auch die Stadt ins zeug legen würden. „Das Engagement kann gar nicht genug gelobt werden.“ Der Verein sei ein Steuerungselement und zugleich eine Säule für die Kultur der Stadt. „Und ihr sendet beste Signale aus“, dankte er.

Das bevorstehende Vereinsjubiläum nutzte Martin Frank für eine Bestandsaufnahme. „Wir sind eine der ganz wenigen, die ein Festspiel dieser Größenordnung als Verein organisieren.“. Die Entscheidung, vor 40 Jahren mit den Schwarzen Panduren die erste Unterabteilung zu gründen, sei absolut weitblickend gewesen.

Beschäftigt habe sich die Vereinsführung für die neue Saison auch mit den Rückmeldungen aus 2017, als erstmals Tschechisch gesprochen werde. Die „insgesamt positive“ Resonanz werde dazu führen, dass viele Passagen beibehalten, aber auch manches geändert wird. Der tschechische Sprecher sei unbedingt ein Gewinn, meinte er. Dass sich in Sachen Reitstunden wieder mehr tue, freue ihn sehr. „Schließlich geht es da ja auch um Sicherheit.“

Versicherungen „unbezahlbar“

Sie lenken den Verein. Als Dank hatte Vorsitzender Martin Frank (Zweiter von rechts) für alle Ausschussmitglieder Vereinsuhren gekauft. Foto: ps
Sie lenken den Verein. Als Dank hatte Vorsitzender Martin Frank (Zweiter von rechts) für alle Ausschussmitglieder Vereinsuhren gekauft. Foto: ps

An zwei Stellen blitzten handfeste Probleme eines Vereins wie dem der Trenckfestspiele auf. Zum einen war eine erneute Satzungsänderung nötig, weil dem Finanzamt eine kleine Formulierung missfiel. Teils mit Kopfschütteln wurde die neue Formulierung aber dennoch einstimmig beschlossen. Wolle man letzte Risiken bei den Aufführungen, etwa Verletzungen mit kosmetischen Folgen, gut versichern, „wäre der Beitrag schlicht nicht mehr bezahlbar“. Alois Frank sprach sogar vom Doppelten der derzeitigen Kosten.

Andreas Eisenhart wies bei der Vorstellung der wichtigsten Termine 2018 – Premiere ist am 14. Juli – darauf hin, wie gut die Resonanz bei Messen und dem „Singenden, Klingenden Cham“ sei – „Das merkt man an den Buchungszahlen.“ Auch er dankte den Mitstreitern bei vielen Werbeeinsätzen. Auch da gelte wie so an ziemlich jeder Stelle des Vereins: „Ohne Euch wäre das alles nicht möglich“.

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