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Region Cham
Montag, 16. Juli 2018 27° 3

Beschluss

Der abgespeckte Ortskern

Der Chamer Stadtrat stimmt der Neugestaltung des Ortskerns in Untertraubenbach zu, investiert aber 150 000 Euro weniger.
Von Johannes Schiedermeier

Dieses alte Haus mit seinen benachbarten Schuppen wird ab Herbst einer Neugestaltung des Ortskerns Untertraubenbach weichen. Die Stadt hatte es zu diesem Zweck angekauft und will 350 000 Euro investieren.Foto: Schiedermeier
Dieses alte Haus mit seinen benachbarten Schuppen wird ab Herbst einer Neugestaltung des Ortskerns Untertraubenbach weichen. Die Stadt hatte es zu diesem Zweck angekauft und will 350 000 Euro investieren.Foto: Schiedermeier

Cham.Der Stadtrat sieht die Notwendigkeit einer Neugestaltung des Ortskerns von Untertraubenbach. Allerdings tut er das schon seit dem Jahr 2000. Die Maßnahme zog sich hin. Nun hat die Stadt das verfallene Anwesen am Sulzweg gekauft, das mit seinen Schuppen in direkter Nachbarschaft der Kirche liegt und an der Kreuzung des viel befahrenen Radweges Regentalaue.

Der Stadtrat hatte auch in der Januar-Sitzung erneut seinen Willen bekräftigt, in Untertraubenbach etwas zu unternehmen. Allerdings wurde dabei schnell klar, dass er die vorgelegte 500 000 Euro-Planung mehrheitlich nicht schlucken würde. So bedankte sich Bürgermeisterin Karin Bucher bei dem Untertraubenbacher Stadtrat Walter Dendorfer für dessen Kompromissbereitschaft, als Architekt Georg Kerschberger kürzlich die auf 350 000 Euro abgespeckte Version der Ortskern-Planung vorlegte.

Kein Klo und kurzer Stadel

Der Waldkindergarten Waldschratzln darf den Ersatz für sein Schlupfloch für Schlechtwetter-Perioden (Bild) auf dem Grund der Gemeinde Willmering errichten und das Abwasser über den Kanal der Stadt entsorgen. Der Stadtrat hat der Vereinbarung zugestimmt.  Foto: Schiedermeier
Der Waldkindergarten Waldschratzln darf den Ersatz für sein Schlupfloch für Schlechtwetter-Perioden (Bild) auf dem Grund der Gemeinde Willmering errichten und das Abwasser über den Kanal der Stadt entsorgen. Der Stadtrat hat der Vereinbarung zugestimmt. Foto: Schiedermeier

Die Einsparungen kamen zustande, weil auf die ursprünglich geplanten öffentlichen Toiletten verzichtet wurde. Die seien teuer und im Betrieb sehr aufwändig, begründete die Bürgermeisterin. Architekt Kerschberger wies jedoch darauf hin, dass man für Veranstaltungen die Anschlüsse für Toiletten mit verlegen werde.

Um fünf Meter gekürzt wurde außerdem der Mehrzweck-Stadel. Dadurch spart sich die Stadt die Brandschutzmauer zum ursprünglich direkt angrenzenden Nachbargebäude. Auch die ursprünglich geplante Theaterbühne wurde weggelassen. Die könne man ja bei Bedarf provisorisch errichten, so der Planer.

„Zeit für den Schlussspurt!“

Walter Dendorfer

Der Stadtrat hat der DJK Vilzing eine Förderung in Aussicht gestellt, falls der Aufstieg in die Regionalliga klappt und für das Lizenzierungs-Verfahren Ausgaben von rund 162 000 Euro für Fußballstadion und Umfeld nötig werden. Der Beschluss fiel mit sechs Gegenstimmen. Foto: Schiedermeier
Der Stadtrat hat der DJK Vilzing eine Förderung in Aussicht gestellt, falls der Aufstieg in die Regionalliga klappt und für das Lizenzierungs-Verfahren Ausgaben von rund 162 000 Euro für Fußballstadion und Umfeld nötig werden. Der Beschluss fiel mit sechs Gegenstimmen. Foto: Schiedermeier

Das Hauptgebäude wird an der Straße um einen Meter zurückgesetzt, zugunsten einer Grünfläche. Die ist aus zwei Gründen von Vorteil: Zum einen kann der bisher sehr beengte Verkehr besser abbiegen, zum anderen muss diese Wand als Schwalben-Nistplatz wieder aufgestellt werden und die Straße wird dadurch künftig nicht mehr verschmutzt. Es wird Park- und Unterstellmöglichkeiten für Radfahrer geben und einen großzügigen Innenhof mit Baum.

Wie Bürgermeisterin Bucher mitteilte, wird es vom Amt für ländliche Entwicklung 38 Prozent Zuschuss für die Planung und 33 Prozent für die Baumaßnahme selbst geben.

Stadtrat Walter Dendorfer zeigte sich in der Sitzung trotz der Streichungen erleichtert, dass seine „Herzensangelegenheit“ endlich die letzte Hürde gemeistert hat. „Zeit für den Schlussspurt“, sagte Dendorfer. Der soll im Herbst beginnen.

„Uferlose Bürokratie“

Die Stadt zahlt an St. Jakob 50 Prozent der 1999 Euro für die neue Steueruhr im Kirchturm. Allerdings weist der Stadtrat darauf hin, dass sich daraus keine künftigen Verpflichtungen ableiten, weil die Bedeutung der Uhr als Zeitinformation für die Bürger verlorengegangen ist. Foto: Schiedermeier
Die Stadt zahlt an St. Jakob 50 Prozent der 1999 Euro für die neue Steueruhr im Kirchturm. Allerdings weist der Stadtrat darauf hin, dass sich daraus keine künftigen Verpflichtungen ableiten, weil die Bedeutung der Uhr als Zeitinformation für die Bürger verlorengegangen ist. Foto: Schiedermeier

Der Stadtrat beschloss außerdem, die Kindergartenleitungen der städtischen Einrichtungen in Nunsting, Loibling und Haderstadl länger für ihre Aufgaben freizustellen. Grund dafür, so die Leitende Beamtin Sigrid Stebe-Hoffmann, sei die überbordende Bürokratie in den Kindergärten. Als Beispiel nannte sie, dass jedes einzelne Heftpflaster dokumentiert werden muss. „Dafür muss die Kindergartenleiterin dann jedes Mal eine neue Seite anfangen, damit die nächste Mutter nicht sieht, welches Kind vor dem ihren ein Heftpflaster gekriegt hat. Das ist uferlos geworden“, so Stebe-Hoffmann.

In der „Arche Noah“ Nunsting soll die Freistellung der Leiterin von zehn auf 20 Stunden angehoben werden, im Kinderhaus Loibling von fünf auf zehn und bei den Bergzwergerln in Haderstadl von zwei auf fünf Stunden.

Stadträtin Petra Mölders erhielt nachträglich von Bürgermeisterin Karin Bucher herzliche Glückwünsche zu ihrem 60. Geburtstag und eine Silbermünze der Stadt Cham. Bucher würdigte Mölders als eine sehr umgängliche und geradlinige Stadträtin. Foto: Schiedermeier
Stadträtin Petra Mölders erhielt nachträglich von Bürgermeisterin Karin Bucher herzliche Glückwünsche zu ihrem 60. Geburtstag und eine Silbermünze der Stadt Cham. Bucher würdigte Mölders als eine sehr umgängliche und geradlinige Stadträtin. Foto: Schiedermeier

Konsequent fortgesetzt hat der Stadtrat auch seine bisherige Politik bei Bebauungsgebieten. Dort, wo Grundstücke zur Verfügung stehen, wird ausgewiesen, wo die Bürger nichts hergeben wollen, wird gestrichen. So wurde der Bebauungsplan „Am Osterbach“ in Chammünster komplett gestrichen, während in Kammerdorf insgesamt 40 Wohnparzellen ausgewiesen wurden. Hier sind 1,6 Hektar ursprünglich landwirtschaftlicher Fläche hinzugekommen.

Stadtrat Klaus Hofbauer forderte eine schnelle Umsetzung, weil die Diskussion schon zwei bis drei Jahre gedauert habe. Bürgermeisterin Karin Bucher wies darauf hin, dass für den schnellen Bedarf ja bereits bebaubare Grundstücke zur Verfügung stünden.

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