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Jubiläum

Der Further Drachensee feiert Geburtstag

Seit zehn Jahren gibt es den Drachensee in Furth im Wald. Beim Festakt wurde auf dessen Geschichte zurückgeblickt.
Von Volkmar Dimpfl

Unter anderem die vielen Wasservögel machen den Further Drachensee zu einem Naturjuwel.  Fotos: Dimpfl
Unter anderem die vielen Wasservögel machen den Further Drachensee zu einem Naturjuwel. Fotos: Dimpfl

Furth im Wald.Ein buntes Programm ist zum zehnjährigen Bestehen des Drachensees am Samstag geplant gewesen. Zunächst war der Regen leider so stark, dass der Festakt nicht auf dem Promenadenplatz stattfand, sondern kurzfristig in die Werkstatt im Betriebsgebäude des Wasserwirtschaftsamts verlegt wurde.

Bürgermeister Sandro Bauer hob besonders das Engagement von Heribert Mühlbauer, der die Drachensee-Planung maßgeblich beeinflusst hatte und die Entwicklung von Fauna und Flora kontinuierlich dokumentiert, hervor. Bauer ging auch auf die lange Entstehungsgeschichte des Drachensees ein. 1970 fasste der Landtag den Beschluss zur Planung der Talsperre. Doch es dauerte, bis alle Herausforderungen, auch die juristischen, erfüllt waren. Heute ist der Drachensee mit dem Vier-Zonen-Konzept ein Glücksfall. Furth habe sich für den sanften Tourismus entschieden und größere touristische Einrichtungen bisher abgelehnt. Der Bürgermeister wies auch auf die vielfältigen Veranstaltungen am Drachensee hin, von der Weißen Nacht bis zum Nachtsegeln, vom Sponsorenlauf bis zum Drachentriathlon. Und bisher habe es am See nur einen einzigen Badeunfall gegeben.

Der Further Drachensee feiert Geburtstag

Betrieb läuft hervorragend

Die Kinder hatten ihren Spaß mit den Funballz. Fotos: Dimpfl
Die Kinder hatten ihren Spaß mit den Funballz. Fotos: Dimpfl

Josef Feuchtgruber, Leiter des Wasserwirtschaftsamts, resümierte, dass der Drachensee so gut funktioniert, dass fast niemand von seiner eigentlichen Funktion als Hochwasserrückhaltebecken spricht. Sowohl die Planung als auch der Betrieb liefen hervorragend. Man müsse heute froh sein, dass es ihn gibt. Feuchtgruber wies auch darauf hin, dass, anders als sonst bei solchen Projekten, die Stadt den See nicht mitfinanzieren musste. Im Rahmen der Diskussionen um die Flutpolder an der Donau werde immer wieder die Forderung laut, die Anlieger an den Oberläufen müssten auch zur Hochwasserrückhaltung beitragen. Der Landkreis sei hier mit drei Stauseen fast der einzige Landkreis, der diese Forderung bereits erfülle. Er sprach auch das Problem des Sees an, die zu hohe Nährstoffbelastung. „Behalten Sie Ihren Boden bei sich“, war deshalb seine Aufforderung an die Landwirte.

MdL Dr. Gerhard Hopp meinte, zehn Jahre seien ein Grund zum Feiern. Er wies darauf hin, dass 1970 der Beschluss zur Planung des Sees gefasst wurde, in dem Jahr, in dem in Bayern auch das weltweit erste Umweltministerium geschaffen wurde. Hopp beschränkte sich auf drei Schwerpunkte: Umweltschutz, Tourismus und Sicherheit. Mit dem Drachensee sei ein Juwel im Landkreis entstanden, jeder Euro sei gut angelegt.

Hier finden Sie tierische Fakten rund um den Drachensee:

Landrat Franz Löffler korrigierte zunächst das Wasserwirtschaftsamt, indem er klarstellte, dass der Landkreis mehr als drei Hochwasserrückhaltebecken vorweisen könne. Dann kam er auf die Bedeutung des Jahrhundertbauwerks zu sprechen. Man müsse sich fragen, ob ein derartiger Eingriff in die Natur gerechtfertigt sei. Die Antwort sei in diesem Fall ein eindeutiges Ja. Und das Vier-Zonen-Konzept sei einfach faszinierend, das habe sonst niemand.

Eigenverantwortung ist nötig

Sandro Bauer freute sich über die Erfolgsgeschichte „Drachensee“. Fotos: Dimpfl
Sandro Bauer freute sich über die Erfolgsgeschichte „Drachensee“. Fotos: Dimpfl

Die Hochwasserschutz-Funktion des Drachensees sei ein Segen für weite Teile des Landkreises. Er wies auch darauf hin, dass Perioden großer Trockenheit und dann wieder Starkregen wohl immer häufiger werden. Und es sei nicht alles mit technischen Maßnahmen zu lösen, es müsse auch an die Eigenverantwortung appelliert werden, es seien entsprechende Versicherungen notwendig, der Staat könne nicht alles tragen.

Rückblick

Das Erfolgsmodell Drachensee

Der Hochwasserspeicher bei Furth im Wald ist zehn Jahre alt. Die Historie zeigt, warum die Entstehung nicht einfach war.

Im Anschluss konnten die Ehrengäste das Kombibauwerk besichtigen. In diesem Bauwerk befindet sich eine Turbine mit Generator. Außerdem kann hier über den Grundablass Wasser in den Chamb abgelassen werden. Und auch zwei Hochwasserklappen befinden sich in dem Bauwerk.

Das Rahmenprogramm litt leider unter dem Wetter. So konnte etwa das Schnuppersegeln wegen einer Unwetterwarnung nicht durchgeführt werden. Auch das Volleyballspiel wurde gestrichen. Unbeeinflusst waren Vorträge und Fotoausstellung im Betriebsgebäude, ebenso die Führungen durch das Kombigebäude. Fischereiverein, DLRG, Segelclub und „Platzerl am See“ sorgten für das leibliche Wohl. Vogelschützer und Naturexperte Heribert Mühlbauer führte einige Interessierte in die Ökozone. (fvd)

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