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Bildung

Das Leben auf dem Bauernhof

Rodinger Realschüler erfuhren nicht ohne Staunen, wie ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb funktioniert.

  • Warum braucht der Landwirt moderne Technik? Dazu gab es für die Schüler vielerlei Antworten. Fotos: Matthias Steinbauer/Realschule
  • Lernen hautnah, mit allen Sinnen und ohne Berührungsängste: von links Moritz Lippert (6d), Julia Schmid (6d), Julian Furtner (6d), Matthias Weilhammer.
  • Wie wird eine Kuh gemolken? Von links: Florian Bräu, Patricia Steinbauer, Lena Weiherer (6d), Katharina Braun (6d), Laura Stoiber (6d) und Patricia Kummer (6d)
  • Glückliche Schüler und glückliche Hühner

Roding.„Fürs Leben lernen“: So lautet das Motto der Konrad-Adenauer-Realschule in Roding. Diese Devise, wie auch das jüngst vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus verabschiedete Konzept „Schule fürs Leben“, hat den Anspruch, Schülern über den theoretischen Lehrstoff hinaus das nötige Rüstzeug für lebenspraktische und alltagsbezogene Aufgaben mit auf ihren Weg in die Zukunft zu geben, so dass sie diesen selbstbestimmt und verantwortungsbewusst gehen können. So sollen die Schüler in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, selbstbestimmtes Verbraucherverhalten, Umweltverhalten und Haushaltsführung für das wahre Leben fit gemacht werden.

Diese Bereiche lassen sich in ihrer Gesamtheit und Wechselbeziehung kaum besser abdecken als auf einem Bauernhof als außerschulischem Lernort. So machten sich zwei 6. Klassen der Konrad-Adenauer-Realschule mit drei ihrer Geografielehrer auf nach Ponholz, einem Ortsteil von Maxhütte-Haidhof im Landkreis Schwandorf, zu dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Weilhammer.

Empfang auf dem Hof

Dort wurden die Schüler nicht nur von der Familie Weilhammer, sondern auch von den Meisterschülern der Landwirtschaftsschule Nabburg erwartet. Dank der Mitwirkung der Landwirtschaftsschule des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf war gewährleistet, dass die Sechstklässler in Kleingruppen und unter der Anleitung einer Vielzahl junger externer Experten die verschiedenen Facetten der Landwirtschaft hautnah und mit allen Sinnen erleben konnten. Die angehenden Landwirtschaftsmeister und zukünftigen Betriebsleiter hatten fünf Stationen auf dem Hof der Weilhammers vorbereitet, an denen den Rodinger Schülern eine moderne Erzeugung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte näher gebracht wurde.

So wurde im Laufstall der Tagesbedarf der einzelnen Futtermittel und des Wassers pro Kuh im Vergleich zu der von einer Kuh gegebenen Milch in Tetra Packs präsentiert. Durch Anfassen, Riechen und anhand von Erläuterungen lernten die Schüler die einzelnen Futtermittel und ihre Bedeutung kennen, schätzten das Gewicht des täglichen Bedarfs sowie die Menge der täglich gegebenen Milch. Anschließend wurde mit großen Augen und offenem Mund bewundert, wie sich immer wieder einzelne Kühe bereitwillig und selbstständig an den Melkroboter begaben, um sich von diesem vollautomatisch und offensichtlich mit Genuss melken zu lassen.

Am Hühnermobil durften die Realschüler den großzügigen Auslauf der Hühner rund um den mobilen Stall begutachten und mit den freilaufenden Hühnern auf Tuchfühlung gehen. Auch hier konnten die Schüler den täglichen Bedarf der einzelnen Futtermittel schätzen und wiegen sowie die Menge der täglich gelegten Eier erfahren. An dieser Stelle wurde natürlich auch über die Entschlüsselung des auf dem Ei abgedruckten Herstellercods gesprochen.

An der dritten Station waren die Sechstklässler von den modernen und großen landwirtschaftlichen Maschinen sichtlich beeindruckt. Nachdem über deren Einsatzzwecke, Leistung, Gewicht und Preis gesprochen wurde, war der Wunsch sehr groß, die Maschinen aus nächster Nähe zu inspizieren und Probe zu sitzen.

An der nächsten Station bestimmten die Schüler die am Hof der Familie Weilhammer angebauten Kulturpflanzen sowie deren Menge und die Größe der dafür genutzten Fläche. In diesem Zusammenhang wurde über die Gründe und Richtlinien des Einsatzes von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie die Bedeutung der Ausbringung von Gülle aufgeklärt.

Erzeugung und Vermarktung

Im Hofladen konnten die jungen Leute begutachten, welche Lebensmittel aus den Erzeugnissen des Betriebes hergestellt und vermarktet werden. Dabei durften die Mädchen und Jungen aus Roding auch selber mit anpacken. Mit viel Elan und Krafteinsatz wurde aus Milch Butter gemacht. Außerhalb des Hofladens probierten viele an der Milchtankstelle die frische Milch der Kühe, mit denen kurz vorher Bekanntschaft gemacht wurde.

Nachdem Bauer Weilhammer beim Backen des Brotes im Steinofen beobachtet wurde, gab es dieses zum Schluss der Veranstaltung als Stärkung zusammen mit frischer Butter und Joghurt als Nachspeise.

Bei diesem Projekttag traten die landwirtschaftlichen Betriebsleiter von morgen mit den Verbrauchern von morgen in Kontakt. Keine Unterrichtsstunde hätte das Interesse und Verständnis für die Landwirtschaft und Lebensmittel im selben Maße wecken können wie dieser Tag, an dem die Schüler vor Ort aktiv und im Austausch mit vielen Experten die Landwirtschaft erleben konnten. Dieses Verständnis ist ihrer Ansicht nach nötig, um in Zukunft als mündiger Verbraucher regional und verantwortungsvoll erzeugte Lebensmittel zu erkennen und sie, wie auch die Arbeit der Landwirte, wertzuschätzen.

Der Schultag

  • Betrieb:

    Zu diesem Zweck besuchten die Schüler den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Weilhammer in Ponholz.

  • Führung:

    Die Weilhammers und Meisterschüler aus Nabburg führten sie durch den Hof.

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