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Das Warten, dass wieder Leben einkehrt

Das Kinderhaus Löwenzahn in Zillendorf ist für den Neustart vorbereitet. Kinder waren in Sorge um Gesundheit des Osterhasen.
Von Sabrina Liegl

Der große Spielplatz des Kinderhaus Löwenzahn in Zillendorf ist derzeit verwaist. Der städtische Bauhof hat aber in den „Corona-Ferien“ ein neues Klettergerüst aufgebaut.  Foto: Schall
Der große Spielplatz des Kinderhaus Löwenzahn in Zillendorf ist derzeit verwaist. Der städtische Bauhof hat aber in den „Corona-Ferien“ ein neues Klettergerüst aufgebaut. Foto: Schall

Waldmünchen.Seit mehr als sechs Wochen haben die Kindertagesstätten wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Auch im Kinderhaus Löwenzahn in Zillendorf ist es nun sehr ruhig. Das Team um Kinderhausleiterin Karin Schall hat Dienstpflicht und muss für die Kinder da sein, die Notbetreuung benötigen. „Es kommen immer wieder Änderungen zu der Notbetreuung per E-Mail“, so Karin Schall. Für die Buben und Mädchen ist es derzeit im Kinderhaus auch komisch ohne ihre Freunde. Alleine in der Puppenecke zu spielen oder mit der Erzieherinnen ein Gesellschaftsspiel. Die Freunde fehlen.

Die Erzieherinnen bringen alles auf Vordermann und erledigen das, wofür sie sonst nicht viel Zeit haben, etwa alte Spiele aus- und neue einsortieren. Es wird Organisatorisches und Vorarbeit für die nächste Zeit durchgeführt.

Klettergerüst wurde erneuert

Das Klettergerüst im Garten hat nach mehr als 20 Jahren seinen Dienst getan und wurde bereits Mitte Februar von den Mitarbeitern des Bauhofes abgebaut. Der städtische Bauhof hat nun ein neues gebaut und es in den „Corona-Ferien“ aufgebaut. Der Rasen wurde durch die Baustelle in Mitleidenschaft gezogen und neu angesät. Der Sand wurde ausgetauscht und aufgefüllt. Der großzügige Garten ist für den Sommer startklar und wartet nur darauf, dass wieder Leben einkehrt. „Das ist einfach zu ruhig hier. Wir vermissen die Kinder sehr“, ist sich das neunköpfige Kinderhausteam einig.

Normalerweise hätten sie vor den Osterferien mit den Buben und Mädchen ein Osternest gebastelt, gesungen und sie auf die Osterfeiertage vorbereitet. Außerdem wäre geplant gewesen, dass Waltraud Kreppold, die Großmutter von Liam, nach Zillendorf kommt und Stoffhasen mit den Kindern bastelt. Die Kinder hätten den Hasen ausgeschnitten und mit Waltraud genäht. Diese Aktion fiel aus. Da den Erzieherinnen die Arbeit mit den Sprösslingen vermissen und damit die Kinder das Kinderhaus nicht vergessen, gab es bereits vor den Osterferien ein Video per WhatsApp an die Eltern mit einer lustigen Ostergeschichte. Am Gründonnerstag gab es für jedes Krippen- und Kindergartenkind eine Osterhasenpost mit Ausmalbildern, Versen und Liedtexten gegen die Langeweile. Zur Überraschung gab es noch einen Stoffhasen! Denn Liams Großmuttter wollte den Kindern eine Freude machen, wenn schon die Aktion wegen Corona ins Wasser gefallen ist. So wurde ihre Wohnung zur Osterhasenwerkstatt und sie nähte mehr als 60 Stoffhasen. Diese stellte sie vor die Haustüre von Karin Schall, damit sie noch zeitig in das Osternest mitkamen.

Kontaktsperre für Osterhasen?

„Die Kleinen bekommen schon viel über Corona mit“, sagt Karin Schall. Beim Verteilen der Osterpost wurde sie von ihren Schützlingen über den Gartenzaun gefragt, ob der Osterhase überhaupt kommen dürfe, weil Kontaktsperre sei. Oder: „Hoffentlich ist der Osterhase nicht auch an Corona erkrankt!“ Das sei irgendwie lustig, aber auch sehr traurig, so die Erzieherinnen. Für 17. Mai war das Sommerfest geplant. Dieses wurde bereits bei der letzten Personalversammlung vor zwei Wochen abgesagt. Nach den Osterferien hätten die Vorbereitungen begonnen. Die Verkehrserziehung mit Besuch der Polizeistation war bereits Anfang März.

Das Schreckliche sei einfach das Ungewisse: Wann und wie geht es weiter? Die Arbeit im Kinderhaus ist ein Beruf mit Nähe: das Wickeln der Kleinen, Hilfe beim Toilettengang, gemeinsames Lesen auf dem Sofa, oder Trösten. Die Kinder spielen in Gruppen in der Bau- oder Puppenecke. Die Kinder und das Personal freuen sich, wenn sie sich hoffentlich bald gesund alle wiedersehen. Die Vorschulkinder werden immer im Juli mit Übergabe der Schultüte, Foto- und Bastelmappe verabschiedet. Die Kinder wären sehr traurig, wenn es ohne Verabschiedung in die Sommerferien ginge und sie ihre Kumpels vorher nicht mehr sehen könnten.

Einschränkungen im Kinderhaus Löwenzahn

  • Notdienst:

    Das Team um Karin Schall hat Dienstpflicht und muss für die Kinder da sein, die Notbetreuung benötigen. Vier Kinder sind angemeldet, deren Eltern in der Altenpflege, Physiotherapie und Arztpraxis arbeiten. Meist sind nur ein bis zwei Kinder da, je nach Arbeitszeit der Eltern.

  • Ausblick:

    Die Vorschulkinder werden immer im Juli mit der Übergabe der Schultüte sowie einer Foto- und Bastelmappe verabschiedet. Die Kinder wären sehr traurig, wenn es ohne Verabschiedung in die Sommerferien ginge und sie ihre Kumpels nicht mehr sehen könnten. (wfs)

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