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Region Cham
Montag, 20. August 2018 27° 2

Verkehr

Der Ausbau der B 85 bei Roding läuft

50 000 Kubikmeter Erdreich werden für die Behelfsumfahrung zur Kreuzung gekarrt. Auch der Bau der neuen Regenbrücke startet.
Von Bastian Schreiner

Das Baufeld ist bereit: An der Anschlussstelle Roding wird Fließ ausgelegt und der Frostschutz errichtet. Danach entsteht dort die Behelfsumfahrung. Foto: bs
Das Baufeld ist bereit: An der Anschlussstelle Roding wird Fließ ausgelegt und der Frostschutz errichtet. Danach entsteht dort die Behelfsumfahrung. Foto: bs

Roding.Dienstag, 14 Uhr, im Stadt-Osten: An der Anschlussstelle rollen die Bagger, im Akkord liefern Laster Erdreich an, Betonleitwände werden aufgestellt. Die Bauarbeiten für den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 85 zwischen Piendling und Altenkreith nehmen Fahrt auf. „Die Vorbereitungen sind weitestgehend abgeschlossen. In den nächsten Tagen geht es richtig los“, teilt Baudirektor Dr. Richard Bosl vom Staatlichen Bauamt Regensburg auf Nachfrage mit. Zunächst wird die Behelfsumfahrung für die Anschlussstelle Roding errichtet, dann mit dem Bau der neuen Regenbrücke gestartet.

Durchgeführt werden zudem Bodenuntersuchungen nach Kampfmitteln sowie archäologische Sondierungen. „Wir haben es dort mit Verdachtsflächen und einem bekannten Bodendenkmal zu tun“, informiert der Abteilungsleiter. Es kann sein, dass Fundstücke aus den Jahren 5000 bis 6000 v. Chr. gefunden werden. Möglicherweise, so Bosl, tauchen Steinwerkzeuge oder kleine Pfeilspitzen auf. „Das sind gängige Aktionen, die bei Baumaßnahmen durchgeführt werden.“

Da Betonschutzwände aufgestellt wurden, kam es gestern zu Rückstaus. Foto: bs
Da Betonschutzwände aufgestellt wurden, kam es gestern zu Rückstaus. Foto: bs

Ab den Sommermonaten soll der Verkehr auf der Behelfsumfahrung fließen. Dafür werden tausende Kubikmeter Erdreich von der Deponie neben der B 85 bei Piendling – das Material stammt von der Tunnelbaustelle in Wetterfeld – vor die Tore der Stadt Roding gekarrt und aufgeschüttet. Teile der Umfahrung, die nötig wird, um eine Brücke errichten zu können, dienen laut Bosl später für den Abfahrtsast der ausgebauten Trasse. „Die Ampelanlage zieht ein Stück Richtung Stadt um“, sagt er.

Sperre der Verbindungsstraße

Wegen der zahlreichen Massentransporte muss die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Piendling und Roding voraussichtlich Ende April gesperrt werden. Nur so könne man die Verkehrssicherheit gewährleisten. Ausweichroute ist die B 85 selbst. Lediglich für dem langsamen Verkehr, der nicht auf die Bundesstraße darf (Roller, Fahrräder, landwirtschaftliche Fahrzeuge) musste eine Alternative gefunden werden. Wie berichtet, führt diese von der Stadthalle über die Firma Crown durch den Übungsplatz der Bundeswehr. Dass diese Lösung geklappt hat, darüber sind der Baudirektor und Bürgermeister Franz Reichold sehr froh. Die Umleitung gilt für rund eineinhalb Jahre – bis die neue Verbindungsstraße fertig ist.

Neben der bestehenden Regenbrücke wird eine neue errichtet. Foto: bs
Neben der bestehenden Regenbrücke wird eine neue errichtet. Foto: bs

Zur Regenbrücke führt seit einigen Tagen eine sogenannte Baustraße, damit die schweren Maschinen zum Baufeld gelangen können. Neben der bestehenden Regenbrücke wird ein neues Stahlverbundwerk errichtet. Auf diese wird später der Verkehr umgelegt, so dass die alte Brücke durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden kann. Mit dem Bau der Widerlager soll in Kürze begonnen werden, lässt Dr. Bosl wissen.

Daten und Fakten

  • Trasse:

    Die Bundesstraße 85 ist die wichtigste Ost-West-Achse im Landkreis Cham. Für das Jahr 2030 werden laut Staatlichem Bauamt Regensburg eine Verkehrsbelastung von 18 500 Fahrzeugen am Tag und ein Lastwagen-Anteil von bis zu 25 Prozent prognostiziert.

  • Startschuss:

    Der Spatenstich für den vierspurigen Ausbau erfolgte Ende Juli 2017 mit dem ehemaligen Verkehrsminister Alexander Dobrindt sowie Bayerns Staatssekretär im Innenministerium Gerhard Eck.

  • Baukosten:

    Die Kosten belaufen sich auf rund 39 Millionen Euro. Ursprünglich waren 29 Millionen Euro für den 3,4 Kilometer langen Abschnitt geplant. Gestiegene Preise beim Brückenbau und die Hochkonjunktur in der Baubranche trieben die Baukosten laut Bauamt in die Höhe. (bs)

Zwischen Roding und dem Bauende bei Piendling erfolgt die Verbreiterung der Bundesstraße durchgängig auf der vom Regen abgewandten Seite, um die Eingriffe in den Retentionsraum so gering wie möglich zu halten. Die Beeinträchtigungen sollen laut Staatlichem Bauamt für die Anwohner durch Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von fast 1500 Metern und Höhen bis zu sieben Metern in Grenzen gehalten werden. Eine kontinuierliche Fahrweise, die in Zukunft durch den Ausbau gegeben ist, reduziere den Verkehrslärm zusätzlich. Die 7,50 Meter breiten Fahrbahnen – ähnlich wie bei Autobahnen werden durch Mittelstreifen getrennt.

Fertigstellung im Jahr 2021

Eine Herausforderung für die Straßenbauer wird das Nadelöhr zwischen Mitterdorf und Oberdorf, da die Trasse dort sehr nahe an die Wohnbebauung heranrückt. Gebaut werden soll dieser Abschnitt aber voraussichtlich erst im Jahr 2020. Mit der Fertigstellung des rund 3,4 Kilometer langen Abschnittes rechnet das Bauamt im Jahr 2021.

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