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Der Chamer Pfarrer – „ein Gewinn!“

Roland Böhmländer durfte sich über einen herzlichen Empfang freuen. Zuvor wurde er in der Erlöserkirche eingesetzt.
Von Petra Schoplocher

Einen Stadtführer und ein „ganz, ganz herzliches Willkommen in Cham“ hatte Karin Bucher für den neuen Pfarrer Roland Böhmländer dabei. „Sie werden sich hier wohlfühlen“, versprach die Bürgermeisterin. Foto: Schoplocher
Einen Stadtführer und ein „ganz, ganz herzliches Willkommen in Cham“ hatte Karin Bucher für den neuen Pfarrer Roland Böhmländer dabei. „Sie werden sich hier wohlfühlen“, versprach die Bürgermeisterin. Foto: Schoplocher

Cham.Ganz sicher war er sich wohl nicht, Pfarrer Roland Böhmländer, denn als er diesen Satz sagte, blickte er kurz auf seine Füße. „Eigentlich müsste ich einen halben Meter über dem Boden schweben, nach so vielen guten Wünschen“, fasste der neue Pfarrer der evangelischen Gemeinde Cham seine Gefühlslage zusammen, als Einführungsgottesdienst und Empfang vorüber waren.

Gute Wünsche gab es in der Tat reichlich und dass sie nicht nur von Herzen kamen, sondern auch selbige trafen, machte der von Amberg nach Cham wechselnde Pfarrer in seinem Schlusswort deutlich. „Wir fühlen uns herzlich willkommen“, meinte er dankbar, ehe er genau mit dem beginnen konnte, worauf er sich freue: Auf viele gute Begegnungen mit Menschen.

Volles Haus nicht nur in der Kirche, sondern auch beim Empfang im Kolpinghaus. Foto: ps
Volles Haus nicht nur in der Kirche, sondern auch beim Empfang im Kolpinghaus. Foto: ps

Da waren „einfache“ Gemeindemitglieder, die dem „Neuen“ sagten, wie sehr sie sich freuten, die Mitarbeiterinnen des Kindergartens waren gekommen, um den zweifachen Familienvater zu begrüßen. In den Gesprächen klang immer wieder durch, dass es für den gebürtigen Mittelfranken eine Art „Rückkehr“ ist. 17 Jahre wirkte er in Zwiesel, seit 2010 war er in der Paulaner-Pfarrei in Amberg tätig.

Nicht nur Roland Böhmländer, auch seiner Frau Erika schwappte die Herzlichkeit der „Rückkehr“ entgegen, wie hier von Elke Scholz, Präsidentin der Dekanatssynode. „Willkommen daheim!“, meinte die Zwieselerin, die den Pfarrer schon lange kennt. Foto: ps
Nicht nur Roland Böhmländer, auch seiner Frau Erika schwappte die Herzlichkeit der „Rückkehr“ entgegen, wie hier von Elke Scholz, Präsidentin der Dekanatssynode. „Willkommen daheim!“, meinte die Zwieselerin, die den Pfarrer schon lange kennt. Foto: ps

„Mit deiner Entscheidung für Cham hast du so manches Licht zum Leuchten gebracht“, machte Elke Scholz, Präsidentin der Dekanatssynode aus Zwiesel deutlich. Sie wünschte dem Pfarrer, dass er in Cham ganz oft das Licht sein möge, das sich die Gemeindeglieder wünschen und brauchen.

Dass Roland Böhmländer auf eigenen Wunsch nach Cham komme, gefiel Bürgermeisterin Karin Bucher sehr. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie als Katholikin gerne zu Feierlichkeiten der evangelischen Kirche gehe. „Ich finde, dass da vieles sehr viel entspannter ist. „Das ist mir sehr sympathisch“, verriet sie. Pfarrerinnen seien eine Selbstverständlichkeit und Pfarrer dürften sogar Pferdeschwanz tragen, meinte sie augenzwinkernd in Richtung des „Neuen“.

Persönliche Anrede

Pfarrer Kazimierz Pajor begann und beendete seine Grußworte mit Symbolik. „Lieber Roland“, wandte er sich gleich an seinen evangelischen Kollegen, dem er als Zeichen eine Bibel schenkte, „ich habe mich heute für dich gefreut.“ Aus dem Gebet zu Böhmländers Einführung griff er den Wunsch, „bewahre ihn in Anfechtung und Zweifel“ heraus.

Pfarrer Kazimierz Pajor überreichte als Symbol eine neue Ausgabe der Einheitsübersetzung. Die Bibel sein nämlich neben dem Kreuz das, was katholische und evangelische Christen verbinde. Seine Einschätzung: „In Cham geht es der Ökumene gut!“. Foto: ps
Pfarrer Kazimierz Pajor überreichte als Symbol eine neue Ausgabe der Einheitsübersetzung. Die Bibel sein nämlich neben dem Kreuz das, was katholische und evangelische Christen verbinde. Seine Einschätzung: „In Cham geht es der Ökumene gut!“. Foto: ps

Da sei es gut zu wissen, dass „wir von Gott geführt werden“. Er freue sich auf intensive und gute Zusammenarbeit, um die Ökumene in Cham jedenfalls sei es gut bestellt.

Das bestätigte auch Martina Altmann für den Pfarrgemeinderat von St. Jakob, die die gemeinsam betriebene Tafel exemplarisch dafür nannte, dass das ökumenisches Miteinander auf einen Grundstock aufbauen könne. „Wir freuen uns, Bestehendes weiterzuführen und Neues zu verwirklichen“, sagte sie.

Die Gestaltung des feierlichen Gottesdienstes lag in Händen von Dekan Walter Kotschenreuther und Roland Böhmländer, der die Predigt hielt. Bei der Einsetzung sagte der Dekan: „Diene der Gemeinde in der Furcht Gottes mit Liebe und Treue“, ehe die Segnung erfolgte. Foto:Gerhard Beck
Die Gestaltung des feierlichen Gottesdienstes lag in Händen von Dekan Walter Kotschenreuther und Roland Böhmländer, der die Predigt hielt. Bei der Einsetzung sagte der Dekan: „Diene der Gemeinde in der Furcht Gottes mit Liebe und Treue“, ehe die Segnung erfolgte. Foto:Gerhard Beck

Die Themen der Zeit anzugehen, eigene Meinungen zu haben und sich den Sorgen und Nöte der Menschen anzunehmen, seien nur einige der Herausforderungen, die sich Pfarrer heutzutage stellen müssten.

Den Vorgänger begrüßt

„Wir freuen uns dreifach sehr“, versicherte Pfarrerin Tamara Stampka als Seniorin des Pfarrkapitels – ein Amt, das vor ihr auch schon Roland Böhmländer innegehabt hatte. Einmal, dass die Stelle so schnell wieder besetzt wurde; zweitens, dass ein erfahrener Kollege kommen würde und „drittens, dass du es bist!“

Sehr erfrischend brachte das Kinderbibelwochenende-Team seine Wünsche vor. Alle seien zudem auf dessen Neue Ideen gespannt, aber jetzt schon sicher, dass er „ein Gewinn“ sei.

Wie schon in der Kirche oblag es den Posaunen, die folgenden feierlichen Momente anzukündigen. Doch auch der Kirchenchor (Bild), das Kinderbibelwochenenden-Team oder Bezirkskantor Aurel von Bismarck sorgten für einen würdigen Rahmen. Foto: ps
Wie schon in der Kirche oblag es den Posaunen, die folgenden feierlichen Momente anzukündigen. Doch auch der Kirchenchor (Bild), das Kinderbibelwochenenden-Team oder Bezirkskantor Aurel von Bismarck sorgten für einen würdigen Rahmen. Foto: ps

Dekan Walter Kotschenreuther nutzte das Musikstück, um den neuen Chamer Pfarrer auf eine seiner Aufgaben hinzuweisen. Im September sei wieder „KiBiWe“.

Man dürfe stolz auf diese Gemeinde sein, unterstrich Walter Kotschenreuther. Reinhold Harasim hatte Roland Böhmländer zuvor in Aussicht gestellt, dass er sich vieler helfender Gemeindemitglieder in Kirchenvorstand und Gemeinde sicher sein dürfe.

Was bei dem „Neuen“ offenbar schon angekommen ist, zeigte er sich doch überrascht und dankbar, wie viele mitmachen würden. „Wir freuen uns auf das, was uns erwartet“, machte der neue Chamer Pfarrer aus ganzem Herzen deutlich.

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