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Agrar

Das Tierwohl steht im Fokus

Auf die Landwirte kommen dieses Jahr etliche Neuerungen zu. Sie betreffen neben Tierschutz auch die Düngeverordnung.

Eva Spießl-Mayr, Christian Schütz und Wolfgang Alt informierten über neue Regelungen in der Landwirtschaft.  Foto: Franz Bucher
Eva Spießl-Mayr, Christian Schütz und Wolfgang Alt informierten über neue Regelungen in der Landwirtschaft. Foto: Franz Bucher

Rötz.90 Landwirte waren am Montag der Einladung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) zu einer Info-Veranstaltung beim Antoniuswirt in Pillmersried gefolgt. Unter dem Motto „Aktuelles vom AELF“ informierten Landwirtschaftsoberrat Wolfgang Alt und Landwirtschaftsoberinspektor Christian Schütz über die neue Düngeverordnung und Agrarumweltmaßnahmen (KuLaP), Biodiversität sowie zu CC-Anforderungen im Bereich Tierschutz und Kombihaltung. Bei der Versammlung stellte sich Eva Spießl-Mayr, Wasserberaterin vom Fachzentrum Agrarökologie Amberg, seit Januar 2020 dem AELF Cham zugeteilt, vor.

Wie Schütz informierte, werden die sogenannten Cross Compliance Kontrollen (CC-Kontrollen) im Bereich der Tierhaltung und des Tierschutzes vom Veterinäramt Cham durchgeführt. Entsprechend einer EU-Vorgabe dürfen diese nur noch unangemeldet bei den Betrieben erfolgen.

Kennzeichnung von Tieren

Bei der Info-Veranstaltung ging es auch um die Tierhaltung nach neuesten Vorgaben. Foto: Carsten Rehder/dpa
Bei der Info-Veranstaltung ging es auch um die Tierhaltung nach neuesten Vorgaben. Foto: Carsten Rehder/dpa

Überprüft werden dabei die Kennzeichnung eines jeden Tieres mit Ohrmarken, die Registrierung im Bestandsregister, die Unterbringung und Versorgung der Rinder und Kälber nach den Vorgaben des Tierschutzes. Ebenso sind die Einhaltung der Lebensmittelsicherheit bei der Milchgewinnung und -lagerung und die Lagerung und Handhabung der Futtermittel Kriterien, die bei einer CC-Kontrolle durch Mitarbeiter des örtlichen Veterinäramtes abgearbeitet werden.

In Bezug auf das Tierwohl sagte Schütz, dass es nun auch eine Lösung für kleinere Anbindehaltungsbetriebe, die Kombihaltung, gebe. Dabei haben die Kühe 120 Tage die Möglichkeit zum Weidegang oder mit der Erfüllung von besonders guten Haltungsbedingungen für die Tiere im Stall 90 Tage Zugang zur Weide. Heuer gibt es wieder eine Einzelbetriebliche Förderung (EIF).

Weiter informierte Schütz über die Berufsausbildung Landwirt und Fortbildungen. In der regulären Ausbildung liegen die Zahlen bei zehn bis 15 Auszubildenden pro Jahr. Großer Beliebtheit erfreut sich das Bildungsprogramm Landwirtschaft (BiLa). Ein neuer Kurs ist für Herbst 2021 geplant; die Anmeldung läuft nur über das Bildungsportal im Internet www.weiterbildung.bayern.de.

Die Landwirtschaftsschule (Meisterschule) Cham hat aktuell ein 1. Semester mit 21 Studierenden. In der Teilzeitschule Hauswirtschaft hat im Herbst 2019 ein Jahrgang mit 21 Schülerinnen begonnen, er schließt im Frühjahr 2021 ab.

Wolfgang Alt ging auf die Änderungen der Düngeverordnung ein. So ergibt sich bei viehstarken Betrieben und Biogasbetrieben eine Erhöhung der Lagerkapazität für Wirtschaftsdünger auf bis zu neun Monate. Auf bestellten Ackerflächen dürfen flüssige, organische Wirtschaftsdünger nur noch streifenförmig (Schleppschlauch, Schleppschuhtechnik) ausgebracht werden. Harnstoffdünger müssen sofort eingearbeitet werden, außer sie enthalten einen Ureasehemmer, der die Ammoniakabgasung verhindert. Die Sperrfrist für Gülleausbringung im Landkreis Cham endet am 14. Februar. Bei der Stickstoffbodenuntersuchung ist eine frühzeitige Probenahme möglich.

Bildungsmöglichkeiten

  • Ausbildung:

    In der regulären Ausbildung liegen laut Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten in Cham die Zahlen bei zehn bis 15 Auszubildenden pro Jahr.

  • Anmeldung:

    Beliebt ist das Bildungsprogramm Landwirtschaft (BiLa). Ein neuer Kurs ist für Herbst 2021 geplant: Anmeldung unter www.weiterbildung.bayern.de.

  • Meisterschule:

    Die Landwirtschaftsschule (Meisterschule) in Cham hat aktuell ein erstes Semester. 21 Studierende durchlaufen derzeit die Berufsausbildung.

  • Hauswirtschaft:

    In der Teilzeitschule Hauswirtschaft hat im Herbst 2019 ein Jahrgang mit 21 Schülerinnen begonnen. Er schließt im Frühjahr 2021 ab.

Zur L1-Förderung informierte Alt, dass zur laufenden Antragstellung der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen Eingaben bis 28. Februar am AELF einzureichen sind. Die Maßnahmen seien wegen des Volksbegehrens bei Biodiversität und blühenden Flächen verbessert. Auslaufende Verpflichtungen können um drei Jahre verlängert werden. In der Flächenbewirtschaftung gibt es eine Reihe von Änderungen für die Landwirte. Neu ist der Gewässerrandstreifen von mindestens fünf Metern Breite, auf denen eine ackerbauliche Nutzung nicht zulässig ist. Auch bei der Grünlandbewirtschaftung ergeben sich erhebliche Veränderungenb wie die Mahd von innen nach außen, Walzeinschränkungen und Verbote beim Pflanzenschutz.

Frist für Anträge

Noch bis 28. Februar können Anträge für Maßnahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) und des Vertragsnaturschutzprogramms (VNP) gestellt werden. Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat das Budget für das Kulturlandschaftsprogramm um 24 Millionen Euro erhöht.

Damit können neue Maßnahmen aus den Bereichen Artenschutz, Biodiversität, Boden- und Gewässerschutz gefördert werden. Das Angebot umfasst die Umstellung auf ökologischen Landbau, die Anlage von Blühflächen auf Ackerflächen, die extensive Grünlandnutzung, die Anlage von Schutzstreifen und die Erhaltung von Streuobst. Der Förderzeitraum für neue Maßnahmen beträgt fünf Jahre. Die Antragstellung erfolgt beim AELF.

Auslaufende Verpflichtungen des Zeitraums 2015 bis 2019 können um drei Jahre mit einer Anschlussverpflichtung verlängert werden. Die Antragstellung ist ausschließlich online unter ibalis.bayern.de möglich. (wbf)

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