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Festspiel

Daumen hoch für diese Kathi!

Vera Schmid stand erstmals als Katharina Schwab mit dem Trenck auf der Bühne. Es war ein Abend voller Wow-Erlebnisse.
Von Petra Schoplocher

Was für eine Aufwartung: Aber nicht nur „Trenck“ Jürgen Piendl war begeistert. Nach ihrer Premiere durfte Vera Schmid eine Menge Glückwünsche entgegennehmen, dazu Urteile wie „grandios“ und „fabelhaft“. Foto: Schoplocher
Was für eine Aufwartung: Aber nicht nur „Trenck“ Jürgen Piendl war begeistert. Nach ihrer Premiere durfte Vera Schmid eine Menge Glückwünsche entgegennehmen, dazu Urteile wie „grandios“ und „fabelhaft“. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Wenn sich der Trenck eine Kathi schnitzen könnte, sie wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so wie Vera Schmid. Vor allem dann, wenn sie nicht nur jung, schön, erhaben und liebreizend wäre, sondern auch noch jemand anderen so verkörpern könnte, wie Vera Schmid dies am Samstag Abend tat, als sie erstmals als Katharina Schwab auf der Bühne stand.

Es ist ein Abend mit vielen Wow-Erlebnissen gewesen. Und das nicht nur auf dem Trenckplatz, sondern schon zuvor, als der Fanfarenzug sich aufmachte, die neue Hauptdarstellerin des Festspiels zuhause abzuholen. Dort kam es gleich zu einem Generationentreffen, denn Vera Schwabs Großtante, „Musch“ Danzer („unter Berta Schmid kennt mich keiner“), ist die älteste noch lebende Kathi. Kein Wunder, dass der Gesprächsstoff nicht ausging.

Eigens Reiten gelernt

Folglich fiel es Trenckvereinsvorsitzendem Martin Frank leicht, die Dimensionen zu betonen. Eine neue Hauptdarstellerin in einer Jubiläumssaison allein sei schon etwas Besonderes, wenn diese dann aber sogar eigens für die Rolle reiten lernen würde, sei das überragend. Wann immer er zum Reitplatz in die Blumlohe gekommen sei, nie habe er nur einen Moment Zweifel gehabt, berichtete er. „Ich bin sicher, dass das eine tolle Geschichte wird.“ Gut drei Stunden später sollte er wissen, dass er Recht hatte.

Premiere Vera Schmid Kathi Foto: Schoplocher
Premiere Vera Schmid Kathi Foto: Schoplocher

Wie wichtig das Festspiel für die Stadt sei, das ihr immerhin den Namen Trenckstadt eingebracht habe, strich Bürgermeister Markus Ackermann heraus. „Dafür braucht es aber herausragende Schauspieler“, lenkte auch er den Fokus auf das Streben nach Qualität. Er freute sich, bei vielen repräsentativen Terminen wieder so ein hübsches Schwabenkatherl an seiner Seite zu haben.

Premiere für Waldmünchens neue Kathi

„Der Trenck muss eigentlich gar nicht mit dabei sein“, fügte er augenzwinkernd an. Auch er wies auf die Tragweite hin: Kathi die heimliche Hauptfigur des Stücks. Gegen das Harte, Grausame, Böse, das den Trenck auszeichnet, setzt sie mit Liebreiz, Schönheit und Einfluss einen Kontrapunkt, „wie schwarz und weiß“.

Familie Löffler, Alfons (Zweiter von links) spielte den ersten Herold. Foto: Schoplocher
Familie Löffler, Alfons (Zweiter von links) spielte den ersten Herold. Foto: Schoplocher

Sehr viel bunter ging es da im Garten der Familie Schmid zu. In gelöster Atmosphäre stimmten sich Familie, Gäste und Freunde mit den Trenckianern auf die Premiere ein. Das war genau der passende Rahmen für Vera Schmid, sich bei ihrer Reitlehrerin und Kathi-Vorgängerin Angelika Bauer zu bedanken und sich zu freuen, „dass ihr alle da seid!“.

Publikum schnell fasziniert

Der Empfang hatte neben schönen Gesprächen, Sekt, Häppchen und Bier noch ein Gutes: „Er hat mich abgelenkt“, verriet sie später. Die Aufregung kam dann aber doch noch mit voller Wucht, als sie bei den Pferden auf ihren ersten Auftritt vor Publikum gewartet habe. Das Herzflattern sei „schon heftig“ gewesen, erzählte sie später.

Zu diesem Zeitpunkt wussten die erfahrenen Schauspieler schon, dass „es läuft“. Das Publikum war bereits nach wenigen Momenten gewonnen und sparte nicht mit spontanem Beifall – und zwar weder für die tragenden Monologe noch für ein liebenswertes Detail wie eine Ziege, die ihren eigenen Weg gehen will.

Vera Schmid feierte als Kathi Premiere Foto: Schoplocher
Vera Schmid feierte als Kathi Premiere Foto: Schoplocher

So ist es auch an diesem Abend wieder die Kombination aus Action – der Schuss aus der Kanone: immer aufs Neue atemraubend – und stillen Szenen, die das Festspiel auszeichnen. Als der Mönch die neue Kathi in der Schlussszene zur Seite nahm, um ihr und den Zuschauern „den Sinn des Spiels“ nahezubringen, konnte Vera Schmid ihr Strahlen im Gesicht zu den funkelnden Augen kaum mehr zurückhalten, „da wurde mir bewusst, dass alles geklappt hat“. Mit dem donnernden Applaus aber durfte sie strahlen. Ein Strahlen so, wie es sich jeder Trenck wünschen würde...

Festspiel

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