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Gesundheit

Defizit, aber: „Es geht uns gut“

Die Arberlandkliniken stehen wirtschaftlich gut da. Mehr Mitarbeiter für die Pflege zu gewinnen, bleibt ein wichtiges Ziel.

In der Eingangshalle der Arberlandklinik Zwiesel wurde vor kurzem eine Einsatzübung abgehalten.  Foto: Arberlandkliniken/Blüml
In der Eingangshalle der Arberlandklinik Zwiesel wurde vor kurzem eine Einsatzübung abgehalten. Foto: Arberlandkliniken/Blüml

Viechtach.Das Jahresergebnis der Arberlandkliniken weist im Jahr 2018 einen Fehlbetrag von 276 843,15 Euro auf. Es fiel damit deutlich positiver aus, als zuvor im Wirtschaftsplan verzeichnet (Fehlbetrag von 901 000 Euro). Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit positivem Ergebnis ist jedoch wieder ein leichtes Defizit zu verzeichnen. Dies liegt unter anderem an erheblichen Mehrkosten für die Übernahme der Mitarbeiter aus den Bereichen Pflege, Medizinische Fachangestellte und Verwaltung in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Für die insgesamt 220 Personen, die zuvor über die Arberlandkliniken Service GmbH beschäftigt waren, bedeutete dies erhebliche Gehaltssteigerungen sowie eine zusätzliche Altersabsicherung. Für die Übernahme entstanden jährliche Mehrkosten von rund 800 000 Euro. Zudem fielen auch 2018 wieder nicht-gedeckte Vorhaltekosten der Geburtshilfe in Zwiesel von knapp einer Million Euro an. Dieses Defizit, das der Landkreis Regen für 2018 übernommen hat, kann noch 2019 durch einen Zuschuss an den Landkreis von bis zu 85 Prozent über die „Richtlinie zur Förderung der Geburtshilfe in Bayern“ des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege zum großen Teil abgedeckt werden.

Der Vorstand der Arberlandkliniken Christian Schmitz resümiert: „Es geht uns vergleichsweise gut und wir sind auch für die nächsten Jahre wirtschaftlich stabil. Vor allem Einmaleffekte haben dazu geführt, dass wir 2019 nicht ganz so gut abschließen konnten wie in den Vorjahren.“

2018 gab es in der Arberlandklinik Zwiesel 9311 stationäre (Vorjahr: 8960) und 15 989 ambulante Fälle. In der Arberlandklinik Viechtach waren es 6637 stationäre (Vorjahr: 6145) und 20 914 ambulante Fälle. Die Zahl der Patienten erhöhte sich im Jahr 2018 um 5,8 Prozent. Die stationäre Belegung beider Kliniken lag bei fast 85 Prozent. „Im Klinikwesen sprechen wir ab 80 Prozent von einer Vollbelegung“, erläuterte Schmitz. „Mehr geht kaum noch.“ Auch aus diesem Grund haben die Arberlandkliniken für jeden Standort eine Planbettenerhöhung beantragt. Aktuell sind dies pro Haus 157 Betten, beantragt wurden jeweils 166. Der Krankenhaus-Planungsausschuss entscheidet hierüber im November.

Laut Schmitz werde es voraussichtlich auch in den kommenden Jahren schwierig bleiben, die steigenden Kosten auszugleichen und positive Jahresergebnisse zu erzielen. Darüber hinaus sind in der Arberlandklinik Viechtach aufgrund der Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen des OP- und Röntgen-Bereichs Einschränkungen zu erwarten.

Pflegepersonaluntergrenzen, die seit Januar 2019 in den pflegesensitiven Bereichen Intensivmedizin, Geriatrie, Unfallchirurgie und Kardiologie in Kraft getreten sind, haben für die Arberlandkliniken aktuell noch keine Auswirkungen. Diese sind jedoch spätestens mit einer Erweiterung der betroffenen Bereiche 2020 oder 2021 zu erwarten.

Das Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) sieht eine vollständige Refinanzierung der Tarifsteigerungen in der Pflege mit einer 100-Prozent-Refinanzierung zusätzlicher Pflegekräfte am Bett vor und gewährt zudem Verbesserungen bei der Ausbildungsfinanzierung. Dies ist auch aus Sicht der Arberlandkliniken ein wichtiges Signal. Die Aufstockung der Ausbildungskapazitäten, die Aktion „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“, bei der den Angestellten Prämien winken, wenn ein neuer Mitarbeiter geworben wird oder die Bezahlung von Einstellungsboni für neue Pflegemitarbeiter sind nur einige Beispiele dafür, dass versucht wird, den Personalstamm der pflegerischen Mitarbeiter noch weiter auszubauen.

Zudem sollen ab 2020 die Pflegekosten aus dem Finanzierungssystem der stationären Versorgung herausgenommen werden. Und: Im Pflegepersonalstärkungsgesetz sind Sicherstellungszuschläge für Kliniken mit den Fachabteilungen Chirurgie und Innere Medizin in weniger dicht besiedelten Regionen enthalten. So erhalten die Arberlandkliniken für jeden Standort im Jahr 2020 einen Sicherstellungszuschlag in Höhe von je 400 000 Euro.

Änderungen

  • Wegfall:

    Ab 2021 fallen die Vergütungen aus den Pflegekomplexmaßnahmen-Scores weg. Es handelt sich dabei um Zusatzleistungen im Bereich der hochaufwendigen Pflege, die separat vergütet werden. In den Arberlandkliniken waren dies rund eine Million Euro Zusatzerlöse jährlich.

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