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Der Further Schachclub verjüngt sich

Der bisherige Vize-Vorstand Norbert Tauer wird nach 22 Jahren verabschiedet. Ferdinand Mauerer ist der neue zweite Vorstand.
Von Maximilian Riedl

Wegen Corona stehen für den Schachclub Furth im Wald/Waldmünchen noch zwei Schlussrunden aus.
Wegen Corona stehen für den Schachclub Furth im Wald/Waldmünchen noch zwei Schlussrunden aus. Foto: Sven Hoppe/picture alliance / dpa

Furth im Wald.Das 49. Jahr der gemeinsamen Vereinsgeschichte des Schachclubs Furth im Wald/Waldmünchen 1971 bezeichnete Vorsitzender und Gründungsmitglied Max Riedl als das Ungewöhnlichste: Man sei zwar eindeutiger Bezirksligatabellenführer, aber wegen des Coronavirus bei zwei nicht einmal terminierten Schlussrunden noch nicht im Ziel. Es konnten keine Bezirksmeisterschaften ausgetragen werden, aber dafür wurden zwei noch nicht beendete Vereinsmeisterschaften offline und online angepackt.

Die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im Eschlkamer Gasthof zur Post – ursprünglich Ende März im Anschluss an die geplante letzte Runde – musste wegen des Versammlungsverbots in Gaststätten auf den 3. Juli verschoben werden. Wichtigstes Ergebnis, nachdem der bisherige zweite Vorstand Norbert Tauer nicht mehr kandidierte, war die Wahl von Ferdinand Mauerer zum zweiten Vorstand und eine stark verjüngte Vorstandschaft. Erschienen waren elf von 19 erwachsenen Mitgliedern.

Auf Wiederaufstieg eingestellt

Die Schach-Vorstandschaft, angeführt von Max Riedl (vorne links), Ferdinand Mauerer (Mitte) und Ralf Krämer (vorne rechts)
Die Schach-Vorstandschaft, angeführt von Max Riedl (vorne links), Ferdinand Mauerer (Mitte) und Ralf Krämer (vorne rechts) Foto: Maximilian Riedl

Nach einem Totengedenken an dem 2019 verstorbenen Helmut Christoph kam Vorstand Max Riedl auf die eingangs erwähnten Probleme zu sprechen. Zu Saisonbeginn seien nacheinander das Freitagsspiellokal und das Sonntagsspiellokal ausgefallen, bis man schließlich im Eschlkamer Gasthof zur Post eine Bleibe gefunden habe. Spielerisch sei das Team auf sofortigen Wiederaufstieg in die Oberpfalzliga eingestellt gewesen, als das Coronavirus plötzlich den gesamten Spielbetrieb gelähmt habe und man derzeit deshalb kein abschließendes Wort zur Saison sagen könne.

In der Vor-Corona-Zeit sei alles noch prächtig mit den Erfolgen der Jugendlichen gelaufen. Max Glaser qualifizierte sich als einziger Oberpfälzer gleich für die Bayerischen Einzelmeisterschaften 2020 im Schnellschach und räumte auch in der Oberpfalzjugend ab, indem er die Gesamtwertung des OSJ-Cups gewann und bei der U 20 zum dritten Male Schnellschachvizemeister wurde.

Bei den zwei Online-OSJ-Cups kam er einmal auf Rang 1, einmal auf Rang 2. Adam Breuer wiederholte seine Oberpfalzvizemeisterschaft trotz stärkerer Gegnerschaft. Ferdinand Mauerer konnte sich 2019 ebenfalls für die Schnellschacheinzelmeisterschaft von Bayern qualifizieren. Zudem gewann er den Schnellschachsommer der Landkreisvereine.

Vorsitzender Riedl überreicht Norbert Tauer ein Dokument von dessen Schach-Heldentat, als er mit 17 Jahren Schachgroßmeister Vlastimil Hort bezwang.
Vorsitzender Riedl überreicht Norbert Tauer ein Dokument von dessen Schach-Heldentat, als er mit 17 Jahren Schachgroßmeister Vlastimil Hort bezwang. Foto: Maximilian Riedl

Wiederholen konnte man den Oberpfalzvizemeistertitel bei der Schnellschach-Mannschaftsmeisterschaft. Und die jüngste Meldung: Tobias Hirsch gewann die dritte Runde der deutschlandweiten Lösungsmeisterschaft der „Schwalbe“ und der „Deutschen Schachjugend“. Ein Novum sind die beiden Vereinsmeisterschaften mit je sieben Spielern. Als man sich in Gaststätten nicht mehr treffen konnte, blieb man daheim und spielte über Lichess Schach.

Kassier Ralf Krämer legte einen soliden Kassenbericht vor, der gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Minus aufwies. Der Jahresbeitrag bleibt trotzdem wie bisher; Schüler und Jugendliche zahlen demnach nach wie vor zwölf Euro. Die Revisoren Roland Liebl und Adolf Bertl bescheinigten dem Kassier eine klare Buchführung mit vollständigen Belegen und empfahlen der Versammlung eine Entlastung, was auch ohne Gegenstimme oder Enthaltung geschah. Anschließend wurde die restliche Vorstandschaft entlastet.

Jubeljahre 2021/2022

  • Hintergrund:

    Im April 2021 ist es fünfzig Jahre her, dass Furth im Wald und Waldmünchen sich zu einem Verein zusammenschlossen. Im November 1922 ist im damaligen Bahnhofsrestaurant der erste Further Schachclub gegründet worden.

  • Feier:

    Auf den Further Verein kommt wohl die Ausrichtung einer Oberpfalzmeisterschaft zu. Die angedachte Festschrift ist fast fertig.

Vor den Neuwahlen wurde der zweite Vorstand Norbert Tauer für 22 Jahre Vorstandstätigkeit mit einem Bild geehrt, das seinen Sieg über den tschechischen Großmeister Vlastimil Hort dokumentiert. Tauer hatte 1984 als 17-Jähriger im Simultan die Nummer zehn der Schachwelt besiegt. Vorstand Riedl erinnerte daran, dass Tauer, als 2002 das damalige Spiellokal nicht mehr zur Verfügung stand, eine Lösung präsentierte, die dann 17 Jahre gehalten habe.

Die vom Wahlvorstand Norbert Tauer, Josef Haas und Ludwig Plötz geleiteten Neuwahlen brachten dann eindeutige Ergebnisse: Erster Vorstand bleibt Max Riedl, der seit 1981 den Verein leitet. Neu als zweiter Vorstand ist der 35-jährige Ferdinand Mauerer, Vereinsmitglied seit 27 Jahren. Kassier bleibt Ralf Krämer. Revisoren sind weiterhin Roland Liebl und Adolf Bertl. Spielleiter bleibt Roland Liebl. Seniorenwart wird Erich Weber.

Eine Gruppe in Eschlkam?

Die Vereinszeitung gestaltet wie in den 26 Jahren zuvor Manfred Macht. Neuer Schriftführer und Pressewart wird Max Glaser, der bei der neu zu gestalteten Homepage über Aktuelles berichtet, während Tobias Hirsch der erste Betreuer der Homepage ist. Glaser und Hirsch sollen auch in die Jugendarbeit eingebunden werden. In Waldmünchen sollen dies Adam Breuer und Max Dostal übernehmen, wenn sie heuer 18 Jahre alt werden, wünschte sich Riedl, der den Jahrgang 2001/2002 als seltenen Glücksfall bezeichnete. Wenn sich in Eschlkam noch zwei bis vier Schüler finden würden, könne man durchaus eine weitere Gruppe dort aufbauen.

Im abschließenden Berichtsteil „Wünsche, Sonstiges, Verschiedenes“ regte Ralf Krämer eine transparentere Mannschaftsaufstellung der 1. und 2. Mannschaft an. Auch in der kommenden Saison wolle man die positiven Erfahrungen mit einer Online-Meisterschaft nutzen und entweder eine Vereinsmeisterschaft oder ein Thema-Turnier durchführen. (fmr)

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