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Den Mähtod erfolgreich verhindern

Jungjäger organisieren für die Kitzrettung Schutzmasken.

Thomas Hausladen (li.) und Gerhard Luckner  Foto: Gregor Raab
Thomas Hausladen (li.) und Gerhard Luckner Foto: Gregor Raab

Cham.Die erste Mahd wird jedes Jahr zur Todesfalle für Tausende von Jungtieren. Denn die Futterernte fällt mit der Brut- und Setzzeit von Rehkitzen, Junghasen und Wiesenbrütern zusammen, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen. Das Problem: Der Nachwuchs läuft auch bei großer Gefahr nicht weg, sondern „drückt“ sich instinktiv in das Versteck.

Maschinen mit großer Arbeitsbreite fahren oft mit hoher Geschwindigkeit über die Felder. „Da haben die Tiere keine Chance mehr“, sagt Gerhard Luckner. Der Vorsitzender der Jägerkameradschaft Cham bittet deswegen die Landwirte, sich eng mit ihren Waidmännern vor Ort abzustimmen. Besonders gefährdet sind Wiesen und Futterflächen, die am Waldrand liegen.

Um die Jungtiere zu retten, sind in den nächsten Wochen im Landkreis wieder Hunderte von Jägern mit ihren Hunden unterwegs, um die Wiesen und Futterfelder nach Kitzen und Junghasen abzusuchen. Einer von ihnen ist auch der Jungjägerbeauftragte Thomas Hausladen. Teils 14 Stunden am Tag ist er mit dieser Aufgabe beschäftigt. „Da geht viel Urlaub drauf, aber das ist es wert“, sagt er. Zusätzlich stellt er Scheuchen auf, die die Rehe verunsichern sollen. Noch besser funktionieren elektronische Sirenen, die unterschiedliche Töne wie Menschenstimmen, Musik oder Geräusche in unterschiedlicher Lautstärke aussenden. Sogar mit einer Drohne begibt er sich zusammen mit seinem Kompagnon Karl Pfeilschifter auf die Suche nach dem versteckten Nachwuchs. In nur wenigen Minuten wird damit die ganze Wiese ohne Unterbrechung abgesucht.

Das kommt auch den Landwirten zugute. Sie können dadurch ihre Wiesen ohne Unterbrechung und ohne Zeitverlust mähen, entscheidend im engen Zeitfenster für die Futterernte. In Zeiten von Corona gilt es aber auch, bei der Kitzrettung Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Sicherheitsabstand und Mundschutz sind daher auch beim gemeinsamen Absuchen von Wiesen hilfreich.

Aus diesem Grund hat Hausladen für die Jäger und deren Helfer Schutzmasken nähen lassen. Jedes Gemeinschaftsrevier bekommt zwei Exemplare. „Das ist eine tolle Aktion, denn die Gesundheit geht immer vor“, lobt Luckner die Initiative seines Vorstandschaftsmitglieds. Die Materialkosten übernimmt die Kreisgruppe, und Monika Zwicknagl, Andrea Süß und Monika Ettl nähten unentgeltlich für die Waidmänner.

„Am wichtigsten ist die gute Abstimmung zwischen dem Landwirt und seinem Jäger“, so Hausladen. „Wir müssen es einfach rechtzeitig wissen, wann gemäht wird, nicht erst eine Stunde vor dem Mähen. Denn nur dann können auch wir rechtzeitig aktiv werden. Schließlich wollen wir doch alle vermeiden, dass Tiere so grausam zu Tode kommen.“ (cga)

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