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Furth im Wald

Das Verhältnis von Prunk und Macht

Dr. Jörg Zedler von der Universität Regensburg Foto: fwp (Archiv)
Dr. Jörg Zedler von der Universität Regensburg Foto: fwp (Archiv)

Furth im Wald.Am Montag referierte Dr. Jörg Zedler von der Universität Regensburg zu dem Thema „pomp serves power! ? – Zur Bedeutung des Zeremoniells im 19. Jahrhundert“. Herausgehoben wurde vom Referenten das Verhältnis von Prunk und Macht. Jörg Zedler ging unter anderem auf die Bedeutung monarchischer Zeremonien in früher Zeit wie auch noch heutzutage ein – ein Thema, das inhaltlich überaus interessant war. Nach eingehender Diskussion überreichte der Vorsitzende des Historischen Vereins Furth im Wald, Sigi Wild, an den Referenten zum Dank für das sehr interessante Referat ein Präsent, während Elfriede Kellnhofer als Vertreterin der Stadt Furth im Wald an Sigi Wild in Anerkennung für die Organisation der Vortragsreihe „Historischer Herbst“ anlässlich des Kirtamontags einen Korb leckerer Kücheln überreichte.

Eingangs erwähnte Jörg Zedler, dass der Meister zeremonieller Inszenierungen die britische Monarchie sei – zumindest geltend für die gegenwärtigen europäischen Verhältnisse. Gerade solche Akte hinterließen sehr wohl Spuren im kollektiven Gedächtnis, stellte er fest. Die Frage, inwieweit zum Beispiel hinter der öffentlichkeitswirksamen Präsentation von Anlässen nur ornamentales Beiwerk oder doch eine andere Form der Politik stecken könnte, wurde von dem Referenten ausführlich dargelegt.

„Kann Pomp als ein Zeremoniell auch eine Art der Machtausübung sein?“, lautete die Frage Zedlers. So dienen zeremonielle Akte wie Ordensverleihungen, staatliche Feiertage, Hochzeiten oder Begräbnisse von Persönlichkeiten dazu, Ansehen und Macht zu stabilisieren. Dabei brachte der Referent als Beispiele Leichenfeiern für Monarchen, hier den Königen in Bayern und Belgien im Zeitraum von 1825 bis 1934. Gerade die Leichenfeier möglichst pompös auszugestalten, diente letztlich auch der Stiftung von Identität. So gilt das gemeinschaftliche Trauern dabei als eines der stärksten emotionalen Mittel zum Aufbau einer politischen Gemeinschaft. Je mehr Menschen an einem Königsbegräbnis teilnahmen, desto eindrucksvoller war auch die gesellschaftliche Akzeptanz des von dem Monarchen verkörperten Systems.

So lässt die Untersuchung von Monarchenbegräbnissen Rückschlüsse auf die innen- wie außenpolitischen Verhältnisse eines Staates zu. Dies erläuterte Jörg Zedler an verschiedenen Beispielen im genannten Zeitraum. Machtpolitisch weniger potente Staaten mussten die politischen Möglichkeiten des Zeremoniells intensiver nutzen als Großmächte.

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