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Jubiläum

Das Mehrgenerationen-Haus für alle

Ein MGH wie in Waldmünchen ist genau das, was die Gesellschaft brauche. Da sind sich die Politiker beim Zehnjährigen einig.
Von Petra Schoplocher

Das Mehrgenerationenhaus lebt von den Menschen, die sich auf vielfältige Weise einbringen und so für ein reiches Programm sorgen. Deswegen wollte sie Projektleiterin Susanne Nock nicht nur begrüßen. Sie setze den Ehrenamtlichen ein kleines „Playmobil“-Denkmal. Foto: Schoplocher
Das Mehrgenerationenhaus lebt von den Menschen, die sich auf vielfältige Weise einbringen und so für ein reiches Programm sorgen. Deswegen wollte sie Projektleiterin Susanne Nock nicht nur begrüßen. Sie setze den Ehrenamtlichen ein kleines „Playmobil“-Denkmal. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Wie sollte es anders sein: Sogar in die Szene, die an diesem Tag das Mehrgenerationenhaus Waldmünchen symbolisieren soll, hat Susanne Nock eine Menge Ideen, Energie und Findungsgabe hineingesteckt. Und damit selbst gezeigt, was die Projektleiterin wenig später in ihrer Begrüßung selbst feststellte: „Die Menschen sind die Seele dieses Hauses.“

Ein Haus, das am Sonntag sein zehnjähriges Bestehen als Mehrgenerationenhaus (MGH) feiern konnte. Ein Haus, das Bürgermeister Markus Ackermann als „absolute Perle für Waldmünchen“ und „Leuchtturmprojekt für die Region“ bezeichnete. Zu dem Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder sagte, dass es Orte wie diesen brauche, damit Menschen sich treffen könnten. Das für Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Hopp zeige, wie wichtig es sei, dass Menschen füreinander einstehen und füreinander da sein würden. „Das Haus ist wirklich ein Segen für diese Stadt und ihre Menschen“, fasste Franz Löffler zusammen.

Rasch Mitstreiter gefunden

Geballtes Ehrenamt. Verantwortliche und politische Prominenz nutzten den Festakt, um auch öffentlich einmal „Danke“ zu sagen. Foto: ps
Geballtes Ehrenamt. Verantwortliche und politische Prominenz nutzten den Festakt, um auch öffentlich einmal „Danke“ zu sagen. Foto: ps

Der Landrat, vor gut zehn Jahren mit Martina Mathes und Alois Nock einer der Ideen- und Impulsgeber, drehte das Rad der Zeit zurück und erinnerte an die ersten Überlegungen. Damals habe man ein Defizit erkannt: „Die Leut’ kommen nimmer so zam, wie es eigentlich sein sollte.“ Die Antwort: das MGH. Allerdings, und das machte der frühere Bürgermeister deutlich: „Verordnen kann man so was nicht.“ Zwar hätten die Verantwortlichen das Zutrauen gehabt, dass sich Begeisterte finden werden, dass es aber so hervorragend klappe und die Aktivitäten derart großartig seien, erfülle ihn mit Stolz. In dem Haus wehe ein wahrlich guter Geist, freute er sich. Auch Markus Ackermann ließ den Blick zurück schweifen. Dem MGH sei es gelungen, die Rolle zu übernehmen, die das früher im gleichen Gebäude beheimatete Café Feichtmayr ausgefüllt habe: ein wichtiger Treff- und Anlaufpunkt für die Bürger zu sein.

Als „Generationenband“ wurde das Trio Martin und Johannes Liegl sowie Sepp Blaha (r.) begrüßt. Der elfjährige Johannes sang den passenden Song „Ist da jemand“ und begeisterte ebenso wie sein Vater mit dem seinem Sohn gewidmeten Lied „Süchtig. Foto: ps
Als „Generationenband“ wurde das Trio Martin und Johannes Liegl sowie Sepp Blaha (r.) begrüßt. Der elfjährige Johannes sang den passenden Song „Ist da jemand“ und begeisterte ebenso wie sein Vater mit dem seinem Sohn gewidmeten Lied „Süchtig. Foto: ps

Als Erfolgsfaktor machte er die hohe Qualität und die Stimmigkeit der Angebote aus. Vom niederschwelligen Zusammentreffen bis zu integrativen Kursen und decke das MGH „das Riesenspektrum des ganzen gesellschaftlichen Bedarfs“ ab. Deswegen sei es auch nie zur Debatte gestanden, die Einrichtung in Zeiten finanzieller Unsicherheiten sterben zu lassen. Nach Auslaufen des Bundesförderpogramms, mit dessen Hilfe das Haus ins Leben gerufen wurde, fehlte Geld, das die Stadt dann aufbrachte. Das Herzblut und die Leidenschaft der Macher – aktuell Susanne Nock und Mitarbeiterin Kristina Schlaegel – seien zusammen mit dem freundschaftlichen Miteinander aller Beteiligten die Garantie für eine großartige Mannschaftsleistung.

Gute Gespräche: Auch Martin Wagner, Susanne Nocks Vorgänger, war gekommen und freute sich über einen Plausch mit Dieter Hohmann (rechts). Foto: ps
Gute Gespräche: Auch Martin Wagner, Susanne Nocks Vorgänger, war gekommen und freute sich über einen Plausch mit Dieter Hohmann (rechts). Foto: ps

Dass in dieser Mannschaft viele „spielen“ würden, machte die Liste derer deutlich, die Susanne Nock für ihr ehrenamtliches Engagement für das MGH ehren wollte. Die „Kalendergirls“, die für den Begehbaren Adventskalender zeichnen: Andrea Vogl, Barbara Konering und Isabell Koller. Die Hausbesitzer Erika und Siegfried Wagner. Die „Hilfshausmeister“ Maximilian und Moritz Blume-Nock, die auch abends auf Zuruf ausrücken würden, wenn ein Beamer nicht geht. . Die „lebende Videokamera“ Sepp Liegl und „Vorleseoma“ Ingrid Milutinovic. Dieter Hohmann, der mit seiner Modelleisenbahngruppe einer der ersten Beleger war. Tom Fischer und Rosmarie Kärtner mit ihren neuen Angeboten. Die Thekenkräfte Marianne Schönsteiner, Edith Grimm und Monika Daschner. Wobei Letztere wie alle anderen eine Urkunde und ein Geschenk erhielt, zudem aber von Landrat Löffler die Ehrenamtscard überreicht bekam.

Zwei große Umbauten

Siegfried Wagner senior und seine Frau Erika bekamen warmherzigen Applaus, als ihnen für ihr „großartiges bürgerschaftliches Engagement“ gedankt wurde. Die Hausbesitzer hätten immer ein offenes Ohr, dankte Susanne Nock. Kristina Schlaegel überreichte ein Geschenk. Foto:ps
Siegfried Wagner senior und seine Frau Erika bekamen warmherzigen Applaus, als ihnen für ihr „großartiges bürgerschaftliches Engagement“ gedankt wurde. Die Hausbesitzer hätten immer ein offenes Ohr, dankte Susanne Nock. Kristina Schlaegel überreichte ein Geschenk. Foto:ps

Die Erweiterung des Hauses um den Raum Combourg, das VHS-Büro und den Stodl 2014 sowie zwei Jahre später die große Umbaumaßnahme mit Neugestaltung des Eingangsbereichs und der Toiletten und der Schaffung eines weiteren Seminarraums seien Meilensteine der Erfolgsgeschichte gewesen, verdeutlichte Susanne Nock. Und immer wieder die Menschen. „Menschen, nicht Mauern, machen Städte“, unterstrich sie, die auf unterhaltsame Weise darstellte, was es für ein erfolgreiches MGH brauche: Geld, eine Bleibe, Partner und eben Menschen. Menschen jeden Alters und jeder Herkunft, wie sie unterstrich. „Ob bayerisch, dunkelhäutig, Kinder, alt, jung, mit Handicap oder ganze Familien.“ Sie alle haben in der Szene, in der Susanne Nocks Playmobilfiguren nachzeichnen, was das Haus ausmacht, ihren Platz gefunden. Manchmal ist es ganz einfach.

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