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Bildung

Das Warten auf dem Kötztinger Schulberg

Vor dem Schulstart hat sich auf dem Bildungshügel einiges getan. Eins hätten jedoch alle gern: schnelles Internet.
Von Roman Hiendlmaier

Wann erreicht die Breitband-Anbindung den Schulberg? So schnell wie möglich heißt es von Landkreisseite – ein Termin ist aber nicht in Sicht. Foto: Cicek
Wann erreicht die Breitband-Anbindung den Schulberg? So schnell wie möglich heißt es von Landkreisseite – ein Termin ist aber nicht in Sicht. Foto: Cicek

Bad Kötzting.Noch herrscht Ferienruhe auf dem Schulberg – äußerlich. In den Sekretariaten und Schulleiterbüros hat dagegen zu Monatsbeginn wieder die „Vorsaison-Routine“ begonnen, wie der Grundschulrektor Michael Prager die Planungen und Kontaktaufnahmen vor dem Start nächste Woche beschreibt.

Wenn Prager am Dienstag die Türen für das neue Schuljahr, beginnt für 58 Abc-Schützen ein neuer Lebensabschnitt. „Eine schöne Zahl“, sagt der Schulleiter, damit könne man sehr gut drei Anfangsklassen bilden, bei denen die Lehrer die einzelnen Schüler gut im Blick haben. Insgesamt 250 Schüler werden in den zwölf Klassen unterrichtet, damit sei sein Kollegium gut ausgelastet. Im Lehrerzimmer habe sich in den vergangenen Wochen wenig verändert, neu an der Schule sind lediglich Fachlehrerin Stefanie Aschenbrenner und Kaplan Matthias Meckel. Auch die Offene Ganztagsschule wird in diesem Schuljahr eine Betreuung von Montag bis Freitag bis jeweils 16 Uhr anbieten, so Prager.

Sozialarbeit an der Grundschule

Neu an der Schule ist Robert Ebner, der zwar ein Mitarbeiter des Chamer Jugendamts ist, aber von 8 bis 16 Uhr die von den Lehrern lang ersehnte Jugendsozialarbeit übernimmt. Der Freistaat hat das Programm JaS – Jugendsozialarbeit an Schulen – gestartet, um Schüler mit schwierigen persönlichen oder familiären Bedingungen zu unterstützen. Der Bedarf für Jugendsozialarbeit wurde von weiterführenden Schulen nun auch auf Grundschulen erweitert. Schulisch freut sich der Grundschulrektor über den Einzug der Digitalisierung als Tablets für den Unterricht. Wie viele und wie gut diese bei der Datenleitung laufen, werde sich zeigen.

Lernen mit dem Tablet wird heuer an der Grundschule möglich. Foto: dpa
Lernen mit dem Tablet wird heuer an der Grundschule möglich. Foto: dpa

Informatik steht heuer auch nebenan in der Mittelschule vorne. „Es wird heuer erstmals Pflichtfach von der fünften bis zur siebten Klasse,“ sagt Rektor Mario Kleinert. Die „Software“ der Lehrer stehe fachlich gesehen bereit, mit einem neuen Server und einer zusätzlichen Leitung hoffe man, bei der Hardware gewappnet zu sein. Ansonsten laufe das Prozedere für den Schulleiter vor seinem zweiten Jahr in Bad Kötzting schon entspannter ab. Mit 319 Schülern in 16 Klassen sei man im Rahmen der normalen Schwankungsbreite unterwegs, auch mit Lehrern sei die Schule ausreichend versorgt, so Kleinert.

Während der Ferien wurden alle Schulen professionell gereinigt und kleinere Wartungen erledigt. In der Realschule wurde das Dach über der Aula abgedichtet. Foto: al
Während der Ferien wurden alle Schulen professionell gereinigt und kleinere Wartungen erledigt. In der Realschule wurde das Dach über der Aula abgedichtet. Foto: al

Der zweite Neuzugang unter den Bad Kötztinger Schulleitern freut sich, mit rund 70 Neuzugängen die Schülerzahl wieder über die 450er-Marke heben zu können, so Sabine Schmid, Rektorin der Realschule.

Auf die neuen warte dazu ein „neues Profil“: „In den fünften Klassen können die Schüler aus den Schwerpunkten Sport, Kunst und Forschung wählen, die in diesem Jahrgang und der sechsten Klasse vertieft behandelt werden.“ Diese Neuerung hat Schmid aus ihrer Vorgängerschule transferiert und in Absprache mit Lehrern und dem Elternbeirat nun installiert. Weiterer Schwerpunkt sei heuer das Stichwort „Medien“, das von den Lehrern jahrgangsstufen- und fachbezogen thematisiert werde.

Bis Baubeginn dauert‘s noch

An der Förderschule tüftelt Veronika Nerud noch am Stundenplan fürs neue Jahr, „aber wir können uns an der Versorgung mit Lehrkräften nicht beklagen,“ so die Schulleiterin. Förderlehrer seien noch rarer als ihre Kollegen der anderen Schularten. Daher sei man froh, dass zwei Abgänge durch eine Junglehrerin, eine Referendarin, einen Zweitqualifikanten und eine mobile Reserve ausgeglichen wurden. Die Lehrer kümmern sich um 110 Schüler in neun Klassen.

Im Untergeschoss der Förderschule harrt das Hallenbad auf Umfunktionierung zu Klassenzimmern, um das Container-Provisorium vom Schulhof zu bekommen. Foto: wf
Im Untergeschoss der Förderschule harrt das Hallenbad auf Umfunktionierung zu Klassenzimmern, um das Container-Provisorium vom Schulhof zu bekommen. Foto: wf

Wo Veronika Nerud der Schuh drückt, dazu genügt ein Blick aus ihrem Bürofenster auf den Schulvorplatz mit den Containern: „Vor uns steht das zweite Jahr der Stütz- und Förderklasse in dieser Behelfsunterkunft,“ so Veronika Nerud. Auch wenn zur Betreuung der künftig voraussichtlich neun Schüler personell ein großer Aufwand betrieben werde, und die Betreuer einen „super Job“ machten, wie die Schulleiterin lobt – der Wunsch nach einem Starttermin für den Um- und Ausbau der Schule werde zunehmend drängender. Diesen Wunsch zu erfüllen, sei aktuell jedoch noch nicht möglich, hieß es dazu gestern vonseiten der Stadtverwaltung. „Aktuell läuft die Genehmigungsplanung. Aber bei der momentanen Situation am Bau ist Druck machen eben sehr schwierig,“ so Stadtbauamtsleiter Christian Kopf.

Bildung

Nachwuchs-Sorgen statt Abi-Aufstand

Weniger als 25 Prozent der Schüler gehen ans Gymnasium. Das gefällt Bad Kötztings Direktorin Birgit Maier gar nicht.

An der Schulbergspitze wartet Direktorin Birgit Maier am Dienstag auf 588 Benedikt-Stattler-Gymnasiasten, davon 75 Fünftklässler. Alles im Lot also auch hier, wenn künftig 59 Lehrkräfte in der Regel in neun Jahrgangsstufen die Schüler aufs Abitur vorbereiten. Moderner, digitaler will auch das BSG werden und dafür unter anderem die WLAN-Situation im Haus verbessern. Kostenlose Hotspots sollen im ganzen Schulhaus problemlos digitales Arbeiten und Lernen ermöglichen – wenn einmal die dafür nötigen Kapazitäten geschaffen werden.

Wann das sein wird, ist nach den Worten von Landkreis-Pressesprecher Fritz Schuhbauer noch offen: „Im August wurde vom landkreis als Träger der Realschule und des Benedikt-Stattler-Gymnasiums der Auftrag zur Verkabelung dieser beiden Schulen mit Glasfaser vergeben. Wann dieser Auftrag ausgeführt wird, ist uns aber nicht bekannt“.

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