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Festspiel

Der Drachenstich feiert seine Premiere

Eine engagierte Spielschar sowie das Ritterpaar Tina Pohmer und Andreas Scheuer durften sich über viel Applaus freuen.
Von Evi Paleczek

Strahlendes Ritterpaar 2019 Foto: Paleczek
Strahlendes Ritterpaar 2019 Foto: Paleczek

Furth im Wald.120 Prozent werden die Darsteller für ihr Publikum geben. Das kündigt Bürgermeister Sandro Bauer zu Beginn jeder Drachenstich-Vorstellung an. Und die bekam das Publikum bei der Premiere am Freitagabend auf jeden Fall zu sehen. Sowohl die Spielschar, als auch das Ritterpaar, Tina Pohmer und Andreas Scheuer, begeisterten die Zuschauer und durften sich immer wieder über spontanen Szenenapplaus freuen.

Den bekam auch der Drache. Der weltgrößte vierbeinige Schreitroboter begeisterte auch in seinem zehnten Jahr auf der Drachenstich-Bühne. Große Augen sowohl der kleinen, als auch der großen Besucher verfolgten jede von Fannys Bewegungen. Nach der Vorstellung kamen viele Zuschauer in die Arena, um sich den Further Drachen genauer anzusehen.

Perfektes Zusammenspiel

Das macht natürlich auch bei jeder Vorstellung der Ritter. Andreas Scheuer überzeugte mit einem hochmotivierten Drachenkampf. Der Lanzenwurf ins Drachenmaul saß perfekt, und auch für seine gezielten Schwerthiebe und -stiche erntete der Ritter viel Applaus aus dem Publikum.

Sehen Sie hier Video-Impressionen vom Drachenstich in Furth im Wald. Video: Simon Tschannerl

Der 26-Jährige überzeugte aber auch mit seiner Spielleistung. Sein unverfälschtes Further Bayerisch macht ihn authentisch, sympathisch – und in Jedermanns Augen passend für die hübsche Ritterin, die ihre Sache ebenfalls hervorragend machte. Tina Pohmer überzeugte sowohl als Gericht haltende Schlossherrin und bei der Tändelei mit dem Chamerauer, als auch als energische Fürsprecherin des Volkes, in der Engel-Szene und bei ihrem Entschluss, sich dem Drachen zu opfern.

Glückliche Spieler nach der Premiere – für die Hauptdarsteller gab es nach der Vorstellung Blumen. Foto: Paleczek
Glückliche Spieler nach der Premiere – für die Hauptdarsteller gab es nach der Vorstellung Blumen. Foto: Paleczek

Das Zusammenspiel der Darsteller harmonierte perfekt. Auch in diesem Jahr ist zu erkennen, wie gut die Akteure aufeinander eingestimmt sind. Das gute Gelingen ist sicher auch ihrer Spielfreude geschuldet, die jedem Einzelnen anzumerken ist.

Regisseur Alexander Etzel-Ragusa hat wieder einige kleinere Änderungen vorgenommen am Ablauf, die aktuellen Kernaussagen des Stücks aber bleiben. Bevor der Drache – aufgrund des Verhaltens der Menschen – böse wird, zeigt er ihnen, wie viel mehr Sinn es macht, mit der Schöpfung zu leben als gegen sie. Um sich weiter zu entwickeln – das Feuer zu bekommen –, müssen die Menschen reif genug sein. Sind sie es nicht, kann das schlimme Konsequenzen haben. Im Stück entdecken die Menschen die böse Kraft, die im Feuer steckt – und der Drache kennt die Welt nicht mehr.

Viele Zuschauer kamen nach der Vorstellung in die Arena, um sich den Drachen genauer anzuschauen und Fotos mit den Darstellern zu machen. Foto: Paleczek
Viele Zuschauer kamen nach der Vorstellung in die Arena, um sich den Drachen genauer anzuschauen und Fotos mit den Darstellern zu machen. Foto: Paleczek

Weiter geht es darum, dass nur der das Böse, den Drachen, besiegen kann, der unschuldig ist/ noch nie getötet hat. Aber wer ist heute noch unschuldig? Und wer kann heute noch vertrauen? „Wenn Du ihre Hilfe brauchst, Du wirst sie nicht bekommen“, sagt der Chamerauer zur Ritterin über das Volk. Doch sie bekommt Rückendeckung. Ihm, ihrem Onkel, habe sie immer vertrauen können, sagt der Chamerauer zur Schlossherrin. Diese Gleichung geht für die junge Frau aber nicht auf. Es geht also darum, den richtigen Menschen zu vertrauen.

Hier sehen Sie Bilder vom Festspiel:

Impressionen vom Drachenstich 2019 in Furth

Und zu den richtigen und wichtigen Menschen zu stehen. Udo soll sie lieben, und nicht die Straubinger Deppen, sagt die Ritterin, als ihr Onkel Bedenken äußert im Hinblick auf die niedere Herkunft des Lehensmanns.

Die Welt verändern

Ritter brauche die Welt aber auch nicht mehr, meint der Chamerauer. Nur wer schlechter sei als diese Welt, könne sie überleben. Nur wer besser ist als sie, könne sie verändern, wird dagegengehalten. Einfache Lösungen für Probleme, wie sie der Chamerauer versprochen habe, gebe es nicht. Wer einfache Lösungen verspreche, der habe meist gar keine. Es geht also darum, um positive Veränderungen zu kämpfen. Das sieht der Kardinal auch in Bezug auf die Kirche so. Wenn sie Fehler begeht, muss sie das einsehen und sich weiterentwickeln, sagt er.

Die Leute sollen nicht zweifeln an Gott, wenn es schwierig wird. Irgendeinen Weg gibt es immer. „Macht die Tore auf“, ruft die Ritterin, als das Volk vor den Hussiten flieht und Zuflucht sucht. Das sei das, was die Stunde verlangt.

Und in Jerusalem zeigt die Stunde den Kreuzrittern, dass sie selbst ihre mächtigsten Gegner sind. Als Pilger und nicht als Krieger erfahren sie dort Dinge, die ihnen noch nie zuvor jemand gesagt hatte. Keine Vorurteile haben, zuhören, schauen und erfahren, lautet die Botschaft. Friedlich zusammenleben und voneinander lernen und profitieren.

Weitere Termine

  • Festspiel: Der Drachenstich wird noch von Freitag, 9., bis Sonntag, 11., und von Mittwoch, 14., bis Sonntag, 18. August, aufgeführt. Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr, am Sonntag, 11. August, findet zusätzlich um 15.45 Uhr die einzige Tagaufführung statt.

  • Festzug:

    Am Sonntag, 11. August, setzt sich um 14 Uhr der Große Historische Festzug in Bewegung.

  • Kinderfest:

    Am 17. und 18. August ist Historisches Kinderfest.

Vorstellung

Furth im Wald hat ein neues Ritterpaar

Tina Pohmer und Andreas Scheuer verkörpern in diesem Jahr die Hauptrollen im Drachenstich-Festspiel.

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