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Wirtschaft

Der Arbeitsmarkt glänzt wieder einmal

In den Agenturbezirken Cham und Bad Kötzting ging die Arbeitslosigkeit stark zurück. Aber: Es fehlt an Fachkräften.

m Bezirk der Arbeitsagentur Cham ging die Arbeitslosigkeit von März auf April kräftig zurück. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa
m Bezirk der Arbeitsagentur Cham ging die Arbeitslosigkeit von März auf April kräftig zurück. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Cham.Im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf setzte sich der Frühjahrsschwung am Arbeitsmarkt verstärkt fort. Weitere Einstellungen insbesondere in der Baubranche sowie im Baunebenbereich führten zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit binnen Monatsfrist. Von März auf April ging die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf, das heißt in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Schwandorf und Cham sowie in der kreisfreien Stadt Amberg, um rund 1570 arbeitslos gemeldete Arbeitnehmer (20,2 Prozent) zurück.

Mitte April waren im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf rund 6210 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet, bei einem Frauenanteil von 42,4 Prozent. Im Vergleich zum April des vergangenen Jahres sank die Arbeitslosigkeit spürbar, und zwar um rund 730 Personen (10,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote im Gesamtbezirk verbesserte sich von 3,3 im Vormonat auf 2,6 Prozent im April. Im April 2017 lag die Quote bei 2,9 Prozent.

Im Bezirk der Arbeitsagentur Cham ging die Arbeitslosigkeit von März auf April kräftig zurück, und zwar um rund 650 Personen (34 Prozent). Mitte April waren im Chamer Bezirk rund 1240 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit um rund 60 Personen, (4,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote ging von 3,4 auf 2,2 Prozent im April zurück. Im April 2017 lag sie bei 2,4 Prozent.

Im Lauf des Berichtsmonats beendeten rund 1100 Arbeitnehmer ihre Arbeitslosigkeit (190 Personen oder 21 Prozent mehr als im März). Im Gegenzug meldeten sich rund 460 Arbeitnehmer neu oder erneut arbeitslos, 20 Personen beziehungsweise 3,8 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. „Der jahreszeitlich zwar übliche, aber heuer wieder sehr gute Frühjahrsaufschwung lässt erneut auf ein gutes Jahr hoffen“, sagt Geschäftsstellenleiter Hans-Peter Hausladen.

Der Großteil der saisonbedingt arbeitslos gemeldeten Bewerber aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe sei sofort nach Ostern wieder eingestellt worden, die Arbeitgeber melden durchweg eine sehr gute Auftragslage, gleichzeitig habe sich aber auch in anderen Branchen eine leichte Belebung fortgesetzt, stellt Hausladen fest.

Deutlicher Stellenüberhang

Ein sehr guter Arbeitsmarkt und damit einhergehend viele offene Stellen seien in den Wirtschaftszweigen Bau, Metall, Elektro, Gesundheit, Verkehr und im Hotel- und Gaststättengewerbe zu besetzen. Hier herrsche ein deutlicher Stellenüberhang, wobei überwiegend Fachkräfte gesucht werden. Helferstellen böten insbesondere Zeitarbeitsfirmen für das verarbeitende Gewerbe.

Der Aufwärtstrend der Erwerbstätigkeit setze sich weiter fort, sagt der Agenturchef. Von diesem Beschäftigungszuwachs profitierten fast alle Branchen. Das Wachstum werde aber durch knapper werdende Arbeitskräfte begrenzt. Bei der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt gebe es Fortschritte, es blieben aber große Herausforderungen. Im Stellenpool der Arbeitsagentur und des Jobcenters waren im April rund 1380 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet (rund 150 Angebote oder 11,8 Prozent mehr als 2017).

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kötzting ging die Arbeitslosigkeit von März auf April ebenfalls deutlich zurück. Die Zahl der Arbeitslosen sank binnen Monatsfrist um rund 320 Personen beziehungsweise 47 Prozent. Mitte April waren im Bezirk der Geschäftsstelle Bad Kötzting rund 370 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zu 2017 sank die Arbeitslosigkeit um rund 70 Personen (16 Prozent). Im Lauf des Berichtsmonats konnten rund 440 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 110 Personen oder 34 Prozent mehr als im März. Die Arbeitslosenquote ging von 4,3 im März auf 2,3 Prozent im April zurück. Im April 2017 lag die Quote bei 2,8 Prozent.

„Trotz der noch kalten Witterung im März, aber Dank einer sehr guten Auftragslage im Baugewerbe und der frühen Osterfeiertage lief die Wiedereinstellungswelle bereits seit Mitte März verstärkt an und setzte sich wie erwartet im April zügig fort“, bilanziert Hans-Peter Hausladen. Die April-Arbeitslosenzahlen liegen auf dem niedrigsten Stand seit 45 Jahren. Insbesondere im Elektronikbereich werden viele Fachkräfte und Ingenieure gesucht. Der meiste Umsatz bei den Betrieben des Tourismusgewerbes war in den Osterferien zu verzeichnen. Für die ab Mai beginnende Hauptsaison werden sowohl Fach- als auch Hilfskräfte gesucht, insbesondere Köche.

Weiter auf hohem Niveau

Auch der Einzelhandel zeigte sich mit dem Umsatz über die Osterferien zufriedenstellend. Es seien einige offene Stellen gemeldet worden, für Vollzeitkräfte sowie unflexible Teilzeitkräfte seien die Integrationschancen nicht so gut. Gute Vermittlungsmöglichkeiten ergäben sich im gesamten Gesundheitsbereich.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb laut Hans-Peter Hausladen weiter auf hohem Niveau. Betriebe meldeten im Agenturbezirk Bad Kötzting von Januar bis April 290 sozialversicherungspflichtige Stellen neu zur Besetzung. Das waren rund zehn Angebote beziehungsweise 4,7 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres.

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