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Das Zündholzmuseum

Beim Internationalen Museumstag wurde in Grafenwiesen einmal mehr viel Interessantes um die Streichhölzer gezeigt.

Zahlreiche Besucher fanden sich am internationalen Museumstag in Grafenwiesen ein.Foto: khp
Zahlreiche Besucher fanden sich am internationalen Museumstag in Grafenwiesen ein.Foto: khp

Grafenwiesen.Am Internationalen Museumstag war das Zündholzmuseum in Grafenwiesen ein Besuchermagnet im Altlandkreis Bad Kötzting. Für jede Mutti und Oma hielten die Verantwortlichen ein geschmücktes Zündholz-Set als Geschenk bereit.

Bereits seit Ostern zeigt das Museum in der Schönbuchener Straße die interessante Ausstellung „Feuriges und Florales“. Bis Oktober haben die Besucher die Möglichkeit, die vielfältigen Etiketten, Zündholzschachteln, Behältnisse und Bastelarbeiten in Augenschein zu nehmen.

In einem aufschlussreichen Kurzfilm im Museum erzählt Peter Engelhart die Geschichte des Zündholzes im Bayerischen Wald. Demnach rollten damals jede Woche Pappelholzstämme an und wurden zu 2,2 Millimeter Furnieren gehobelt. Die Firma Allemann lieferte 320 Millionen Schachteln Zündhölzer pro Jahr, bis sie 1987 geschlossen wurde. Die Hölzchen wurden imprägniert, in eine Salzlauge getaucht, damit beim Abbrennen der Kopf nicht abfiel. Bis das Paraffin und die Zündmasse trockneten, dauerte es 38 Minuten. Wie Peter Engelhart im Film schildert, hatte jede Fabrik für die Zusammensetzung der Zündmasse ihr Betriebsgeheimnis. Ein Fortschritt war die Herstellung von Sicherheitszündhölzern. Hier wurde die explosive Masse getrennt auf Kopf- und Reibefläche.

In den besten Zeiten beschäftigte Allemann 350 Mitarbeiter. Erst nach und nach wurden Maschinen erfunden. Ganz besonders hervorgetan hatte sich hierbei der Urgroßvater von Peter Engelhart und sein Großvater, Kommerzialrat Robert Czerweny von Arland, der den ersten Zündholzautomaten erfunden hatte, welcher heute noch in Linz steht. Eine Welt für sich stellten die Zündholzverpackungen dar. Dafür war Inge Engelhart, die Frau des Firmenchefs, verantwortlich. Millionen Etiketten wie „Damen aus der Schönheitsgalerie“, Verpackungen als Geschenke, Naturmotive, Schmetterlinge usw. entstanden. Dazu wurden von Horst Skupy rund 400 000 Etiketten mit unterschiedlichen Themen, grafisch interessant und in verschiedenen Formaten (zum Teil ab dem Jahr 1880), aus der ganzen Welt angekauft.

In Deutschland gab es hauptsächlich die Zündhölzer Welthölzer sowie Haushaltsware mit je 40 beziehungsweise 50 Hölzchen Inhalt. Ein schwedischer Zündholzhersteller namens Ivar Kreuger lieh dem Deutschen Reich 125 Millionen Goldmark – die deutschen Hersteller brauchten damals Geld – und verlangte im Gegenzug, dass das Deutsche Reich ein Zündwarenmonopol einrichtete, an dem er mit 55 Prozent beteiligt war. Jede Fabrik erhielt eine Steuer-Nummer – die Allemanns für die Welthölzer die Nummer 295 und für die Haushaltsware 305.

Der Vormarsch des Feuerzeuges und Ähnliches machten jedoch das Zündholz entbehrlich. So endete 1983 das Monopol. Zündhölzer werden heute nur noch billig im Ausland hergestellt. Im Übrigen berichten Fotos und Texte im Museum in Grafenwiesen von der Zündholzfertigung anno dazumal. (khp)

Zündholzmuseum

Das Zündholzmuseum befindet sich in der Schönbuchener Straße in Grafenwiesen.

Geöffnet ist es von Ostern bis Allerheiligen mittwochs, donnerstags sowie an Sonn- und Feiertagen jeweils von von 14 bis 16 Uhr.

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