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Region Cham
Donnerstag, 16. August 2018 27° 2

Bauausschuss

Das K&L-Haus in Cham wird abgerissen

Der Bauausschuss setzt Zeichen gegen Spielhallen sowie Schwarzbauten und macht Altstadt-Investoren die Bahn frei.
Von Johannes Schiedermeier

Auch die Schmidstraße könnte bald ein neues Gesicht bekommen. Neben dem Gebäude von K&L verschwindet auch unten links das ehemalige Grüneißl-Gebäude am Floßhafen. Fotos: Schiedermeier
Auch die Schmidstraße könnte bald ein neues Gesicht bekommen. Neben dem Gebäude von K&L verschwindet auch unten links das ehemalige Grüneißl-Gebäude am Floßhafen. Fotos: Schiedermeier

Cham.Die Voranfrage ist im Bauausschuss durch: Die Agoran Immobilienbesitz aus Wien darf das K&L-Gebäude in der Fuhrmannstraße durchgehend bis in die Obere Regenstraße abreißen und neu bauen, wenn das Landratsamt zustimmt. Der Beschluss fiel gegen die Stimme von Edi Hochmuth, der die Fassade erhalten wollte. Das sei, so Stadtbaumeister Franz Pamler, nicht möglich, weil es versetzte Stockwerke dahinter gebe. Alle anderen werteten das Engagement der Investoren höher. Zum Beispiel Thomas Zitzmann: „Man darf es nicht schwerer machen, als es in der Altstadt eh schon ist!“

Lesen Sie hier: K&L schließt seine Pforten in Cham

Der Neubauantrag zieht sich über drei Adressen von der Fuhrmannstraße 21 bis in die Obere Regenstraße 7. Fotos: Schiedermeier
Der Neubauantrag zieht sich über drei Adressen von der Fuhrmannstraße 21 bis in die Obere Regenstraße 7. Fotos: Schiedermeier

Nur ein einziger Bauantrag wurde im Bauausschuss abgelehnt. Vizebürgermeisterin Christa Strohmeier-Heller machte aus ihrem Herzen keine Mördergrube: „Das ist ein waschechter Schwarzbau. Da ist am Ende einfach genau das gebaut worden, was wir abgelehnt hatten.“ Es ging in der Debatte um einen Antrag auf Änderung zum Bau eines Einfamilienbungalows von Andreas Babl in der Saliterstraße 23 in Chammünster. Auf die Frage, was bei einer Ablehnung passiere, antwortete Bauverwaltungsleiter Arthur Scheurer, dass das Landratsamt die Rechtmäßigkeit des Beschlusses prüfen werde. „Wir könnten das wieder auf den Tisch kriegen. Es wird wohl auf ein angemessenes Bußgeld hinauslaufen, kaum auf einen Abriss“, so Scheurer.

Kein Schwarzbau, keine Spielhalle

Stadtrat Griesbeck wies darauf hin, dass keine Nachbarrechte betroffen seien und der Ausschuss schon andere Dinge abgesegnet habe. Das ließ die Vizebürgermeisterin so nicht gelten: „Dann wäre jeder, der sich an die Baupläne hält, ist selber schuld.“ Mit 6:5 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Bei den Bauvoranfragen traf es die Merkur-Spielothek, die sich in der Darsteinstraße 1 niederlassen will. Um die 31 Stellplätze hinzukriegen, für 144 Quadratmeter Spielothekfläche mit zwölf Automaten, wurde sogar zugesagt, den 1. Stock leer zu lassen. Außerdem wurde mit dem benachbarten Edeka-Markt eine Stellplatznutzung nachgewiesen. So sah Bauverwaltungsleiter Scheurer keine baurechtliche Handhabe mehr gegen die ungeliebte Ansiedlung. In Bayern gebe es auch keine Abstandsflächen-Vorschrift zu Kindergärten.

Bauvorbescheide

  • Weitergereicht

    Folgende Anträge auf Vorbescheid wurden an das Landratsamt weitergereicht:

  • Casino Merkur Spielothek

    Casino Merkur Spielothek GmbH&Co KG, Umbau von Geschäftsräumen zur Autovermietung und Finanzdienstleiter in eine Spielhalle und Errichtung von 31 Stellplätzen in Cham, Darsteinstraße 1; der Antrag wurde mit zwei Gegenstimmen abgelehnt. Die Rechtmäßigkeit der Ablehnung muss nun vom Landratsamt geprüft werden.

  • Agoran Immobilienbesitz

    Agoran Immobilienbesitz GmbH, Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Cham, Fuhrmannstraße 21, Schmidstraße 4a und Obere Regenstraße 7. Der Antrag wurde bei einer Gegenstimme befürwortet.

Gegenwind kam von Walter Dendorfer, der der Suchtprävention das Wort redete. „Das wäre die siebte Spielothek in Cham. Wir hätten mit einer Spielothek auf 2400 Einwohner eine höhere Dichte als München auf 5600.“ Der Bauausschuss setzte gegen zwei Gegenstimmen ein „mediales Zeichen“ und lehnte ab auf die Gefahr hin, dass das Landratsamt den Beschluss zurückverweist.

Ebenfalls – und zwar einstimmig – abgelehnt wurde die Voranfrage von Jim Gebhardt, der ein Mehrfamilien-Wohnhaus in Chammünster, Burgfriede 31, errichten wollte. Ganz abgesehen von der miserablen Zufahrt, sei dieses riesige Bauvorhaben im Außenbereich einfach nicht möglich, so Strohmeier-Heller. Dieser Ansicht waren alle und lehnten ab.

Die Bauanträge

Folgende Bauanträge wurden befürwortend an das Landratsamt zur Genehmigung weitergeleitet: Manuel und Kerstin Sterr, Neubau eines Einfamilienhauses in der Hetzenbergstraße 20 in Windischbergerdorf; Johannes Kelnhofer, Neubau eines Schuppens in Windischbergerdorf Stückfeldstraße 23; Josef Rädlinger, Neubau einer Lagerhalle in Windischbergerdorf, Kammerdorferstraße 16; Manfred Zollner. Neubau eines Regenrückhaltebeckens zur Baugebietserschließung in Vilzing „Am Bärnbach“, Bachleiten; Herbert Dankerl Bau-GmbH, Geländeauffüllung in Windischbergerdorf, Sellinger Straße 25; Stadtwerke Cham, Errichtung einer Trinkwasser-Hochbehälters am Ehrenhain in der Katzberger Straße; ASV Cham, Errichtung eines Sprecherturms mit Geräteraum und Anzeigetafel Im Quader 5

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