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Politik

Den Regen als Energiefluss nutzen

Vortrag von Prof. Mietz bei der CSU in Bad Kötzting
von Martin Schönhuber

Carola Höcherl-Neubauer und Olaf Mietz inmitten der CSU-Kandidaten.  Foto: Martin Schönhuber
Carola Höcherl-Neubauer und Olaf Mietz inmitten der CSU-Kandidaten. Foto: Martin Schönhuber

Bad Kötzting.In ihrem Zukunftsplan für Bad Kötzting hat die Bürgermeisterkandidatin der CSU aufgeführt, Existenzgrundlagen sichern zu wollen. Dazu zählt die Versorgung mit Energie. Für Ihr „Werkstattgepräch“ konnte Carola Höcherl-Neubauer Professor Dr. Olaf Mietz, Professor für Ökologie und Wasserwirtschaft, und Sascha Gierl, einen Energieeffizienz-Experten, den Zuhörern präsentieren. MdB Karl Holmeier stellte die Fördermöglichkeiten des Bundes vor. Alle Referenten wiesen auf die Tatsache hin, dass beschlossen sei, bis 2022 aus der Kernkraft und bis 2038 aus der Kohlestromerzeugung auszusteigen. Bei steigendem Strombedarf durch Digitalisierung und Elektromobilität führte die Frage, ob es gelingen wird, die Stromerzeugung aus Kernkraft völlig zu ersetzen, bei allen Referenten zu Stirnrunzeln. Die Referenten wiesen aber darauf hin, dass der Klimawandel Realität sei und dass dringend Handlungsbedarf bestünde. Besonders Professor Mietz wies mit Tabellen auf die rasante Rückläufigkeit der Niederschläge, die steigenden Temperaturen, die Abnahme der Frosttage und die Entwicklung der Sommertage (über 25 Grad) eindrücklich hin. Sascha Gierl informierte die Zuhörer über die Möglichkeiten des Eigenverbrauchs von Photovoltaikanlagen, die Einspeisung des Überschusses, Förderprogramme der KfW-Bank, das 10.000 Häuserprogramm und stellte das Mieterstrommodell vor.

„Wasserkraft - ist der Regen ein Ökoenergiefluss?“, hatte Professor Mietz seinen Vortrag überschrieben. Große Talsperren zur Stromerzeugung seien der Höllensteinsee und der Blaibacher See. Darüber hinaus gäbe es eine Vielzahl kleinerer Stromerzeuger. In allen werde der Fluss angestaut, um eine maximale Fallhöhe zu erreichen. Dies bringe Eingriffe in die Natur. Es gäbe weitere Energiequellen am Wasser, und zwar die Fließgeschwindigkeit, der Temperaturgradient und die Biomasse des Uferschnitts. Mietz informierte über die Vorteile der Laufwasserkraft (siehe Info) bevor er das Forschungsvorhaben am Regen bei Blaibach vorstellte. Er und Campingplatzbesitzer Martin Stelzl wollen mit Hilfe eines schwimmemden Laufwasserkraftwerks im Regen den Campingplatz CO2-neutral machen. Zum Einsatz kommen soll ein „River Raider“, ein C-Katamaran, auf dem ein Wasserrad einen Generator mit einer Leistung von 10 KW/ Stunde antreibt. Das Ziel sei, dieses Verfahren mit den Anliegerkommunen am Regen weiterzuentwickeln und in Form von kommunalen oder Bürger- Anlagen zur weiteren Nutzung der regenerativen Wasserkraft beizutragen.

Laufwasserkraft

  • Vorteile bei Mehrzwecknutzung:

    Größere Akzeptanz in der Bevölkerung (kein Schlagschatten, Lärm oder Geruch) (kmi)

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