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Anerkennung

Denkmalschutzpreis für Further Stadtturm

Die Grenzstadt erhielt eine Auszeichnung für die Sanierung ihres Wahrzeichens. Das Preisgeld fließt in das nächste Projekt.
Von Evi Paleczek

Nach seiner Sanierung erstrahlt das Further Wahrzeichen in neuem Glanz. Foto: Archiv/Andreas Mühlbauer
Nach seiner Sanierung erstrahlt das Further Wahrzeichen in neuem Glanz. Foto: Archiv/Andreas Mühlbauer

Furth im Wald.Seit 2013 ist das Projekt Thema gewesen in der Stadt, 2018 ist er fertig gewesen, der neue Further Stadtturm. 450 000 Euro hat die Sanierung gekostet, abzüglich Förderung und Spenden verblieben 330 000 Euro bei der Stadt. Für ihr hohes Engagement hat sie nun den Denkmalschutzpreis des Landkreises erhalten.

Der Turm hat große Bedeutung und strahlt als Wahrzeichen weit über die Stadt hinaus, sagt Bürgermeister Sandro Bauer im Gespräch mit unserem Medienhaus. Außerdem wollte man als Stadt bemüht sein, in Bezug auf das Herrichten denkmalgeschützter Bauten als Vorbild voranzugehen. Der Stadtturm habe eine ganz besondere Bauform, es sei eine Verpflichtung gewesen, ihn 150 Jahre nach seinem Neubau wieder herzurichten.

Große Verbesserung

Wie das Bauwerk vor der Sanierung ausgesehen habe, das vergesse man schnell, wenn einem ständig der neue Turm ins Auge steche, meint Bauer. Wenn man sich alte Fotos ansehe, merke man aber, wie unglaublich viel sich verbessert habe.

Dass ihr Turm einen schönen neuen Anstrich mit der passenden Farbe bekommt, war den Furthern sehr wichtig. Foto: Archiv/Baumgartner
Dass ihr Turm einen schönen neuen Anstrich mit der passenden Farbe bekommt, war den Furthern sehr wichtig. Foto: Archiv/Baumgartner

380 000 Euro waren anfangs veranschlagt für das Projekt, 450 000 sind es dann geworden. Die Bleieindeckung der Zinnen sei viel Arbeit gewesen, erklärt der Bürgermeister. Außerdem hat man das Gerüst über den Winter stehen lassen müssen. Da hat aber nicht die Gerüst-Miete viel Geld gefressen, sondern eher das Wiedereinrichten der Baustelle.

Uhr und Ziffernblätter sind erneuert worden, zudem hat der Turm neue Fenster gebraucht. Es wurden Schallbretter angebracht, die den Glockenschall nach unten leiten, und der neue Farbanstrich ist sehr aufwendig gewesen. Das Nebengebäude des Turms, das ehemalige Türmerhaus und jetzige Museumsgebäude, hat die gleiche neue Farbe erhalten - was ursprünglich nicht eingeplant gewesen war.

Qualitativ hochwertig

Maßgabe ist gewesen, nach dem Drachenstich anzufangen und vor dem nächsten Drachenstich wieder fertig zu sein. Das ist trotz der Mehrarbeit gelungen, sagt der Bürgermeister. Und der Stadtturm wurde qualitativ hochwertig wieder hergerichtet, betont er.

Der schlimme Hagelsturm im Juni vergangenen Jahres hat die Gebäude rund um den Turm schwer getroffen, was am Bauwerk neu gemacht wurde, das hat aber standgehalten.

Während seiner Sanierung war der Turm längere Zeit eingerüstet. Foto: Archiv/Paleczek
Während seiner Sanierung war der Turm längere Zeit eingerüstet. Foto: Archiv/Paleczek

Bauer freut sich über den Preis. Im Namen der Stadt, aber vor allem stellvertretend für die Further Bürger, betont er. Insgesamt 60 000 Euro an Spendengeldern sind für die Sanierung zusammengekommen. Es gab ein Turmfest, die Further konnten symbolisch Turmsteine erwerben, und es wurde viel gespendet, auch von den Vereinen der Grenzstadt. Die 2000 Euro Preisgeld wird die Stadt für die nächste Denkmalschutz-Maßnahme verwenden, kündigt der Bürgermeister an.

150. Geburtstag

Die Stadtturm-Sanierung sei schon ein Großprojekt gewesen. 2015 hat das Further Wahrzeichen seinen 150. Geburtstag gefeiert, etwa zwei Jahre zuvor hatten die Überlegungen begonnen, dass das Bauwerk saniert werden müsse. Es war nach dem großen Further Stadtbrand im Jahr 1863 auf den Resten des Vorgängerbaus errichtet worden, die lange Zeit hatte natürlich genagt an dem Gebäude.

Der Further Stadtturm

  • Stadtbrand:

    Beim großen Stadtbrand im Jahr 1863 brannte das Further Pflegerschloss ab, der Stadtturm wurde stark beschädigt.

  • Wiederaufbau:

    Ein Jahr später beschloss der städtische Magistrat, den Turm auf den Resten des Vorgängerbaus im neugotischen und englischen Tudorstil neu zu errichten.

  • Finanzierung:

    Zur Finanzierung wurde ein sogenannter „Bierpfennig“ eingeführt, amtlich wurde er als „Lokalmalzaufschlag“ bezeichnet. Damit war die Grundlage für den Baubeginn geschaffen.

  • Fertigstellung:

    Im Jahr 1866 war das eindrucksvolle Wahrzeichen der Stadt fertig.

  • Sanierung:

    150 Jahre gingen nicht spurlos an dem 35 Meter hohen Wahrzeichen der Grenzstadt vorbei, der Turm musste saniert werden.

  • Jubiläum:

    Das Jahr 2015 stand in Furth im Wald ganz im Zeichen von „150 Jahre Stadtturm“. Bei vielen Aktionen und Veranstaltungen wurden Spenden für die Sanierung gesammelt.

Zwei Jahre lang ist geplant worden, berichtet Bauer. 2013 gab es erste Kontakte zum Amt für Denkmalpflege. Es erfolgte eine Ist-Analyse, die zum Glück keine statischen Probleme zutage förderte, und es gab ein Gutachten in Bezug auf denkmalschutzrechtliche Belange. Diesbezüglich ist die Stadt während der Sanierung auch von einem Gutachter begleitet worden.

Während der Sanierung sah sich auch der Stadtrat vor einer seiner Sitzungen oben auf dem Turm um. Foto: Archiv/Paleczek
Während der Sanierung sah sich auch der Stadtrat vor einer seiner Sitzungen oben auf dem Turm um. Foto: Archiv/Paleczek

Neu gemacht wurden im Zuge des Projekts auch die Fluchtwege und Treppen innen, sagt der Bürgermeister. Im unteren Bereich wurde einiges verändert, so dass das Treppenhaus des Turms nun bis zur Straße reicht, und der Stadtturm so auch losgelöst vom Museum betreten werden kann.

Hoher Einsatz

Die Stadt Furth im Wald habe die Sanierung mit einem hohen Maß an Engagment aller Beteiligten gestemmt, hatte Landrat Franz Löffler in seiner Laudation am Montagabend gesagt. Die Stadt habe mit großem Einsatz und einem hohen Kostenvolumen ein herausragendes Baudenkmal saniert.

Selbst nach Abzug der Zuwendungen habe die Sanierung eine außergewöhnliche und nicht alltägliche finanzielle Belastung für die Stadt dargestellt. Dafür gebühre Furth im Wald der Denkmalschutzpreis des Landkreises, der nach den Richtlinien des Kreistages und mit nachdrücklicher Zustimmung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalschutz „für herausragende Leistungen oder Maßnahmen auf dem Gebiet des Denkmalschutzes“ verliehen werde.

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