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Den Schützen gehen die Jugendlichen aus

Schützenmeisterin Angelika Sand appelliert, dass jetzt jeder in der Schützengilde 1898 Chammünster um Nachwuchs werben muss.

Vor allem die Gewinnung neuer Mitglieder steht ganz oben auf der Agenda der neuen Führung der Schützengilde 1898 Chammünster um Schützenmeisterin Angelika Sand. Foto: chi
Vor allem die Gewinnung neuer Mitglieder steht ganz oben auf der Agenda der neuen Führung der Schützengilde 1898 Chammünster um Schützenmeisterin Angelika Sand. Foto: chi

Cham.„Wir haben eine Schützenjugend, aber wir bräuchten dringend Nachwuchs“, sagte Schützenmeisterin Angelika Sand bei der Jahresversammlung der Schützengilde 1898 Chammünster jetzt im Vereinsheim Chammünster.

Damit sprach sie die Hauptsorge der Verantwortlichen im Verein an, dass die Kinder und Jugendlichen kaum Interesse am Schießsport zeigen. Das hatte auch Auswirkungen auf die Neuwahlen: Ilse Mummert und ihre Stellvertreterin als Jugendleiterin, Marion Schall, erklärten, dass sie nicht mehr für Ämter zur Verfügung ständen, da sie im Kugelsport keine Jugendlichen mehr zu betreuen hätten.

Auch das „Mittelalter“ schwindet

Doch auch das „Mittelalter“, Mitglieder zwischen 30 und 40, sei spärlich vertreten, also Leute, die einmal die Vereinsämter übernehmen sollten. Trotzdem gelang es auch diesmal, einen vollständigen Vorstand zu bilden, und der Verein zeigt sich vor allem auch im gesellschaftlichen Bereich recht aktiv.

Es sind fast immer dieselben Mitglieder, die bei den Aktivitäten des Vereins an vorderster Stelle stehen. Darunter die Ehrenmitglieder Hans Speigl, Brigitte Schamberger, Werner Babl und Sepp Macht (der diesmal krank war). Vom Schützengau war Reinhold Huger, 3. stv. Gauschützenmeister, gekommen und natürlich der Gauschützenmeister Thomas Platzer. Und auch Bürgermeisterin Bucher war da.

Nach der Begrüßung der Gäste gedachte man vor allem des 2017 verstorbenen Helmut Wittmanns, der eines der Wiedergründungsmitglieder der Schützengilde und Ehrenvorstand war. „Ein Jahr mit vielen Aktivitäten, wir waren viel unterwegs“, blickte die Schützenmeisterin zurück. Die Schützen feierten etwa im Sommer mit der Gutmaninger Feuerwehr (Fahrzeugsegnung) und der Hofinger Dorfgemeinschaft und vier Tage lang mit der FFW Chammünster bei deren Jubelfest. Beim Minstacher Faschingszug waren die Schützen mit einem „politischen“ Wagen dabei, der die lange Regierungssuche thematisierte. Der Vereinsausflug führte ins Altmühltal.

Wie geht es weiter?

Angelika Sands Blick in die Zukunft des Vereins war vor allem wegen der Sorge um den Schützennachwuchs getrübt. Das Bemühen, junge Menschen für den Sport zu gewinnen, „muss ganz oben auf unserer Agenda stehen, net bloß vom Vorstand, sondern von uns allen“, mahnte die Schützenmeisterin. Sie wisse, dass dieses Thema in fast allen Vereinen diskutiert wird und dass es heute schwierig ist, gerade Jugendliche an den Verein zu binden und im aktiven Schießsport zu halten. Aber eben auch junge Erwachsene brauche der Verein, einmal, weil deren Kinder in die Schützengilde hineinwachsen könnten, zum anderen, weil die Eltern „den Verein einmal am Laufen halten sollen“.

Jugendleiterin Ilse Mummert blickte auf die frustrierende Entwicklung der Schützenjugend zurück.

Neuwahlen

  • Wahlen:

    So sieht der neue Vorstand aus: 1. Schützenmeister: Angelika Sand, Stv.: Thomas Platzer; 1. Kassier: Bettina Hamfler, Stv.: Lea Sand; Schriftführer: Marion Platzer

  • Jugend:

    1. Jugendleiter: Benedikt Brunn, Stv.: Christoph Schreier; 1. Damenleiterin: Susi Pittoni, Stv.: Maria Pöschl; Schießleiter LG/LP: Peter Pittoni; Gerätewart LG/LP: Andreas Sand

  • Schießen:

    Schießleiter und Gerätewart Bogensport: Helmut Hälsig; Vereinsheimausschuss-Mitglied: Sepp Macht; Beisitzer: Hans Speigl, Werner Babl, Erwin Ketterl, Brigitte Schamberger, Wolfgang Pöschl, Markus Reinhardt, Ilse Mummert und Marion Schall; Kassenprüfer: Charlotte Ketterl und Tobias Platzer (chi)

Das Jahr habe noch gut begonnen mit der Gaumeisterschaft. Es gab zwei erste Plätze für Nicolas Pittoni und Philipp Fischer. Die beiden durften eigentlich zur Landesmeisterschaft, hatten aber keine Zeit an dem Termin. Im Mai war dann noch die Siegerehrung der Rundenwettkämpfe mit ansprechendem Ergebnis der Minstacher Jungschützen.

„Von da an ging’s bergab“, konstatierte Ilse Mummert den Bruch bei der Jugendgruppe. Es konnte kein Königsschießen mangels Jungschützen durchgeführt werden, erstmals war auch keine Mannschaft beim Gaujugend-Weihnachtsschießen und selbst das Gaujugend-Wissensquiz konnte mit keinem Team beschickt werden. Der Rundenwettkampf laufe noch bis zum 5. Mai, dann sei auch da Schluss mit den Minstacher Jungschützen. Ilse Mummert plädierte dafür, die Jugendleitung künftig einem der Bogenschützen zu übertragen, da die noch ein wenig mehr Jungschützen haben.

„Die italienische Misere“

Peter Pittoni kümmert sich um das schießsportliche Geschehen bei der Schützengilde. Er erwähnte etwa das Königsschießen im Juli, bei dem Wolfgang Pöschl und seine Frau Maria die Titel holten, mit der Luftpistole gewann Helmut Hälsig. Beim Bogenschießen glänzten die jungen Schützen. Herausragend war der erste Platz des Schülerteams bei der Landesmeisterschaft in Hirschau, wo erstmals ein Minstacher Team dabei war und gleich den ersten Platz belegte, wie Raimund Rosenberger stolz erwähnte. Doch auch bei den Gaumeisterschaften sprangen Spitzenplätze heraus. Am 2./3. Juni richtet die Schützengilde die Gaumeisterschaft in Chammünster aus, „das wird für uns ein Testlauf für die Landesmeisterschaft“. Heuer findet diese in Sulzbach-Rosenberg im Juli statt, wobei die Minstacher wieder dabei sind. Der Kader bei den erwachsenen Schützen sei recht dünn geworden. Es gäbe zwar Talente, aber die zögen nicht so recht.

Kassenwart Bettina Hamfler konnte kein Plus vermelden, aber das Konto ist nicht leer, wenn auch das Vereinsheim mangels Pächter künftig die Kassen von Schützengilde und FC Chammünster mehr belasten wird, wie Vereinsheimbeauftragte Elfriede Wanninger nach dem „italienischen Jahr der Misere im Vereinsheim“ warnte.

Bürgermeisterin Karin Bucher sagte, sie habe sich besonders gefreut, dass heuer bei der Sportlerehrung durch die Stadt Cham auch die Bogenschützen aus Chammünster dabei waren. Die nächsten Termine sind am 7. April „Rama dama“; am 8. April Gau-Jahresversammlung in Chammünster; am 14. April Königsschießen; 11. bis 14. April Gaudamen-Benefizschießen in Trebersdorf und am 22. April Theater in Wilting. (chi)

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