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Festakt

Das „Wunder“ von Blaibach

Das Konzerthaus feierte sein fünfjähriges Bestehen. Das Projekt hat die Bayerwald- Gemeinde weltweit bekannt gemacht.
Von Martin Schönhuber

  • Uta Hielscher spielte zum Festakt zwei Klavierstücke. Foto: Martin Schönhuber
  • Karl Landgraf (von links), Peter Haimerl, Frau Landgraf, Uta Hielscher, Thomas Bauer, Jutta Görlich und Josef Speckner Foto: Martin Schönhuber
  • Josef Speckner gab einen kurzen Rückblick. Foto: Martin Schönhuber
  • Die Ehrengäste lauschten den Musikstücken. Foto: Martin Schönhuber

Blaibach.Das Wunder von Blaibach oder das Märchen von Blaibach, diese Worte kamen in fast allen Reden vor, die zum fünfjährigen Jubiläum des Konzerthauses in Blaibach gehalten wurden. Ja, schon ist es wieder fünf Jahre her, dass das Konzerthaus in Blaibach eröffnet wurde, und immer noch ist es in aller Munde. Allerdings nur noch im positiven Sinne.

Denn für die Gemeinde Blaibach ist es ein absoluter Gewinn, wie der zweite Bürgermeister Josef Speckner bei seiner Begrüßungsrede den zahlreich erschienenen Ehrengästen stolz erzählte. Er konnte neben den vielen Bürgermeistern und Gemeinderäten aus den Nachbargemeinden, der Geistlichkeit und vielen anderen Ehrengästen aus der Politik auch MdB Marianne Schieder, MdL Gerhard Hopp und Minister Bernd Sibler begrüßen.

Aus der Sicht der Akteure

Besonders aber die Hauptakteure des Wunders von Blaibach mit dem Gemeinderat und Bürgermeister Ludwig Baumgartner von damals, Thomas Bauer, Uta Hielscher, Peter Haimerl, Jutta Görlich und Karl Landgraf als Bauleiter und Mann vor Ort. Umrahmt von zwei Klavierstücken, meisterlich gespielt von Uta Hielscher, konnten die Gäste, moderiert vom zweiten Bürgermeister, die Sicht auf das Wunder von Blaibach von Bernd Sibler, Thomas Bauer und Peter Haimerl hören. Vorher gab’s einen kurzen Rückblick von Josef Speckner.

Im Jahre 2010 sei im Gemeinderat von Blaibach der Architekt Peter Haimerl aufgetaucht und hätte vom Programm „Ort schafft Mitte“ erzählt. Damals sei die Ortsmitte von Blaibach ein einziger Leerstand gewesen und die Gemeinde hatte gerade das „blaue Haus“ erworben. Man machte sich Gedanken, wie die Ortsmitte mit Leben zu erfüllen sei.

Bei diesen Überlegungen sei unter anderem sogar vorgeschlagen worden, einen Parkplatz zu errichten, davon gäbe es eh zu wenig. 2012 gelang es der Gemeinde, das Anwesen der früheren Bäckerei Christl zu erwerben, als Uta Hielscher und Thomas Bauer von Architekt Peter Haimerl auf das alte Waidlerhaus in Blaibachs Ortsmitte aufmerksam gemacht wurden. Diese wollten zuerst im dazugehörigen Stadel eine „Musikszene“ einrichten. Letztendlich sei es aber ein Konzerthaus geworden.

Das eigentliche Wunder sei nur möglich geworden, weil sehr viele Beteiligte an einem Strang gezogen hätten. Angefangen von Hand- und Spanndiensten über die gute Zusammenarbeit verschiedenster Behörden bis hin zum außerordentlichen Engagement des Thomas Bauer, der den Betrieb für 25 Jahre garantierte. 2013 war Baubeginn und, auch fast ein Wunder, bereits im Jahr 2014 gab es das erste Konzert. Eine tolle Gemeinschaftsleistung aller Beteiligten, lobte Josef Speckner. Er wies darauf hin, dass Thomas Bauer 50 Konzerte im Jahr in Blaibach veranstalte, dazu kämen noch 25 Veranstaltungen in Verantwortung der Gemeinde bzw. des rührigen Fördervereins. Das Konzerthaus habe bereits viele Preise gewonnen, deren bedeutendster der „Deutsche Architektur Preis“ sei, zu dem er dem Architekten Peter Haimerl besonders gratulierte.

Thomas Bauer, der das Konzerthaus mit einem Meteoriten verglich, der vor fünf Jahren aus dem Weltall in Blaibachs Mitte gelandet sei, wies darauf hin, dass Architektur immer dort besonders gut funktioniere, wo sie mit Inhalt gefüllt sei. Wichtig sei das Programm, in dem Fall hauptsächlich die vielen klassischen Konzerte, von denen er noch mehr anstrebe. Er wolle die Qualität des Programmes noch weiter erhöhen.

Ein Konzerthaus irgendwo hinzustellen sei einfach, das Erhalten sei wesentlich schwieriger. Beides, Architektur und Programm hätten zur weltweiten Bekanntheit von Blaibach mit seinem Konzerthaus beigetragen. Im Endeffekt sei alles das Ergebnis eines lebendigen Miteinanders. Architekt Peter Haimerl stellte die rhetorische Frage: „Wie konnte das passieren?“.

Die Waidler sind kreativ

Es konnte passieren, weil er begriffen habe, was die Besonderheit am Bayerischen Wald sei. Denn die üblichen Klischees, der Waidler sei starrköpfig und vertrüge nichts Neues, stimmten keinesfalls. Der Bayerische Wald sei schon seit Jahrhunderten vielfältig, wie man in vielen Orten sehen könne. Dort würden die verschiedensten Baustile nebeneinanderstehen und es sähe toll aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden in Deutschland, wo es viel zu viele Regeln gäbe, sei der Bayerische Wald ausgesprochen kreativ. Kämen dann noch zwei starke Charaktere, wie Uta Hielscher und Thomas Bauer dazu, sei das Märchen fertig.

Bernd Sibler, der bayrische Kunstminister, zeigte sich von diesem großartigen Haus und dessen einmaliger Akustik begeistert. Durch das Konzerthaus kenne man Blaibach inzwischen weltweit. Dieser Bekanntheitsgrad käme der ganzen Region zu gute. Er freue sich, dass es gelungen sei, in Blaibachs Ortsmitte alte Gebäude wie Rathaus, Bürgerhaus und das alte Bauernhaus mit dem neuen Konzerthaus zu verbinden und so die Ortsmitte wieder mit Leben zu erfüllen. Häufig denke er sich: „Wenns nur irgendwie gang wie in Blaibach.“

Die Akteure

  • Urkunde:

    Für die fünf Akteure des „Wunders“ gab’s von Bürgermeister Josef Speckner zum Abschluss noch je eine Urkunde, passend zum Konzerthaus, natürlich in Beton und ein Buch über Blaibach. (kmi)

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