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Region Cham
Samstag, 26. Mai 2018 23° 8

Spektakel

„Der Berg groovt!“

Percussion-Kunst auf urbayerisch: Die „Alpin Drums“ trommeln auf allem, was ihnen zwischen die Finger kommt.

Der satte Sound der Holzfässer hallte durch den Saal.Foto: rsr

Roding.Klein Klavier, kein Blasinstrument, kein Akkordeon, kein klassisches Instrument war auf der Bühne im Einsatz – und dennoch präsentierten die „Alpin Drums“ von „Bergbauernbua“ Toni Bartl eine furiose und energiegeladene Musikshow, die ihresgleichen suchte. Was Jörg Regenbogen, Raimund Bierling, Hans Mühlegg und Bodo Matzkeit mit dem neuen Programm „Der Berg groovt!“ in der Rodinger Stadthalle ablieferten, war Spektakel pur.

Melkschemel an den Füßen

Gleich zu Beginn lassen es die Musiker ordentlich krachen. Rhythmisch klatschend und steppend mit Melkschemeln an den Füßen legen sie los. Während sie mit Blecheimern die Dezibel in die Höhe schrauben, entlocken sie Nachttöpfen sogar asiatische Klänge. Auf ihren Kartoffelkisten hockend, verschaffen sie sich mit alten Milchkannen wieder Gehör, und die Tanzeinlage beim Tränkeeimer-Stück sind mit Szenenapplaus bedacht worden. Wetzsteine sausen im Takt über die Sensen, und das Glockenspiel wird mit Gestik und Mimik vervollständigt. Nachdem sich die vier Mannsbilder mit ihren Quietschtieren vorgestellt haben, folgt ein neunstimmiges Pfeifkonzert für Fußbälle. Unkrautspritzen, Abwasserrohre, Blumentöpfe und leere Weinflaschen, die Vielfalt der verwendeten Klangkörper ist unglaublich. Getränkekisten und Leergut gepaart mit vollem körperlichem Einsatz lässt eine Samba-Gruppe in der Halle vermuten.

Welche Töne und Klänge man einem Werkzeugkasten und dessen Inhalt entlocken kann, sieht und hört vor allem das Publikum im zweiten Teil. Szenenwechsel – Von der Werkstatt in die Küche. Als „Maître de Cuisine“ kündigt Bodo Matzkeit mit französischem Einschlag die nächste Nummer an. Kochlöffel, Rührschüsseln und Besteckkasten sind ebenso im Einsatz wie Kochtöpfe und Eierschneider.

Messer fliegen auf das Brettl

Zudem fliegen Messer in Höchstgeschwindigkeit auf Brotzeitbrettl. Akrobatisch und mitreißend ist auch der Klopf,- Klepper- und Klappstuhltanz. Plastikrohren entlocken die Musiker die Titelmusik zu „Beverly Hills Cop“, und mit dem satten Sound von Holzfässern können selbst japanische Kodo-Trommler kaum mithalten.

Die vier Klangvirtuosen haben dem begeisterten Publikum auf eindrucksvolle Weise die ganze Bandbreite der Percussion-Kunst präsentiert. Mit den „Fliegenden Fäusten“ auf dem Biertisch und dem „Guten Abend, gute Nacht“ auf einer Zahnpastatube hat sich das Quartett verabschiedet. (rsr)

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