MyMz
Anzeige

Rechtstipps

Das müssen Sie nach einem Unfall tun

Damit der Parkunfall nicht zum Drama wird: Unser Experte informiert darüber, wie nach einem Blechschaden zu reagieren ist.
Von Benedikt Kuchenreuter

Es hat gekracht und ist mit Blechschaden ausgegangen. Wie ist der Unfall zu regulieren? „Der Betroffene kann zwischen einer fiktiven und konkreten Abrechnung wählen“, erklärt unser Experte.Foto: Maurizio Gambarini/dpa
Es hat gekracht und ist mit Blechschaden ausgegangen. Wie ist der Unfall zu regulieren? „Der Betroffene kann zwischen einer fiktiven und konkreten Abrechnung wählen“, erklärt unser Experte.Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Cham.2019 ereigneten sich in Deutschland über zwei Millionen Verkehrsunfälle ohne Personenschaden, wie zum Beispiel Parkplatzunfälle. Für den Betroffenen stellt sich auch nach einem Blechschaden die Frage, wie der Unfall zu regulieren ist. Die Praxis zeigt, dass dies nicht immer einfach ist. So kann der Betroffene zwischen einer fiktiven und konkreten Abrechnung wählen. Eine Kombination von konkreter und abstrakter Abrechnung ist dagegen nicht möglich.

Im Zuge der konkreten Abrechnung werden alle Schadenspositionen ersetzt, die zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands erforderlich sind. Dagegen erfolgt eine fiktive Abrechnung auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens oder Kostenvoranschlags. Grundgedanke der fiktiven Abrechnung ist, dass der Geschädigte sein Fahrzeug nicht reparieren lässt bzw. die Reparatur selbst durchführt. Wenn sich der Geschädigte für eine fiktive Abrechnung entscheidet, werden grundsätzlich alle Schadenspositionen beglichen, die auch bei einer tatsächlichen Reparatur anfallen würden, jedoch nicht die Mehrwertsteuer.

Hier wird die Mehrwertsteuer ersetzt

Experte Benedikt Kuchenreuter
Experte Benedikt Kuchenreuter

Daher zählen zu den ersatzfähigen Schäden die Nettoreparaturkosten, die Wertminderung, die Unkostenpauschale, die Sachverständigenkosten, der Nutzungsausfallschaden, die Verbringungskosten, UPE-Aufschläge, der merkantile Minderwert und die Kosten der Beilackierung. Die Mehrwertsteuer wird dem Geschädigten dann ersetzt, wenn sie tatsächlich angefallen ist, dies muss der Geschädigte z.B. durch Teilerechnungen nachweisen.

Recht

Wann müssen Kinder für Eltern zahlen?

Unser Rechtsexperte erklärt, wann Kinder die Pflegeheimkosten ihrer Eltern nach einer Gesetzesänderung übernehmen müssen.

Nach dem „Vier-Stufenmodell“ des BGH ist unter der Berücksichtigung von Reparaturaufwand (Reparaturkosten plus Mehrwertsteuer), Wiederbeschaffungswert und Wiederbeschaffungsaufwand (Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert) zu unterscheiden: Ist der Reparaturaufwand geringer als der Wiederbeschaffungsaufwand (erste Stufe), kann der Geschädigte die fiktiven oder konkreten Reparaturkosten verlangen.

Liegt der Reparaturaufwand zwischen Wiederbeschaffungsaufwand und Wiederbeschaffungswert (zweite Stufe), werden im Zuge der konkreten Abrechnung die Reparaturkosten erstattet, ohne dass eine Pflicht des Geschädigten besteht, dass er das Fahrzeug weiterbenutzen muss. Der Geschädigte kann also den Schaden reparieren lassen und das Fahrzeug direkt im Anschluss weiterverkaufen.

Rechnet der Geschädigte jedoch fiktiv ab, so muss der Geschädigte dieses Fahrzeug mindestens sechs Monate weiterbenutzen, ob lediglich notrepariert oder gänzlich unrepariert. Der Geschädigte muss dabei darauf achten, dass das Fahrzeug verkehrssicher ist.

Recht

Rechtliche Regeln für Promille im Job

Unser Rechtsexperte erklärt alles Wissenswertes rund um Alkoholverbote und Alkohol-bedingte Kündigungen am Arbeitsplatz.

Alles rund um die Reparaturkosten

Liegt der Reparaturaufwand zwischen Wiederbeschaffungswert und weiteren 30 Prozent (dritte Stufe), hat der Geschädigte einen Anspruch auf Ersatz der Reparaturkosten nur in Form einer konkreten Schadensabrechnung der Reparaturkosten. Die Reparatur muss vollständig und fachgerecht erfolgt sein. Darüber hinaus muss der Geschädigte das Fahrzeug mindestens sechs Monate weiterbenutzen. Nur in diesem Fall ist dann der Integritätszuschlag in Höhe der weiteren 30 Prozent gerechtfertigt.

Weitere Beiträge aus unserer Rechtsserie finden Sie hier

Liegt der Reparaturaufwand oberhalb der 130 Prozent-Grenze (vierte Stufe), erfolgt grundsätzlich keine Erstattung der Reparaturkosten. Eine Aufspaltuung der Reparaturkosten in wirtschaftlich tragbare Kosten, bis zur 130 Prozent-Grenze und einen darüber hinausgehenden Aufwand kann nicht erfolgen. Dem Geschädigten wird dann nur der Wiederbeschaffungsaufwand ersetzt.

Arbeitsrecht

Das müssen Jobber in der Rente wissen

Unser Experte erklärt, was Ruheständler unbedingt tun müssen, die noch ein bisschen weiterarbeiten wollen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht