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Mensch

Der Binser – vom Kassier zum Bühnen-Star

Der Rundinger Musikkabarettist Helmut A. Binser erzählt bei der Fernseh-Show „Ringlstetter“ aus seinem Leben.
Von Jürgen Ziereis

Helmut A. Binser (li.) mit dem Moderatoren-Duo Caro Matzko und Hannes Ringlstetter sowie Kabarettist Christian Springer (re.), zweiter Gast bei der 111. Ausgabe der „Ringlstetter“-Show  Foto: BR
Helmut A. Binser (li.) mit dem Moderatoren-Duo Caro Matzko und Hannes Ringlstetter sowie Kabarettist Christian Springer (re.), zweiter Gast bei der 111. Ausgabe der „Ringlstetter“-Show Foto: BR

Runding.Dem Oberpfälzer wird ja bekanntlich eine besonders innige Beziehung zu seiner Mundart nachgesagt. Auch der Musikkabarettist Helmut A. Binser aus Runding zieht mit seinem Dialekt durch die Lande, egal ob er, wie am vergangenen Freitag, in Straubing spielt oder etwa in Coburg oder Stuttgart, wo er in dieser Woche mit seinem neuen Programm „Löwenzahn“ auf der Bühne steht.

Neuerdings erklärt der Binser der Welt auch im Internet das bayerische Lebensgefühl: Auf dem „Bavarian Influencer Channel“, wo er zum Beispiel die Technik des Weißwurstverzehrs erläutert. Und spätestens jetzt wird’s international: Zu Binsers Youtube-Oberpfälzisch-Englisch-Melange kommt jetzt auch noch eine portugiesische Note ins Spiel. Dank „Ringlstetter“, der Personality-Show des Musikers, Schauspielers und Moderators Hannes Ringlstetter im BR Fernsehen.

Überforderter Übersetzer

Dort war Helmut A. Binser vorige Woche zu Gast, und zur Einstimmung zeigte der BR einen Auszug aus Binsers Bavarian-Lifestyle-Video. Für alle, „die weder des Oberpfälzischen noch des Englischen mächtig sind“, wie Hannes Ringlstetter in der Sendung feixte, habe er den Youtube-Übersetzer bemüht, der Binsers O-Töne im Portugiesischen vermutet habe. Die Übersetzung aus dem Portugiesischen zurück ins Deutsche war wiederum völlig sinnfrei, und so nahm die launige Interaktion zwischen Ringlstetter, seiner Show-Assistentin Caro Matzko und dem Binser gleich Fahrt auf.

Rückschau

Binsers Abschied von einem Vorbild

2019 starb ein enger Freund von Helmut A. Binser. Der Musikkabarettist aus Runding erzählt nun seine Geschichte.

Der aus Straubing stammende Moderator erklärte dem TV-Volk, dass sein Gast aus Runding bei Cham komme. Dort, wo die „legendäre Liederbühne Robinson“ stehe, die der „mindestens so legendäre Walter Thanner“ betreibe. Und so musste Martin Schönberger alias Helmut A. Binser erzählen, wie er es vom Kassier in der Liederbühne zum Bühnenstar schaffte. Und im Grunde seine Lebensgeschichte im 16-minütigen Zeitraffer: Von seiner Geburt an einem Karfreitag, als es weder Fleisch noch Bier gab, über die Episode mit der Rockband „Senna Hoy“ bis zum heimatgeschichtlichen Teil, dem Granitabbau am Blauberg, dem Steinbruch, an dem auch sein Opa gearbeitet habe und woraus schließlich der Blauberger See entstanden sei.

Neues Programm

  • Tour:

    Seit wenigen Wochen ist Helmut A. Binser mit seinem Programm „Löwenzahn“ in Süddeutschland und Österreich auf Tour. Hier präsentiert er Themen, die ihn bewegen: Das Klima, alkoholfreies Bier oder den neuen Tourismus-Hotspot Runding.

  • Tickets:

    In der Region Ostbayern ist der Binser wieder am 11. Juni beim Neurandsberger Zirkuszeltfestival zu sehen. Infos und Tickets gibt es im Internet auf den Seiten www.helmut-a-binser.de oder www.kultur-am-berg.com. (cjz)

Dem Binser selbst hat sein TV-Auftritt „richtig getaugt“, verriet er im Gespräch mit unserem Medienhaus: „Der Hannes war ein total angenehmer Gesprächspartner. Das ist keiner, der dich aufs Glatteis führen will.“ Auch die Produktion selbst war völlig umkompliziert, erzählt der Binser: „Das lief unglaublich effektiv ab, um sechs ging es los, um neun war es vorbei. Da hatte ich gar keine Zeit, nervös zu werden.“ Auch Hannes Ringlstetter selbst sei bei der Aufzeichnung am Tag vor der Ausstrahlung entspannt gewesen: „Er hat mich gefragt, ob wir vorher proben oder das Gespräch einfach laufenlassen sollen. So haben wir es dann auch gemacht.“

Kultur

Licht aus auf der Rundinger Liederbühne

Genau 25 Jahre, nachdem Walter Thanner die Liederbühne Robinson übernommen hat, wird sie geschlossen – vorerst für ein Jahr.

Er sei aber „überrascht gewesen, wie detailliert die über mich Bescheid gewusst haben. Die wussten auch Dinge, die du nirgends googeln kannst.“ Etwa, dass der bald zweifache Familienvater früher mal „Chorleiter des sozialistischen Männerchors Karl Liebknecht Cham“ war, wie Ringlstetter in der Show erzählt hat. Das über nun 111 Ausgaben gewachsene Format der Sendung gefällt Martin Schönberger immer besser, wie er sagt – nicht nur, weil er jetzt selbst in der illustren Gästeliste steht: „Die Show hat sich sehr gemausert. Ich finde, die gehört inzwischen zu den fünf besten Formaten im BR.“

Heimspiel in Straubing

Quasi ein Heimspiel: der Binser in Straubing  Foto: Jürgen Ziereis
Quasi ein Heimspiel: der Binser in Straubing Foto: Jürgen Ziereis

Eine steile Karriere als Musikkabarettist hat freilich auch der Binser hingelegt, der nun mit dem neuen Bühnenstück „Löwenzahn“ durchstartet. Am Tag nach der „Ringlstetter“-Ausstrahlung begeisterte der 39-Jährige seine Fans im ausverkauften Landgasthof Reisinger in Straubing-Sossau – ein Binser-Heimspiel im dreifachen Sinne. Erstens: Näher an der Heimat spielt er in diesem Jahr (fast) nicht. Zweitens: Eine starke Abordnung aus dem Landkreis Cham saß im Publikum. Drittens: Dialektmäßig trennen Cham und Straubing ja nur Nuancen. Einen Untertitel benötigte das Publikum jedenfalls nicht, auch wenn der geneigte Straubinger sein Schuhwerk nicht als „Schouh“, sondern als „Schuah“ bezeichnet.

Karriere

Großes Heimspiel zu zehn Jahren Binser

Der Musikkabarettist Helmut A. Binser aus Runding feiert: Zehn Bühnenjahre, das 1000. Konzert und dazu ein neues Programm.

Und mit seinem gelungenen Werk hatte der Binser den Reisinger-Saal sowieso voll im Griff. Eine Schau, wenn der Binser die Dramaturgie eines Scheunenabbruchs und -neubaus erzählt, einen Tesla gegen seinen alten Benz antreten lässt oder erklärt, was der Meister Eder, Peter Lustig und Lucky Luke gemeinsam haben. Sein persönlicher Favorit im neuen Stück sei „definitiv die Geschichte von der Amerika-Reise, wie wir am Flughafen durch den Zoll müssen. Auf diese Stelle freue ich mich immer schon Minuten vorher.“ Mit der Botschaft zwischen den Zeilen: „Das soll eine Anspielung auf den Klimawandel sein und dass es nicht egal ist, was woanders passiert. Für die, die es raushören wollen ...“

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