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Vorfreude

Das Rannersdorfer Dirndl ist ein Unikat

Vom 15. bis 18. Juni feiert die Feuerwehr Jubiläum. Dafür braucht es Festdamen – und die brauchen ein festliches Gewand.
Von Petra Schoplocher

Das Band einfädeln und dann noch die Schleife: Die 15-jährige Rebecca fühlt sich im „Rannersdorfer“ Dirndl toll. Damit ist sie nicht allein: Die Festgewänder für das Feuerwehrjubiläum kommen bei den Damen gut an. Foto: ps
Das Band einfädeln und dann noch die Schleife: Die 15-jährige Rebecca fühlt sich im „Rannersdorfer“ Dirndl toll. Damit ist sie nicht allein: Die Festgewänder für das Feuerwehrjubiläum kommen bei den Damen gut an. Foto: ps

Waldmünchen. Es ist ein Geheimnis, in das erst wenige eingeweiht sind. Natürlich die über 40 Frauen und Mädchen, auf die beim Feuerwehrfest alle Blicke gerichtet sein werden. Und der entsprechende Ausschuss, aber dann... Wie mag es aussehen, das Festkleid, mit dem sich die Ranners- und Zillendorferinnen am dritten Juniwochenende präsentierten werden?

„Wow“, mag es einem da spontan entfahren, als Rebecca aus der Umkleidekabine tritt. Zwar ist das Festdirndl in seiner vollendeten Schönheit noch gar nicht entfaltet, aber auch ohne Schürze ist das Besondere schon zu erkennen. Die 15-Jährige jedenfalls strahlt und Mama Claudia schaut mehr als zufrieden.

 Mit diesem Entwurf gingen Claudia Späth und die Damen des Festausschusses auf Meinungsfang. „Natürlich gab es unterschiedliche Geschmäcker“, sagt sie. Aber letztlich war der Großteil mit Auswahl und Ergebnis zufrieden. Foto: ps
Mit diesem Entwurf gingen Claudia Späth und die Damen des Festausschusses auf Meinungsfang. „Natürlich gab es unterschiedliche Geschmäcker“, sagt sie. Aber letztlich war der Großteil mit Auswahl und Ergebnis zufrieden. Foto: ps

Es ist kein leichtes Unterfangen gewesen, erzählt Claudia Späth. Weil sie zusammen mit Anita Rampf die einzige Frau im Festausschuss ist, fiel den beiden die Kleiderfrage automatisch zu. Dabei ging es im Spätsommer zunächst um eine grundsätzliche Frage: Abendkleid oder Dirndl? Claudia Späth tendierte von Anfang zu Zweitem. „Schließlich zieht man das viel eher noch mal an.“ Auch persönlich sei sie ein Dirndlfan, trägt es sogar bei der Arbeit.

Die einzelnen Mieder hängen fein säuberlich auf der Stange, jedes ist mit einem Namensschild versehen. Michael Ebnet muss nicht lange suchen. Mit fast 50 Dirndln zählt die FF Rannersdorf in diesem Jahr für ihn zu seinen größeren Gruppen. Foto: ps
Die einzelnen Mieder hängen fein säuberlich auf der Stange, jedes ist mit einem Namensschild versehen. Michael Ebnet muss nicht lange suchen. Mit fast 50 Dirndln zählt die FF Rannersdorf in diesem Jahr für ihn zu seinen größeren Gruppen. Foto: ps

Die Suche begann zwar nicht in Dietersdorf, dort endete sie aber. Genauer gesagt beim Familienunternehmen Ebnet, das neben anderem spezialisiert ist auf die Ausstattung von Vereinen. „Wir hatten gleich ein gutes Gefühl“, berichtet Claudia Späth. Im Herbst fuhr eine kleine Delegation Festdamen in den Schönseer Ortsteil, um sich Dirndl und Stoffe anzuschauen. Muster, Farbkombinationen, „das war schon schwierig“, erinnert sich die engagierte Ehrenamtliche.

Zumal von vornherein klar war, dass sich bei über 40 Festdamen und -mädchen nicht würden alle Vorlieben unter einen Hut bringen lassen. Gesetzt war allerdings, dass „ganz kurz nicht geht“. Aber Farben und Stoffe, „klar, gab es da Diskussionen“. Letztlich kam bei den Beratungen in dem Fachgeschäft aber etwas heraus, „das ganz unser Geschmack und Stil ist“, freut sich Späth.

Zwei verschiedene Schürzen

Und: Das Festdirndl der Feuerwehr Rannersdorf ist ein Unikat. Eines mit Besonderheit: Denn statt mehrerer Outfits für die Festtage entschieden sich die Jubilare für zwei verschiedene Schürzen, eine davon besonders festlich. Aus dem, was sich die Frauen ausgesucht hatten, wurde erst einmal ein Prototyp genäht, erklärt Junior-Chef Michael Ebnet – in der eigenen Fertigung in Dietersdorf, versteht sich. Dann ging es nur noch um die Feinabstimmung, ehe dem Festausschuss und einer Hand voll Frauen („Das dürfen aus praktischen Gründen nicht zu viele sein“) der Entwurf präsentiert wurde. Als diese schließlich ihr Placet gegeben hatten, „musste“ jede Einzelne nach Dietersdorf, um sich vermessen zu lassen – und für die Firma Ebnet ging die Arbeit erst richtig los.

„Rose-Dirndl“ ist seit fast 50 Jahren die Marke, unter der die Michael Ebnet GmbH Dirndl herstellt. In der Regel umfassen Serien nur etwa 30 Stück. Auch die Rannersdorfer Kleider sind „Rose-Dirndl“ und Unikate, wie das von „Monika“.Foto: ps
„Rose-Dirndl“ ist seit fast 50 Jahren die Marke, unter der die Michael Ebnet GmbH Dirndl herstellt. In der Regel umfassen Serien nur etwa 30 Stück. Auch die Rannersdorfer Kleider sind „Rose-Dirndl“ und Unikate, wie das von „Monika“.Foto: ps

Denn im Grunde sind es Maßanfertigungen, die die 24 Frauen und 18 Jüngeren bekommen. Nach der ersten Anprobe wurde jedes Dirndl handgefertigt. Wobei es „Dirndl“ nicht genau trifft, denn die Feuerwehrfrauen entschieden sich für die Kombination Mieder plus Rock, nur der Nachwuchs schlüpft ins Kleid. Gerade zu dem Mieder waren einige kritische Stimmen zu hören, berichtet Claudia Späth schmunzelnd. „Aber jetzt herrscht Begeisterung“ – Zumal sich diese Art Spencer auch sehr gut einmal zu einer Jeans tragen lässt.

Kleine Korrekturen

Die meisten Frauen, Jugendlichen und Kinder, die zur Anprobe kommen, können ihr Festgewand gleich mitnehmen. Manchmal sind noch kleine Korrekturen nötig, „größere Operationen kommen sehr selten vor“, berichtet Michael Ebnet, und meist nur dann, wenn sich die Schneiderin vermessen oder verschrieben hat.

Sicher verpackt können Mutter und Tochter ihre Dirndl mitnehmen. Selbstverständlich wird es vor dem Fest nicht getragen, „wie es genau aussieht, soll ja eigentlich auch eine Überraschung sein“, sagt Claudia Späth. Foto: ps
Sicher verpackt können Mutter und Tochter ihre Dirndl mitnehmen. Selbstverständlich wird es vor dem Fest nicht getragen, „wie es genau aussieht, soll ja eigentlich auch eine Überraschung sein“, sagt Claudia Späth. Foto: ps

Das Dirndl, das sich die Feuerwehr ausgesucht hat, gefällt auch den beiden Chefs ausgesprochen gut. „Wir legen Wert auf Tradition“, sagt Ebnet junior, der überzeugt ist, dass sich Qualität – wenn sie auch ihren Preis hat – durchsetzt. Auch das Rannersdorfer Modell hat nicht zuletzt wegen der hochwertigen Stoffe seinen Preis, aber dafür „bekommen wir etwas ganz Besonderes“, meint Claudia Späth.

Das findet auch Tochter Rebecca, die im Kindergartenalter ihr erstes Dirndl bekam. „Fühlt sich toll an“, sagt die 15-Jährige, als ihr Rosemarie Ebnet-Paa noch die Schleife hindrapiert. Und sieht auch noch einmalig gut aus.

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