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Musikszene

Der Chamer Rocker im Rekord-Tempo

T.G. Copperfield veröffentlicht mit „Talkin’ Shop“ dieses Jahr bereits sein drittes Soloalbum. Wir haben mit ihm gesprochen.
Von Gregor Raab

In schwindelerregender Geschwindigkeit veröffentlicht Songwriter T.G. Copperfield seit 2017 ein Album nach dem anderen. Mit „Talkin’ Shop“ steht nun Release Nummer 7 an und setzt allem bisherig Dagewesenen noch eins drauf. Foto: Carmen Wiendl
In schwindelerregender Geschwindigkeit veröffentlicht Songwriter T.G. Copperfield seit 2017 ein Album nach dem anderen. Mit „Talkin’ Shop“ steht nun Release Nummer 7 an und setzt allem bisherig Dagewesenen noch eins drauf. Foto: Carmen Wiendl

Cham.In schwindelerregender Geschwindigkeit veröffentlicht Songwriter T.G. Copperfield seit 2017 ein Album nach dem anderen. Mit „Talkin’ Shop“ steht nun Release Nummer 7 an und setzt allem bisherig dagewesenen noch einen drauf. Mit seiner „ELECTRIC BAND“ feuert der begnadete Gitarrist diesmal ein Feuerwerk an Catchy Beats und zeitlosen Songs ganz im Stil der frühen 90er Jahre ab. Eine Zeit, die ihn nachhaltig geprägt hat. Dabei trifft Americana auf Pop, harter Rock auf HipHop und über allem schwebt die Attitude des Rock`n Roll, für den Kritiker und Fans Copperfield so sehr lieben. Wir haben uns mit dem Musiker über sein neues Werk unterhalten.

„Magnolia“, „Crank it up in Nashville“ und nun „Talkin` Shop“: Du bringst dieses Jahr schon das dritte Soloalbum innerhalb eines Jahres raus. Geht Dir bei dieser Geschwindigkeit nicht die Puste aus?

Tilo: Du hast das 3 Dayz Whizkey-Album „Common Buzzard Blues“ vergessen, welches im Februar erschienen ist. Ich würde sagen, für dieses Jahr habe ich mein Soll mehr als erfüllt. Vier Alben mit komplett neu komponiertem eigenen Material, das war schon ein Kraftakt. Aber insgesamt eine sehr erfüllende und positive Anstrengung. Die Zeit, die ich mit unterschiedlichen tollen Leuten, Musikern und Freunden in verschiedenen Tonstudios verbracht habe und das Ergebnis daraus – die Songs – machen mich mehr als zufrieden. Das Ganze ist ein richtiger Teil von mir geworden und hat mir geholfen als Songwriter, Musiker, aber auch als Mensch zu reifen. Es war nicht immer einfach und es mussten viele Hindernisse überwunden werden, aber am Ende steht ein Ergebnis, das wir gemeinsam für immer und alle Zeiten auf Platte bannen konnten. Die Puste geht mir also nicht wirklich aus, weil ich weiterhin größten Spaß an der Sache habe. Wenn mich die Muse küsst und die Ideen kommen, bin ich auch in Zukunft hoch motiviert, das Ganze in der passenden Form zu konservieren. Ich liebe es einfach, Platten zu produzieren.

Copperfield´s Corner

Der Super-GAU in der Musikschule

Nicht immer, meint Tilo G. Copperfield, tun Eltern ihren Kindern einen Gefallen, wenn sie sie zum Musik-Unterricht schicken.

Befürchtest Du nicht, dass die Zahl Deiner Veröffentlichungen zu inflationär ist? Andere Künstler fahren schließlich die gegenläufige Strategie, indem sie sich rar machen.

Tilo: Ja, der berühmte Spruch: „Willst du was gelten, mach dich selten!“ Ich bin der Meinung, dass viele erfolgreiche Künstler, sehr gerne auch viel mehr Output hätten. Aber leider machen es ihnen viele Umstände, wie Plattenfirmen, Verkaufsstrategien, Tour-Verpflichtungen oder organisatorische Hemmnisse nicht einfach. Bei mir ist das leicht: Ich mache Musik um der Musik willen und nicht, weil mir das irgendwer vorschreibt. Wenn ich vier Alben im Jahr veröffentlichen will, dann mache ich das einfach. Ich bin mein eigener Boss. Der finanzielle Erfolgt ist schön, aber nicht die Voraussetzung. Die Qualität hat bei mir die oberste Priorität. Ich möchte Aufnahmen machen, die mir und anderen etwas bedeuten und das Bestmögliche aus allen Beteiligten rausholen.

„Das wichtigste Element an einem künstlerischen Werk ist für mich, dass es so direkt und ungefiltert wie möglich entsteht.“

T.G. Copperfield, Songwriter und Gitarrist

Das kann ich nur erreichen, wenn ich selbst authentisch bin und zu 100 Prozent hinter meinen Ideen, Songs und der Vision stehe, die ich für ein Album habe. Ich muss bei einer Produktion 10 000 Entscheidungen treffen, und jeder schaut mich immer an, und in letzter Instanz will ich einfach in 40 Jahren immer noch zurückblicken auf mein Werk und mir sicher sein, dass ich einfach keine Kompromisse eingegangen bin. Um auf Deine Frage zurückzukommen: Das wichtigste Element an einem künstlerischen Werk ist für mich, dass es so direkt und ungefiltert wie möglich entsteht. Wenn ich jetzt einen Song schreibe und ihn dann erst in zwei Jahren im Studio aufnehme, dann ist er für mich schon wieder so weit weg und mein Bezug zum Thema oder dem Gefühl hat sich zumindest verringert. Deshalb war nun auch bei „Talkin’ Shop“ für mich wichtig, nicht ewig zu warten. Alles in allem war der Prozess vom Songwriting bis zur fertigen Platte diesmal innerhalb von zwei Monaten passiert. Das ist mein persönlicher Rekord, aber ich spüre das auf dieser Platte auch extrem stark.

Interview

T.G. Copperfield hat ein neues Album

Nur mit seiner Gitarre und zehn Songs im Gepäck ist der Songwriter nach Tennesee geflogen und hat ein Album aufgenommen.

Wie würdest Du in eigenen Worten „Talkin’ Shop“ beschreiben?

Tilo: „Talkin’ Shop“ ist vielleicht mein bislang modernstes Werk. Ich habe die sieben Songs der EP komplett auf Drums und Bass aufgebaut. Es ist also ein stark rhythmusbetontes Ding geworden. Ich bin ja ein großer Fan der Rockmusik der frühen 90er Jahre und ich glaube, das hört man hier ein bisschen raus. Es gibt viele Gitarren, aber besonders der Drumsound ist hier ganz stark im Fokus. Ich wollte, dass es richtig kracht und habe dem Mix von Hubi Hofmann diesmal auch ein modernes Mastering von Ludwig Maier verpasst, der in den letzten Jahren viele moderne Top-20-Alben veredelt hat. Nichtsdestotrotz kann man hier ganz viel Rock’n’Roll-Coolness raushören. Ich habe mir Themen vorgenommen, die mir auf der Seele brannten: positive wie negative. Am besten bin ich aber – glaube ich – wenn ich mich über etwas wirklich tierisch aufrege: soziale Ungerechtigkeiten, Hass, fehlende Fairness oder bescheuerte und unreflektierte Meinungen.

Zum neuen Album

  • Die Songs:

    Moderner Blues klingt wie „Suckers & Crooks“, das Spiel von Licht und Schatten malt Copperfield genial in „On your own“. Mit „Hammer Down“ kommt eine irrwitzige Kreuzung aus Game of Thrones-Lyrics mit Mexicana-Einschlag um die Ecke, während „Line of Fire“ das klassische Tom Petty Copperfield Magic transportiert. „Survive it“ beginnt mit cooler Lässigkeit.

  • Zukunftspläne:

    Tilo: „In Cham werde ich in nächster Zeit mit meinem Material etwas weniger unterwegs sein. Jetzt geht’s erstmal quer durch Deutschland, vom Chiemgau über Köln bis ins Frankenland. Aber in Regensburg werde ich 2020 auf jeden Fall aufschlagen. Und es ist noch einiges geplant.“

Was brennt Dir noch auf der Seele?

Tilo: „Mir brennt als Musiker auf der Seele, dass ich nie am Ende bin. Es öffnen sich musikalisch und künstlerisch immer wieder neue Türen und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, um alle diese Türen zu öffnen. Ich habe trotz des großen Outputs immer das Gefühl, den einen wichtigen Song noch nicht geschrieben zu haben. Und den suche ich. Als ganz normaler Bürger brennt mir natürlich so einiges auf der Seele, aber das kann ich auch gut in meinen Songs verarbeiten. Ich habe das große Glück, mit tollen Musikern zusammenarbeiten zu können und einen gewissen ekelhaften Tatendrang zu haben, der mich immer weiter machen lässt. Zur Zeit denke ich mir: „Du hast gerade erst angefangen, jetzt geht’s erst richtig los!“

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