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Umwelt

Der Filter ist das A und O

Peter Steinberger warb für die Regennutzung mit großem Einsparpotenzial beim Trinkwasser.
Sigismund Fuchs

Wolfgang Spierer, Bürgermeister Schwarzfischer und 3. Bürgermeister Kerscher beim Waser-Test  Foto: Fuchs
Wolfgang Spierer, Bürgermeister Schwarzfischer und 3. Bürgermeister Kerscher beim Waser-Test Foto: Fuchs

Zell.Die Regenwassernutzung gewinnt an Bedeutung. Gerade beim Grundwasser ist das Gleichgewicht zwischen Entnahme und Neubildung gestört. Deshalb müssen Konzepte entwickelt werden, damit weniger Grundwasser entnommen und die Neubildung gefördert wird. Viele Grundstückseigentümer wollen aus ökologischen und ökonomischen Gründen Regenwasser in Garten und Haushalt nutzen, Bauherrn überlegen den Betrieb einer Zisterne.

Die Gemeinde Zell lud die Bürger aus Zell und Umgebung zu einer Info-Veranstaltung ins Gemeinschaftshaus Beucherling zum Thema: „Regenwasserbewirtschaftung, Stand der Technik und sinnvolle Nutzung“ ein. Referent war Peter Steinberger aus Regensburg von der Firma Mall.

Seit geraumer Zeit beschäftigt sich der Gemeinderat mit Klimawandel und Regenwasser, das in den Kreislauf zurückgeführt werden soll. Die Resource Wasser sei kostbar. Tagtäglich würden Unmengen von Trinkwasser verschwendet. Ein Fünf-Personen-Haushalt kann durch die Nutzung von Regenwasser bis zu 100000 Liter Trinkwasser pro Jahr sparen, das sind in zehn Jahren 1 Million Liter.

Steinberger: „Wer Regenwasser nutzt, denkt an die Zukunft und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.“ Er ging auf den Trinkwasserverbrauch für Körperpflege, Kochen, Geschirrspülen und Sonstiges ein. Trinkwasser ist nach seinen Worten ersetzbar durch Regenwasser für die Toilettenspülung, für Waschmaschine oder Gartenbewässerung.

Jeder Tropfen Trinkwasser werde zweimal bezahlt: Wenn er aus dem Hahn kommt, und wenn er im Kanal verschwindet. Eine Zisterne schafft Abhilfe. Dabei garantieren Filterung und Lagerung im kühlen Erdreich eine konstant hygienische Wasserqualität. Bei der Kombination mit Versickerung und Drosselung werden die Kanalisation entlastet und die Überschwemmungsgefahr vermindert.

Neubau, Hausmodernisierung und Altbaurenovierung sind Gelegenheiten, eine Zisterne einzubauen. Wenn Wasser- und Gasleitungen, der Abwasserkanal oder der Gasanschluss auf neuesten Stand gebracht werden müssen und der Bagger im Garten steht, ist der nachträgliche Einbau eines Regenspeichers für die Hauswassernutzung besonders problemlos. Im Haus werden die Leitungen auf Putz verlegt. Der hohe Wasserbedarf für Rasen, Beete und Sträucher macht die Regenwassernutzung sinnvoll, so der Referent. Er nahm Stellung zur Regewasserbewirtschaftung wie Kleinkläranlagen, zu den neuen Energien wie Pufferspeicher, Hackschnitzelspeicher oder die Kühlung mit Regenwasser.

„Was passiert bei Starkregen mit der Waschmaschine?“, lautete eine Frage. Steinberger zeigte die Vorteile der Regennutzung im Haushalt auf: So gibt es keinen Kalk, weiniger Stromverbrauch, man benötigt keinen Weichspüler, weniger Waschmittel. Zudem gibt es keine Kanalgebühren. Genau beleuchtete er Filterfunktion, Regenspeicher mit Versickerung und Rückhaltezisterne. Viele Tipps hatte er parat. Er verwies auf die neuen Baugebiete und plädierte für Betonzisternen.

„Was ist, wenn alles stinkt“, war eine weitere Frage. Antwort: „Der Filter ist das A und O.“ Lothar Mandl hatte sich die Mühe gemacht, Regenwasser und normales Wasser in Flaschen zu präsentieren. Die Anwesenden konnten keinen Unterschied feststellen. Gerhard Kerscher übergab an Mandl ein „spezielles Wasser“, an den Referenten einen Brotzeitkorb. (rsu)

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